Allgemeine Berichte | 31.08.2020

Hochschule Koblenz

Erinnerungspädagogik gemeinsam gestalten

Forschende Jugendliche beteiligen sich an Wissenschaft und Praxis

Koblenz. In einem interdisziplinären Projekt der Hochschule Koblenz werden Jugendliche und junge Erwachsene aus Koblenz und der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu aktiven Forscherinnen und Forschern. Das gerade gestartete und vier Jahre dauernde Projekt „Partizipative Erinnerungspädagogik in Koblenz und Umgebung“ (PEPiKUm) entwickelt und untersucht Formen einer gemeinsamen Aufarbeitung von und Verantwortung gegenüber Nationalsozialismus und Holocaust in der heterogenen deutschen Migrationsgesellschaft. Es soll die Lebenswelten und biographischen Erfahrungen der jungen Mitglieder der Gesellschaft, etwa hinsichtlich Alltagsrassismus und struktureller Diskriminierung, rekonstruieren und die Veränderungen im sozialen Gedächtnis widerspiegeln.

„Angesichts der aktuellen Debatten um die Migrationsgesellschaft und die rassistischen, antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Tendenzen in Teilen von Politik und Gesellschaft stellt sich die Frage, wie die Erinnerungskultur in Deutschland von den sozialen Veränderungen beeinflusst wird und sich im Laufe der Zeit wandelt“, erklärt dazu Prof. Dr. Stephan Bundschuh, der gemeinsam mit Prof. Dr. Judith Hilgers das Projekt am Institut für Forschung und Weiterbildung im Fachbereich Sozialwissenschaften verantwortet. Das Praxis-Forschungsprojekt PEPiKUm will auch zur gesellschaftlichen Teilhabe junger Menschen beitragen. „Deshalb sollen sich die teilnehmenden Jugendlichen an verschiedenen Phasen des Projektes aktiv beteiligen und eine forschende Rolle übernehmen. Sie können sich zum Beispiel mit Interviewmethoden vertraut machen, dadurch selbst an der Datenerhebung mitwirken und die Geschichte von Koblenz und Umgebung erforschen“, erläutert Prof. Dr. Hilgers. In diesem Rahmen sind auch Gedenkstättenbesuche beabsichtigt. Ein wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist es, mit den Beteiligten zusammen eine digitale Plattform zur partizipativen Erinnerungspädagogik zu gestalten.

„Junge Menschen werden dazu befähigt, sich mit bestimmten Zugehörigkeitszuschreibungen und gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten auseinanderzusetzen. Es steht die Frage im Fokus, wie eine partizipative Rekonstruktion der Vergangenheit in Verbindung mit individuellen Erinnerungen, gegenwärtigen Erfahrungen und Perspektiven sowie Zukunftsvorstellungen gelingen kann“, betont Projektleiter Eren Yetkin. Von der Frage ausgehend, welche Chancen dieser partizipative Ansatz der qualitativen Sozialforschung ermöglicht und wo Grenzen liegen können, soll das Projekt zudem einen Beitrag zur Methodendiskussion leisten. Diese Planungen stehen alle im Zeichen der Corona-Pandemie. Entsprechend wird das Projekt flexibel auf die Veränderungen der äußeren Bedingungen reagieren.

Das Projekt wird sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum durchgeführt und so eine vergleichende, umfassende Analyse vornehmen. Wissenschafts-Praxis-Kooperationspartner sind die Beigeordnete Schul- und Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, die DGB Region Koblenz – DGB Jugend, das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) e.V., die Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich, die Jugendpflege der Verbandsgemeindeverwaltung Rhein-Mosel und die Kinder- und Jugendförderung des Jugendamts der Stadt Koblenz. Das Projekt PEPiKUm wird im Rahmen des Programmes Forschung an Hochschulen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. In Kooperation mit Prof. Dr. Astrid Messerschmidt (Bergische Universität Wuppertal) und Prof. Dr. Wiebke Waburg (Universität Koblenz-Landau) sind auch Promotionsvorhaben möglich.

Pressemitteilung

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  • illgen: was soll der mist dann . wenn sich jeder mal an die eigene nase packt dann würde es nicht da so gefährlich sein . auch die bussfahrer sollten sichmal sn die eigene nase packen und dort langsamer fahren.
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