Allgemeine Berichte | 01.04.2014

Rheinbacher Gewerbeverein zieht Bilanz

Ernst, aber nicht hoffnungslos

Keine Einigung über Öffnungszeiten am Wochenende

Trotz ernüchternder Zahlen ist der Gewerbeverein optimistisch, im Jahr 2014 die Stadt wieder für viele Bürger attraktiv zu gestalten. STEIN

Rheinbach. Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Rheinbacher Gewerbevereins hatte dessen Vorsitzender, Oliver Wolf, in die Räumlichkeiten des Baumarktes Fassbender-Tenten eingeladen. „Das RaiffeisenHaus ist zwar ein tolles Gebäude, aber mal was anderes ist auch nicht schlecht“, meinte der Hausherr bei der Eröffnung der Jahreshauptversammlung und verband seinen Dank mit einer Einladung zu einem Kölsch nach der Versammlung. In seiner Begrüßung dankte Oliver Wolf den Mitgliedern des Gewerbevereins, der mit 260 Mitgliedern einer der größten Vereine hier in der Region ist. Er entschuldigte den Bürgermeister, der an diesem Abend auf einer anderen Jahreshauptversammlung weilte und begrüßte Wirtschaftsförderer Robin Denstorff. Für den abwesenden Thomas Arentz wählten die Anwesenden einstimmig Roland Messner zum Protokollführer. Bei der Feststellung der Tagesordnung gab es zum Punkt Verschiedenes einen Ergänzungsantrag von Daniel Gunnar Seiler, Inhaber des Geschäftes „Tony`s World of Gummi Bears“ zu den Öffnungszeiten des Einzelhandels am Wochenende. Ernst und gespannt folgten dann die rund 60 Mitglieder des Gewerbevereins den Ausführungen des Vorsitzenden zum Jahresbericht 2013. Mit dem Wetter wurde der Gewerbeverein bei den vier verkaufsoffenen Sonntagen nicht verwöhnt. Lediglich an einem Sonntag gab es Sonnenschein, die anderen drei Sonntage waren verregnet. „Hier muss ich noch was nachlegen“, meinte Wolf im Rückblick auf verkaufsoffene Sonntage in den Vorjahren. Positiv unter der Vielzahl weiterer Veranstaltungen wertete der Vorsitzende den Autosonntag und die Hochzeitsmesse im Waldhotel.

Gewinn und Verlust

Auch die Veranstaltungen „Unternehmerbierchen“ und „3K“ wurden gut angenommen. Zu den vielen weiteren Aktivitäten und Beteiligungen des Gewerbevereins zählten das Adventshopping mit längeren Öffnungszeiten der Geschäfte, die Neuerscheinung des Einkaufsführers, Patenschaften über Brunnen und Blumenkübel in der Stadt, Unterstützung zur weihnachtlichen Beleuchtung, Beteiligung bei der Ausbildungsmesse mit einem Stand und vieles mehr. Erwähnenswert ist auch die Bildung eines neuen Gremiums der Einzelhändler, das den Gewerbeverein insbesondere bei der Vorbereitung, Koordinierung und Organisation der verkaufsoffenen Sonntage unterstützt und Ideen einbringt. Gespannt warteten dann die Anwesenden auf den Bericht des Kassierers, Bernd Weber.

Das umfangreiche Zahlenwerk über Gewinne und Verluste wurde von Bernd Weber sachlich und korrekt erläutert. Einige Betroffenheit war bei den Anwesenden feststellbar, als am Ende der Kassenbestand um fast 5.500 Euro gesunken war. Den Einnahmen in Höhe von rund 196.000 Euro standen Ausgaben in Höhen von rund 202.000 Euro gegenüber. Erhebliche Unterdeckungen gab es bei den verkaufsoffenen Sonntagen, nicht nur wegen des schlechten Wetters, sondern auch wegen der allgemeinen Kostensteigerungen in allen Bereichen. Andere Veranstaltungen waren finanziell in etwa ausgeglichen. Mehrere tausend Euro Gewinn erzielte der neue Einkaufsführer. Auch die Hochzeitsmesse und der Autosonntag zählen zu den gewinnbringenden Veranstaltungen. Was dem Gewerbeverein aber besonders zu schaffen macht, ist der Weihnachtsmarkt, der zum Defizit erheblich beiträgt. Hier sieht der Gewerbeverein noch Gesprächsbedarf mit der Stadt und Sponsoren. Erstmals waren, angesichts der immensen Geldbewegung im Jahr 2013 von etwa 400.000 Euro, drei Kassenprüfer tätig. Sie bescheinigten dem Vorstand die ordnungsgemäße und beanstandungsfreie Führung des Vereinskontos.

