Ernst Loeb Abend“ des Freundschaftskreises Dimona-Andernach
Andernach. „Prof. Dr. Ernst Loeb - Professor für neuere deutsche Sprache und Dichter emigrierte 1936 nach Israel und USA“. So lautet der Hinweis am Platz in den Rheinanlagen, der 2021, 34 Jahre nach seinem Tod, nach ihm benannt worden ist.
Der jüdische Mitbürger Ernst Loeb ist in Andernach geboren und hat seit den 50er Jahren an frühere Freundschaften angeknüpft und Andernach recht häufig besucht. Er hat sich in unverwechselbarer Weise für die schwierige Aussöhnung engagiert und dabei besondere Kraft aus deutsch-jüdischem Kulturgut geschöpft.
Das ist für den Freundschaftskreis Dimona-Andernach ein Anstoß, genauer auf sein Leben und Wirken einzugehen und es in Andernach bekannter zu machen. Viele kennen sein Gedicht „An meine Vaterstadt“ und stufen es als das schönste und berührendste Gedicht über Andernach überhaupt ein, ohne viel von Ernst Loeb zu wissen. Das Gedicht wurde bereits 1952 geschrieben, ist aber erst von seiner Frau nach seinem Tod 1988 zur 2000-Jahr-Feier der Stadt, gleichsam als Vermächtnis ihres Mannes, übergeben und beim Festakt erstmals vorgetragen worden.
Gründe genug, dass am Montag, den 13. Juni, um 19 Uhr im Pfarrheim am Mariendom um 19 Uhr ein „Ernst Loeb Abend“ stattfindet.
Der Journalist Dr. Rüdiger Heimlich (Köln) hat noch bei Ernst Loeb studiert und steht bis heute in einer engen Beziehung zur Familie. Er wird an diesem Abend die Zeit von 1933 bis 1938 genauer beleuchten und dabei aus Briefen von Ernst Loeb und seiner Familie zitieren, aus denen hervorgeht, warum er keine Zukunft für sich in Palästina gesehen hat und nach USA ausgewandert ist.
Wolfgang Redwanz wird, aufgrund von Recherchen in Andernacher Familien und hiesigen Berichten und Studien, insbesondere auf Ernst Loebs Besuche seit 1951 in Andernach und auf seine Dichtung eingehen. Da spielen auch bisher der Öffentlichkeit unbekannte Briefwechsel eine wichtige Rolle. Petra Löcherbach wird einige Gedichte und persönliche Kommentierungen von Ernst Loeb zu seiner Lebensgeschichte vortragen.
Alle, die Ernst Loeb persönlich gekannt haben, können gerne ihre Erinnerungen und Erfahrungen an diesem Abend einbringen. Am Ende der Veranstaltung wird um in Spende für den Förderverein Mariendom e.V. gebeten, der die Erhaltung der Bausubstanz und der Einrichtung zum Ziel hat.
