Martinszug zog durch den kleinen Ort Arzdorf mit der historischen Kapelle
Engagement wird großgeschrieben
Wachtberg-Arzdorf. In dem 300-Seelen-Ort mit der historischen Antoniuskapelle fanden sich etwa 150 Menschen zusammen, um am traditionellen Martinszug teilzunehmen. Offenbar hatten sich fast alle der etwa 40 Kinder zwischen ein und 14 Jahren im Ort mitsamt ihren Freunden aufgemacht, um mit ihren Familien und den Laternen durch die Straßen zu ziehen. Die Freiwillige Feuerwehr hatte für das Fest das kleine Feuerwehrhaus ansprechend gestaltet. So wurde die Gemeinschaft der Martinsliedersingenden nach dem Zug und dem Martinsfeuer dort mit Speis und Trank erwartet. Neben dem einfachen Siedewürstchen gab es auch den traditionellen Döppekooche, der hier Knüles genannt wird und für viele ein Höhepunkt des Abends war.
Dass eine Veranstaltung in dieser Größenordnung in einem so kleinen Dorf möglich ist, liegt daran, dass hier alle Hand in Hand mitarbeiten. Federführend organisieren die Freiwillige Feuerwehr und der Bürgerverein Arzdorf Jahr für Jahr den Martinszug für die Kinder und ihre Familien. Für die Verlosung wird im Vorfeld an jeden Haushalt ein kostenfreies Los verteilt, das am Martinsabend an der Liveverlosung im Feuerwehrhaus teilnimmt.
Im Wechsel spendet jedes Jahr ein anderer Bauer aus dem Dorf die Strohballen beziehungsweise das Brennmaterial für das Martinsfeuer. Der Reitstall der Familie Welsch sorgt traditionell kostenfrei für den Sankt Martin und das Pferd im eigenen Ort. Geritten wurde die stattliche Penny Lane in diesem Jahr von Sarah Büttner, die nach dem Zug ihr Martinskostüm an Markus von Sturm weiterreichte. In der Figur des Heiligen Martins erhielten die Kinder von ihm im Feuerwehrhaus später den Wecken. Für die Musik sorgte auch in diesem Jahr der Tambourcorps Edelweiß aus dem Nachbarort Fritzdorf.
Wie in den Jahren zuvor feierte man im Feuerwehrhaus wieder bis zum Abend gemeinsam das Fest, das in diesem Dorf mit Fug und Recht Lichterfest genannt werden darf. Liebevoll gestaltete Beleuchtung sorgte an vielen Häusern für eine tolle Atmosphäre für die Singenden, die vom Feuerwehrhaus durch die Straßen bis zum Feuer und zurück zum Feuerwehrhaus zogen. Selbstverständlich waren die Kinder nach dem Zug zum Schnörzen an den Türen willkommen. Für Senioren über 70 Jahre brachten die Aktiven des Bürgervereins die Martinswecken nach Hause.
Sarah Büttner auf Penny Lane führte den Sankt-Martins-Zug an. Foto: Chris Weber
