Struktur und Genehmigungsdirektion Nord setzt sich ein
Erhalt der Würfelnatter
Rhein-Mosel. Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord informierte sich heute über das Artenschutzprojekt „Würfelnatter“ in Dieblich an der Mosel. Im gesamten westlichen Mitteleuropa ist die Würfelnatter nur noch in Rheinland-Pfalz zu finden. Die vom Aussterben gefährdete Schlangenart lebt an den Ufern von Lahn, Nahe und Mosel.
Das Artenschutzprojekt „Würfelnatter“ wurde bereits 1980 durch das Land Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es den Lebensraum der bedrohten Tierart zu erhalten. „Als Obere Naturschutzbehörde begleitet die SGD Nord das Projekt. Dazu zählt sowohl die fachliche Beratung als auch die finanzielle Abwicklung von Schutzmaßnahmen. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Betreuung der Würfelnattervorkommen jährlich mit 6000 Euro. Zusätzlich werden für das Naturschutzgebiet zwischen Dieblich und Niederfell Biotopbetreuungsmittel für beispielsweise Freistellungsarbeiten oder Beweidung durch die SGD Nord bereitgestellt“, so Kleemann.
Die Begehung führte an den Rand des eigens für die Tiere ausgewiesene Naturschutzgebietes „Moselufer zwischen Dieblich und Niederfell“. Die Biologin Dr. Sigrid Lenz informierte über Schutzmaßnahmen und die Entwicklung der seltenen Schlangenart. Bei der Umsetzung der Maßnahmen arbeitet die SGD Nord eng mit Biotopbetreuern und Spezialisten zusammen. Als Biologen, Geographen oder Ingenieure der Landespflege bringen sie das notwendige Fachwissen mit.
An der Mosel wurde zum Schutz der Tiere ein Leitsystem installiert. Dieses verhindert, dass sich die Würfelnattern zum Sonnen auf die B49 legen und dort überfahren werden. Es besteht aus Metallblanken und wirkt wie eine Mauer. Das Schutzsystem muss jedoch gepflegt werden. Daher wird es zwei- bis dreimal Jährliches freigeschnitten und entstandene Löcher abgedichtet. Auch Freistellungsarbeiten entlang der Böschung und der Rückschnitt von Weiden sind notwendig. Zudem wird seit 2015 eine Ziegen- und Schafbeweidung außerhalb der Fortpflanzungszeit der Würfelnatter durchgeführt. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums sollen im Zuge des Ausbaus der Staustufe Lehmen erfolgen. Der Erfolg der Schutzmaßnahmen ist sichtbar. Nach dem Bau des Leitsystems im Jahr 2000 wurden nur noch wenige Tiere überfahren. Auch die freigeschnittenen Flächen werden von den Nattern gerne zum Sonnenbaden genutzt. Mittlerweile leben zwischen 300 und 500 Würfelnattern an der rechten Moseluferseite und haben ihren Lebensraum flussaufwärts über das Naturschutzgebiet hinaus ausgeweitet.
Neben den Schutzmaßnahmen ist auch die Wetterlage für die Population der Würfelnatter entscheidend. Die warmen Sommer der vergangenen Jahre begünstigten den Fortpflanzungserfolg der Schlange. Wie sich das Hochwasser im Mai und Juni dieses Jahres auf die Population ausgewirkt hat, bleibt abzuwarten.
Abschließend dankte Kleemann allen, die sich dafür einsetzen, dass die heimische Reptilienart mit ihrer Bedeutung für die Biodiversität erhalten bleibt. „Denn nur durch den Einsatz von tatkräftigen Naturschützer kann der Lebensraum der Würfelnatter erhalten und verbessert werden“, so Kleemann
