Jugendfreizeit des Modell-Flug-Clubs Rheinbach-Swisttal e.V.
Erlebnisse auf der Wasserkuppe
Rheinbach. Die Jugendgruppe des MCF Rheinbach hatte sich jüngst auf den Weg zur Wasserkuppe gemacht, dem Eldorado für den Segel- und Modellflug. Wie bei jeder Reise begann sie nicht mit der Abfahrt, sondern mit dem Packen der Flugzeugtransporter am Tag vor der Abreise. Alles musste sorgfältig verpackt werden, damit auch ja jedes Modellflugzeug heil in der Rhön ankam. Selbst halb fertige Segelflugzeuge wurden mitgenommen, um vor Ort noch fertiggebaut zu werden und im wahrsten Sinne des Wortes den letzten Schliff zu erhalten. Am Samstag machten sich dann mit neun Jugendlichen und vier jung gebliebenen Betreuern in vier Autos und mit zwei Anhängern auf den Weg.
Prägende Gemeinschaft
Neben „alten Hasen“, die bereits als Kind mit an einer solchen Jugendfreizeit teilgenommen haben, gab es auch viele Neulinge, die voller Spannung waren, was sie denn auf der Wasserkuppe erwartet. Entgegen der vielleicht herrschenden Annahme, dass Modellflieger alle Eigenbrötler sind, zeigt sich ganz besonders bei einer solchen Freizeit ein prägendes Gemeinschaftsgefühl. Und damit ist nicht das Übernachten in Mehrbettzimmern oder das gemeinsame Essen zu festgesetzten Zeiten gemeint, sondern vielmehr das Erlebnis, gemeinsam Erfahrungen zu machen und Hindernisse zu überwinden.
Eine solche Freizeit geht nicht ohne die eine oder andere Karambolage, Absturz oder Suchaktion vonstatten, wenn man sich einmal „verguckt“ hat. Schließlich sind gleichzeitig mehrere Flugzeuge auf engem Raum am Himmel, und da kann es schon einmal passieren, dass man sein Modell aus den Augen verliert. Abends geht es dann in den Bauraum, der dann eigentlich einer Reparaturwerkstatt gleicht. Gemeinsam und unter Anleitung wird die eine oder andere Blessur wieder korrigiert oder gar ein Bruch geschient, geklebt und wieder geschönt. Wobei die Schönheit eines Flugmodells eher zweitrangig ist. Es muss nur fliegen.
Gegenseitige Hilfe
Bei einer Jugendfreizeit entwickelt sich direkt vom ersten Tag an das Motto: „Jeder hilft jedem.“ Gegenseitige Hilfe wird großgeschrieben und von den ehrenamtlichen Betreuern aktiv vorgelebt. Jeder kann die Sorgen des anderen mitfühlen, wenn dessen Modell angeknackst ist und die Gefahr droht, am nächsten Tag nicht mitfliegen zu können. So bringt jeder sein spezielles Talent für die eine oder andere Reparaturmethode ein, um ein Modell wieder zum Fliegen zu bringen. Zum Glück gibt es beim Fliegen an einem Hang spezielle Aufwinde, die es so bei Flachlandfliegern nicht gibt und die helfen, dass eine oder andere Modell, das durch die Reparatur schwerer als gedacht geworden ist, auch in der Luft zu halten.
Viel frische Luft, in diesem Jahr auch übermäßig viel Sonnenschein, gute Verpflegung und das ständige Beschäftigtsein führten trotz weitgehender Abstinenz von Fernsehen und Smartphone zu einer enormen Bettschwere. Schließlich muss auch der Pilot am nächsten Tag wieder fit sein. Dies macht aus einer Jugendfreizeit ein ganz besonderes lehrreiches und intensiv verbindendes Ereignis, von dem alle Beteiligten noch lange erzählen.
