Allgemeine Berichte | 04.01.2017, 10:50 Uhr

20 Jahre Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg

Engagement für den Arbeitsmarkt

Siegburg. Das gemeinsame Projekt der Wirtschaftsförderungen des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn blickt auf spannende Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklungen zurück.

Der Auftrag des Landesarbeitsministeriums an „Regionalsekretariat für Arbeitsmarktpolitik Bonn/Rhein-Sieg“ 1996 war ambitioniert: die Akquise von EU-Fördermitteln für Arbeitsmarktprojekte in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis und die Umsetzung von Projekten. Das Budget in den ersten Jahren lag bei zehn bis zwölf Millionen Mark.

Schnell wurden Strukturen und Netzwerke geschaffen und dabei die Interessen sowohl der Region als auch des Landes beachtet. Als besondere Herausforderung hat die Leiterin der Regionalagentur, Martina Schönborn-Waldorf, den Regierungsumzug nach Berlin empfunden: „1999/2000 wurden allein fünf Jobbörsen in der Region veranstaltet. Das Projekt Jobinitiative zur Unterstützung des regionalen Strukturwandels wurde gegründet. Ich bin froh, dass die Zeit des Strukturwandels inzwischen weitestgehend bewältigt ist.“

In den vergangenen 20 Jahren ist die Regionalagentur in der Region zu einer wichtigen Institution gewachsen. Die Bilanz ist sehr erfreulich: Konzepte aus der Anfangszeit wie zum Beispiel das „rollende Bistro“, kurz ROBI, das auch über die Arbeiterwohlfahrt hinaus für gesundes und preiswertes Essen sorgt, sind bis heute wirksam. Mehr als 3000 Jugendliche konnten in den vergangenen 15 Jahren allein durch das Projekt „Jugend in Arbeit Plus“ in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis gefördert werden.

Eines der Lieblingsprojekte der Regionalleiterin Schönborn-Waldorf war der „Orientierungskurs für Migrantinnen“, der viele Jahre im Bildungswerk für Friedensarbeit organisiert wurde und dessen Curriculum sehr aktuell als Prototyp vieler Kurse für Geflüchtete genutzt wird.

„Potenziale fördern“

„Chancen und Potenziale fördern“ ist bis heute das Motto der Arbeit. Egal, ob es mit der „Teilzeitberufsausbildung für Erziehende“ und mit der Berufsstarterbörse „Talente im Dialog“ um die Nachwuchsförderung in Ausbildung geht oder mit dem „Bildungsscheck NRW“ um das lebenslange Lernen von Beschäftigten sowie mit der „Potenzialberatung“ um die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen: Immer hat die Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg die entsprechenden Fördermittel dafür organisiert und meistens auch die Projekt selbst initiiert.

Seit fünf Jahren leitet die Regionalagentur nunmehr zusätzlich auch das „Bündnis für Fachkräfte Bonn/Rhein-Sieg“, aus dem regionalen Angebotsmarkt ist ein Nachfragemarkt geworden. Die damit einhergehenden Herausforderungen brauchen mehr als die gute regionale Zusammenarbeit der alten Konsensrunde.

Heute arbeitet ein strategisches Bündnis der regionalen Arbeitsmarktakteure an gemeinsamen Lösungen. Das Engagement wirkt weit über die regionalen Grenzen hinaus und wurde deshalb vom Bundesarbeitsministerium als „Innovatives Netzwerk 2014“ ausgezeichnet.

Bei einer großen Zahl erfolgreicher Projekte und einem insgesamt mittlerweile dreistelligen Millionenbetrag, der durch die EU und Landesfördermittel mit der Regionalagentur in die Region geflossen ist, bleibt dennoch ein Wermutstropfen: „Es ist uns in all den Jahren nicht gelungen, wirklich nachhaltig die Langzeitarbeitslosigkeit in unserer Region zu senken“, bedauert das Team der Regionalagentur und versichert, gemeinsam mit allen Arbeitsmarktpartnern gerade dieses Thema 2017 verstärkt in den Fokus zu nehmen.

Informationen unter www.regionalagentur.net und www.Bündnis-für-fachkräfte.de.

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