Allgemeine Berichte | 26.04.2019

Nur wenige Oster-Frühlingsfest der Tschernobyl-Triker

Enttäuschte Triker und zufriedene Kids

Sieger der „Olympiade“ freuen sich über Freikarten für das Phantasialand

Acht der insgesamt elf Tschernobyl-Triker warteten leider vergeblich auf den großen Besucherandrang. Fotos : FRE

Mendig. Für Lina Oszareck und Maximilian Westermann aus Mendig war der Besuch des von den Tschernobyl-Trikern ausgerichteten Osterfestes ein voller Erfolg. Davon ahnten sie jedoch noch nichts, als sie mit ihren Eltern, bzw. Großeltern zum Osterfest am Sünderbänkchen in die Brunnenstraße gekommen waren.

Im Rahmen einer „Olympiade“ konnten die Kinder sich beim Entchen-Angeln, Dosenwerfen, Ostereier bemalen, Mohrenkopfessen, Eierlaufen oder bei einem Bobby-Car-Parcours bewähren. Ihre an jeder Station abgezeichneten Teilnehmerkarten warfen sie dann in einen eigens dafür bereit stehenden Eimer. Bei der Gewinnermittlung zählten Lina und Maximilian zu den anwesenden Glückspilzen des Tages, da sie mit jeweils zwei Freikarten für das Phantasialand in Brühl inklusive Transfer belohnt wurden. Damit die restlichen Teilnehmer nicht leer ausgingen, durfte jedes Kind sich an einem mit Ostereiern und Schokolade bestückten Geschenktisch bedienen. Außerdem waren alle, die Lust dazu hatten, zu einer Rundfahrt mit den Trikern eingeladen. Selbstverständlich war auch für das leibliche Wohl in Form von Kaffee und frische Waffeln, Pommes, Spießbraten, Bratwurst, Currywurst sowie erfrischenden Getränken gesorgt.

Fest soll nicht mehr stattfinden

Für die Gastgeber war das Fest leider ein Reinfall. Obwohl alle Faktoren stimmten (das Wetter war optimal und auch die Aktionen hätten schöner nicht sein können), blieben viele Besucher dem Osterfest fern. „Obwohl wir auf unser Fest in ganz Mendig und auch in BLICK aktuell hingewiesen und alle Kinder sowie deren Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel herzlich eingeladen hatten, waren nur knapp 15 Kinder in Begleitung einiger Erwachsener sowie einige Bürgerinnen und Bürger aus Mendig und Umgebung zum Sünderbänkchen gekommen. Da das Interesse an unserer Arbeit und an unserer Organisation offensichtlich nicht mehr in der Bevölkerung besteht, haben wir beschlossen, in Zukunft kein Osterfest mehr zu organisieren“, so Jutta Niederelz von den Tschernobyl-Trikern, die weiter ausführte: „Für die wenigen Besucher, die auch in diesem Jahr wieder restlos begeistert von unserem Fest waren, tut es uns leid. Da wir jedoch mit elf Personen das Fest organisiert und realisiert haben und auch Investitionen tätigen mussten, die durch den Verkauf von Essen und Getränken sowie der der angebotenen kreativen Geschenkideen entstanden, haben wir leider noch draufgezahlt!“

Aktive Hilfe für Tschernobyl

Bei den „Tschernobyl-Trikern“ handelt es sich um eine Gemeinschaft von Trike-Fahrern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, notleidende Kinder aus Tschernobyl zu unterstützen. Dazu wurden Patenschaften gegründet, mit deren Hilfe die Kinder einmal im Jahr für vier Wochen zur gesundheitlichen Regeneration und Vorsorge eingeladen werden. Bis heute leiden immer noch zahlreiche Menschen unter den Folgen der Atomreaktor-Katastrophe, die sich am 26. April 1986 in Tschernobyl nahe der Stadt Prypjat ereignete.

Am 12. Juli erwarten die Tschernobyl-Triker wieder 20 Kinder und Jugendliche mit Betreuern im Naturfreundehaus am Laacher See, wo die Gäste die ersten zwei Wochen ihres Erholungsurlaubs verbringen. Am 15. Juli wird den Kindern ein Ausflug ins Phantasialand geboten, an dem auch die Gewinner des Osterfestes teilnehmen und am 20. Juli findet im Außengelände des Naturfreundehauses ein Grillabend statt, an dem auch die Gasteltern und Sponsoren teilnehmen.

Am Freitag, 26. Juli. veranstalten die Gastgeber für die Kinder an der Mendiger Grillhütte ein Trike-Wochenende. Wie im vergangenen Jahr sind die Kinder am Samstag, 27. Juli zum Flugplatz in Bad Neuenahr-Ahrweiler eingeladen, wo sie auf Wunsch an Rundflügen teilnehmen dürfen. Damit jedes Kind auf einem Trike nach Bad Neuenahr gefahren werden kann, haben sich für diesen Tag zahlreiche Gasttriker angesagt. Anschließend werden die Kids von ihren Gasteltern in Empfang genommen, bei denen sie dann bis zum Ende ihres Urlaubs am 6. August wohnen.

Spenden sind dringend notwendig

Da die Tschernobyl-Triker ihre Hilfsaktionen ausschließlich mit Hilfe von Spenden realisieren müssen, veranstalten sie außer dem jüngsten Oster-Frühlingsfest in Mendig jedes Jahr auch noch zwei Weihnachtsmärkte, jeweils in Mendig und Kerpen. Der Erlös aus diesen Veranstaltungen fließt in die Spendenkasse. Ebenso dringend wie die monetäre Hilfe, für die auf Wunsch selbstverständlich eine Spendenquittung ausgestellt wird, ist für die Tschernobyl-Triker auch die Unterstützung von neuen Gasteltern, die bereit sind, ein Kind für ca. eine Woche in ihrer Familie aufzunehmen. Weitere Informationen hierzu unter www.tschernobyl-triker.de. Außerdem gibt die Mitbegründerin der Organisation, Jutta Niederelz unter der Tel.-Nr.: 0172 6741354 gerne Auskunft.

Spendenkonto: Caritas Geschäftsstelle, Volksbank Mayen: IBAN: DE 32 5776 1591 00 19704200, BIC: GENODED1BNA. Verwendungszweck (unbedingt angeben!): „Tschernobyl-Triker Mendig“.

FRE

Vor Beginn der Olympiade ließen die Kinder sich als Teilnehmer registrieren

Vor Beginn der Olympiade ließen die Kinder sich als Teilnehmer registrieren

Lina Oszareck und Maximilian Westermann (1. Reihe Mitte) und weitere Teilnehmer der Olympiade bei der Siegerehrung

Lina Oszareck und Maximilian Westermann (1. Reihe Mitte) und weitere Teilnehmer der Olympiade bei der Siegerehrung

Acht der insgesamt elf Tschernobyl-Triker warteten leider vergeblich auf den großen Besucherandrang. Fotos : FRE

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