Erlebnisreiche Exkursion in das ehemalige b-05 Munitionsdepot
Erfolgreiche Naturschutzmaßnahmen
Nassau. Eine fast zwanzigköpfige Gruppe naturinteressierter Menschen folgte der Einladung des Naturparks Nassau, des b-05 Kunst, Kultur, Natur e. V. und der Will & Liselott Masgeik-Stiftung ins ehemalige Munitionsdepot des b-05. Ziel der Exkursion war es, mehr über die Pflegemaßnahmen vor Ort und die Haltung von Burenziegen zu erfahren, unter der fachkundigen Führung von Daniel Ossowski, einem Schäfer und Landschaftspfleger, sowie dem Diplom-Biologen Philipp Schiefenhövel, der als Naturschutzreferent für die Masgeik-Stiftung tätig ist.
Durch die Präsentation von Luftaufnahmen aus den letzten 20 Jahren, veranschaulichte Schiefenhövel den aktuellen Zustand der Flächen und zeigte auf, wie sich diese durch natürliche Sukzession verändert haben. Das übergeordnete Ziel ist es nun, den ursprünglichen Zustand der Landschaft wiederherzustellen.
Viele der Flächen wurden während der militärischen Nutzung regelmäßig gemäht und entbuscht, wodurch Offenlandbiotope inmitten der bewaldeten Flächen der Montabaurer Höhe entstanden. Diese Biotope weisen eine einzigartige Artenzusammensetzung auf, darunter größere Flächen der Besenheide (Calluna vulgaris) sowie der Glockenheide (Erica tetralix), die im Westerwald nur noch vereinzelt vorkommen.
Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea nausithous), einer Art, deren Lebenszyklus eng mit der Pflanze Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) verknüpft ist. Durch die fortschreitende Verbuschung und Vergrasung der Wiesen ging jedoch der Bestand des Wiesenknopfes stark zurück, was zum Verschwinden der Schmetterlingsart führte.
In dieser problematischen Situation spielt Daniel Ossowski eine Schlüsselrolle. Nach umfangreichen Baumfäll- und Pflegearbeiten zur Bekämpfung der Verbuschung, die hauptsächlich durch die Will & Liselott Masgeik-Stiftung initiiert wurden, hat Ossowski seit 2017 im Auftrag der Stadt Montabaur begonnen, die freigelegten Flächen mit Burenziegen zu beweiden.
Ossowski informierte die Teilnehmer ausführlich über die Funktion der Beweidung im Naturschutz, dabei gespickt mit humorvollen Anekdoten aus dem Schäferleben. So schafft die Beweidung kurzrasige Flächen, die als Nahrungssuche für verschiedene Vogelarten dienen. Dieses Jahr wurde beispielsweise der Neuntöter erstmalig als Brutvogel in diesem Gebiet beobachtet.
Des Weiteren erklärte Ossowski den prinzipiellen Unterschied zwischen Ziegen und Schafen in der Landschaftspflege: Während Ziegen eher nach oben schauen und Gebüsche sowie Gehölze abfressen, tendieren Schafe dazu, die Wiesen abzugrasen.
Dank dieser Maßnahmen konnte im Jahr 2022 sowohl ein großer Bestand des Großen Wiesenknopfes als auch viele Dunkle und Helle Wiesenknopf-Ameisenbläulinge in dem Gebiet entdeckt werden. Die Veranstaltung fand nach etwa zwei Stunden mit weiteren Informationen durch Ossowski ihren Ausklang im b-05-Café.
BA