Die Entlastung des Vorstandes erfolgte mit einer Enthaltung und keiner Gegenstimme. Denn Ziel für das Jahr 2014 ist es, den Einnahmebereich zu verstärken und Ausgaben zu begrenzen. Kein Wunder also, dass derzeit der Weihnachtsmarkt 2014 noch als „Option“ auf dem Merkzettel des Gewerbevereinsvorsitzenden steht. Nach zwölf Jahren konstanter Mitgliedsbeiträge, allgemeiner Kostensteigerungen und vergleichbarer Mitgliedbeiträge anderer Gewerbevereine, veranlassten den Vorstand, für eine pauschale Beitragserhöhung zu plädieren. Eine adäquate Beitragserhöhung von 20 Euro ab dem 1. Januar 2014 fanden die meisten angemessen. Mit zwei Enthaltungen und vier Gegenstimmen wurde die Beitragserhöhung mit einfacher Mehrheit beschlossen.

Neuwahl

Einstimmig wurde dann Peter Henkes von der Firma Rhein-Blech als neuer Beisitzer für den ausscheidenden Volker Hermeler gewählt. Zustimmend wurde auch der Antrag der Arbeitsgruppe Einzelhändler aufgenommen, künftig mit einem Mitglied der AG an den Sitzungen des Gewerbevereins teilzunehmen. Im anschließenden Ausblick auf die Veranstaltungen im Jahr 2014 ging es neben den bekannten Veranstaltungen auch um viel Neues. Unter anderem stehen die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung „Vor dem Voigtstor“, die Entwicklung eines Slogans, die Zusammenarbeit mit dem Meckenheimer Verbund und die Erstellung von Newsletter mit Infos über Rheinbach auf dem Programm. Wirtschaftsförderer Robin Denstorff ist sich sicher: „Gut, dass es einen Gewerbeverein gibt in Rheinbach“. Schließlich gehe es bei all den Aktivitäten nicht nur um den Umsatz des Einzelhandels, sondern auch darum, die Stadt Rheinbach positiv zu erfahren, meinte Denstorff. Wichtig sei auch, angesichts der „Bedrohungen“ von außen, wie etwa Internet und geplante FOC´s, zusammenzustehen und sich zu wehren.

Er dankte dem Gewerbeverein und dem Management auch im Namen des Bürgermeisters. „Wir müssen etwas für unsere Stadt tun“, appellierte Daniel Gunnar Seiler an die Anwesenden und plädierte für eine Öffnungszeit der Geschäfte an den Samstagen bis mindestens 16 Uhr.

Geteiltes Echo

Relativ geteilt war das Echo. Auch die im vergangenen Jahr erfolgte Umfrage des Gewerbevereins bei 110 betroffenen Einzelhändlern brachte keine sichtbare Tendenz zum Ausdruck. Nur 38 Prozent Rückmeldungen mit höchst unterschiedlichen Meinungen ließen die Beantwortung der Frage einheitlicher Öffnungszeiten offen. Ein Kompromiss scheint sich aber dennoch abzuzeichnen. Es wird angestrebt, persönlich die Geschäftsinhaber aufzusuchen und deren Meinung nachzufragen. Möglicherweise wird versucht, am jeweils ersten Samstag im Monat eine Verlängerung der Öffnungszeit zu erreichen. Hierfür macht sich besonders die AG Einzelhändler, Frau Ruth Gelbe stark. Manchmal sind eben 80 Prozent mehr als 100 Prozent.

Eine schöne Überraschung

Am Ende der Veranstaltung bat Oliver Wolf seinen Beisitzer Günter Frank zu sich und bedankte sich bei dem völlig Überraschten für seine 25-jährige Tätigkeit im Vorstand mit einem kleinen Präsent. M

it den Worten: „Es war ein spannendes Jahr für mich, manches habe ich überschätzt, manches unterschätzt und ich hoffe, dass auch das Jahr 2014 wieder spannend wird“, entließ der Vorsitzende die die Mitglieder zu einem kleinen Umtrunk, für den es nach dieser Jahreshauptversammlung sicher genug Gesprächsstoff gab.

Mit Eintrittskarten für die „Springmaus“ überraschte der Vorsitzenden des Gewerbevereins, Oliver Wolf (re.), Günter Frank anlässlich seiner 25-jährigen Zugehörigkeit zum Vorstand des Gewerbevereins bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Mit Eintrittskarten für die „Springmaus“ überraschte der Vorsitzenden des Gewerbevereins, Oliver Wolf (re.), Günter Frank anlässlich seiner 25-jährigen Zugehörigkeit zum Vorstand des Gewerbevereins bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Trotz ernüchternder Zahlen ist der Gewerbeverein optimistisch, im Jahr 2014 die Stadt wieder für viele Bürger attraktiv zu gestalten. Fotos: STEIN

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