Allgemeine Berichte | 21.08.2023, 09:53 Uhr

Geschichts- & Altertumsvereins (GAV) veröffentlicht Ergebnisse als Buch

Erforschung jüdischer Schicksale in Mayen

Ein Buch über das Schicksal der Mayener Juden in der NS-Zeit ist am Eifelarchiv entstanden. (v.l.) Der 20-jährige Leonard Frank aus Ettringen hat sich neben seiner Archivtätigkeit auch mit den Inhalten der Akten, speziell zur jüdischen Geschichte befasst. Leonard Frank, der Autor, Stadtarchivar Stefan Wilden und die Praktikantin Nina Schulz von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg begutachten stolz das Ergebnis.  Foto: GAV Mayen, Hans Schüller
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Mayen.„Das Schicksal der Mayener Juden im Nationalsozialismus“: So lautet der Titel eines neuen Buches aus dem Eigenverlag des Geschichts- & Altertumsvereins (GAV). Autor ist der 20jährige Leonard Frank, der nach seinem Abitur derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Eifelarchiv und im Eifelmuseum Mayen absolviert. Jedes Jahr haben Bewerber die Möglichkeit, an beiden Einrichtungen Archiv- und Museumsarbeit kennenzulernen. Neben dem Begleiten der alltäglichen Arbeitsprozesse in Museum und Archiv, haben junge Menschen die Gelegenheit, sich eigenständig mit einem selbstgewählten Projekt zu beschäftigen. Im Kontext der jüngst erfolgten Stolpersteinverlegung entschied sich der diesjährige FSJ-ler Leonard Frank, sich mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Mayen zu befassen. Viele der Quellen, die im Eifelarchiv vor allem in den Beständen des Stadtarchivs zu finden sind, wurden erstmals wissenschaftlich bearbeitet und veröffentlicht. Ziel des Projekts war es, die ehemalige jüdische Gemeinde Mayens, die Jahrhunderte lang ein Teil der Stadt war, wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die Schrift spannt den Bogen von der ersten jüdischen Gemeinde Mayens im Mittelalter, über die Wiederbesiedlung in der frühen Neuzeit, bis zu dem Emanzipationsstreben der Mayener Gemeinde bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt sind aber die Geschehnisse in Mayen in der NS-Zeit. Wie überall in Deutschland so nahmen auch in Mayen die Übergriffe auf die jüdischen Bürger an Radikalität zu, die schließlich für 84 jüdische Mayener in ihrer Ermordung endete. Neben der Schilderung regionaler, lokaler Entwicklungen stellt Leonard Frank vor allem die persönlichen Schicksale, wie das der Familie Weitzenkorn, in den Mittelpunkt. Nach seiner Meinung wird erst durch die Schilderung von Einzelschicksalen die ganze, schreckliche Dimension des Unrechtsstaates sichtbar.

Der GAV bot dem jungen Nachwuchsforscher die Möglichkeit, seine Forschungsergebnisse in gedruckter Form vorzulegen. Herausgekommen ist ein 114 Seiten starkes Buch mit zahlreichen, bisher unveröffentlichten Fotos. Das in begrenzter Auflage gedruckte Werk ist im Buchhandel und über die GAV- Internetseite zu einem Stückpreis von 8 Euro erhältlich. “Der moderate Verkaufspreis war nur durch die Förderung der Kreissparkasse Mayen möglich„, so Hans Schüller, Vorsitzender des GAV. “Seit Jahrzehnten unterstützt uns die KSK kontinuierlich bei unserer Verlagstätigkeit„. Leonard Frank sieht seine Arbeit als Teil der Erinnerungskultur in Mayen, die mit dem jährlichen Schweigemarsch am 9. November, der nun angelaufenen Stolperstein-Aktion und der jüngst erfolgten Rückbenennung der Judengasse Fortschritte macht.

Pressemitteilung

Geschichts- & Altertumsverein

für Mayen und Umgebung e.V.

Das Titelbild des neuen Buchs zeigt einen SA-Uniformierten vor einem jüdischen Hutladen während des Boykotts am 1. April 1933, als die nationalsozialistischen Machthaber die Bevölkerung am Betreten jüdischer Geschäfte hindern wollte. Quelle: GAV Mayen

Das Titelbild des neuen Buchs zeigt einen SA-Uniformierten vor einem jüdischen Hutladen während des Boykotts am 1. April 1933, als die nationalsozialistischen Machthaber die Bevölkerung am Betreten jüdischer Geschäfte hindern wollte. Quelle: GAV Mayen

Ein Buch über das Schicksal der Mayener Juden in der NS-Zeit ist am Eifelarchiv entstanden. (v.l.) Der 20-jährige Leonard Frank aus Ettringen hat sich neben seiner Archivtätigkeit auch mit den Inhalten der Akten, speziell zur jüdischen Geschichte befasst. Leonard Frank, der Autor, Stadtarchivar Stefan Wilden und die Praktikantin Nina Schulz von der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg begutachten stolz das Ergebnis. Foto: GAV Mayen, Hans Schüller

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