Allgemeine Berichte | 16.10.2024

Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“: generationsübergreifende Erinnerungskultur aus der Mitte der Gesellschaft

Erinnerung an Krieg, Gewaltherrschaft und Verfolgung

Koblenz. Mit verschiedenen Veranstaltungen gedenkt die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ im November an den vernichtenden Bombenangriff auf Koblenz am 6. November 1944. Nach einer Ehrung der Todesopfer am Ehrenfeld auf dem Koblenzer Hauptfriedhof, wird man sich am 6. November um 16.30 Uhr an der Gedenkplatte auf dem Plan zu einer Schweigeminute treffen, Blumen für die in der Altstadt ums Leben gekommenden Mitbürgerinnen und Mitbürger niederlegen und an die letzten Stunden der trotz Krieg bis dahin immer noch intakten Altstadt gedenken.

Anschließend werden die Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte im Vorgriff auf den Gedenktag der Judenverfolgung und -vernichtung am 9. November Stolpersteine reinigen und an der neu erstellten Informationstafel zur Balduinstraße an die Zeiten von Krieg und Verfolgung erinnern. Danach ist eine weitere Gedenkstation am Stolperstein von Pfarrer Paul Schneider, Friedrich-Ebert-Ring 43 geplant. Hier, im ehemaligen Polizeipräsidium, war der bekennende Christ vor seiner Ermordung im KZ Buchenwald inhaftiert. Zugleich wird den beim Bombenangriff am 6. November im Gefängnis verstorbenen Inhaftierten gedacht. Danach findet im Café Atempause (in der Christuskirche) ein Gesprächskreis der Konfirmandengruppe mit Zeitzeugen aus den Reihen der Bürgerinitiative statt (diese Station ist nicht öffentlich).

„Den Namen eineGeschichte geben“ - Bitteum Hilfe bei der Spurensuche

Im Zuge der Vorbereitungen auf den Gedenktag stieß die Vorbereitungsgruppe auch auf Anton Eifler, einen Arbeiter aus der Kastorstraße 71, der zuletzt im Bürgerhospital in der Nähe der heutigen Senioren- und Pflegeeinrichtung Elterhof lebte und hier am 6. November 1944 ums Leben kam. Das Grab des 1875 geborene Anton Eifler findet sich heute noch auf dem Ehrenfeld für die Toten des II. Weltkrieges Hauptfriedhof Bastei Hüberling. Mit seinem Tod verbindet sich aber auch das Ende des „Koblenzer Bürgerhospitals“. Das ehemalige Franziskanerkloster im Kastorviertel wurde zunächst Hospital und nach 1923 Altenheim. Die Gebäudeanlage fiel dem Bombenangriff fast vollständig zum Opfer und wurde nach dem II. Weltkrieg abgebrochen. Heute erinnert nur noch ein Mauerrest in der Straße „Am alten Hospital“ an diese barmherzige Einrichtung in der Koblenzer Altstadt.

Die Bürgerinitiative bittet daher die letzten Zeitzeugen dieser Zeit um Mithilfe dergestalt, dass sich noch jemand an Anton Eifler oder die Vorgänge in der Bombennacht des 6. November im Bürgerhospital erinnert. Kontaktaufnahme über kontakt@bi-koblenz-altstadt.de oder telefonisch unter (02 61) 8 89 62 23 - Ansprechpartnerin Frau Born.

„Nur einStraßenname ist geblieben“

Zudem wird jetzt schon darauf hingewiesen, dass der Koblenzer Kunstverein e.V. am 14. November um 19 Uhr einen Vortrag von Dr. Reinhard Kallenbach unter anderem zur Geschichte des Bürgerhospitals anbieten wird. Näheres unter www.koblenzer-kunstverein.org.

Pressemitteilung der

Bürgerinitiative

„Unsere Altstadt“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Industriemechaniker
Zukunft trifft Tradition KW 18
Arbeiten bei van roje
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
67

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
421

Boppard/Emmelshausen. Auf der A61 zwischen Emmelshausen und Boppard befinden sich zwei Hunde auf der Fahrbahn. Dies meldet der ADAC. Verkehrsteilnehmende in beiden Fahrtrichtungen sollten also vorsichtig fahren. BA

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Anzeige Uhren Vintage
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Media-Auftrag 2026/27
AZ_Gelenk 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
Innovatives rund um Andernach
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Biergarteneröffnung
Image
Innovatives rund um Andernach