Allgemeine Berichte | 09.07.2019

„Klio – zeitgenössische und historische Kunst Linz am Rhein“ lud zur Vernissage

„Ernsthaft?“ zeigt Werke von 12 jungen Künstlern

Zahlreiche Gäste ließen sich die Vernissage nicht entgehen.Fotos: DL

Linz. „In Linz tut sich was, was die Kunst betrifft“, hatte Stadtbürgermeister hochzufrieden bei der Vernissage der Kunstverein-Ausstellung „linzundkuns“ konstatiert. Zu Recht, kann man doch neben den Arbeiten von 14 Küstlern in der Stadthalle schon seit Ende Juni in und um Sankt Marien und Sankt Martin „Altäre und Engel und Heilige“, Arbeiten des Künstlerehepaares Edith Oellers-Teuber und Günther Oellers bewundern. Und damit nicht genug, hatte doch am Samstagnachmittag der zweite Linzer Kunstverein, „Klio – zeitgenössische und historische Kunst Linz am Rhein“ in den Ausstellungsraum der Stadt zur Vernissage von „Ernsthaft?“ eingeladen. Sind in den beiden Kirchen sowie in der Stadthalle Arbeiten bekannter und renommierter Künstler zu sehen, so wird im „Markt 9“ zwölf jungen Künstlern Raum gegeben, die noch an der Alanus Hochschule, an der Freien Akademie in Köln oder an anderen Kunstakademien studieren.

Zahlreiche Kunstinteressierte, darunter neben etlichen Künstlern aus der Stadthallen-Ausstellung auch der neue Erste Beigeordnete der Stadt, Helmut Muthers, konnte die Klio-Vorsitzende Denise Steger zur Vernissage begrüßen. „Der Titel der Ausstellung spielt auf die unsichere Zukunft von Künstlern an. Da der Kunstmarkt den finanziellen Wert eines Werks scheinbar über dessen Ästhetik festlegt, müssen sich dementsprechend Künstler als die Produzenten von Kunst oft zwischen marktkonformen Ergebnissen und ihre eigenen künstlerischen Fragestellungen entscheiden. Andere wenden sich dem kommerziellen Design zu, Dritte der Kunstvermittlung, um über die Runden zu kommen“, so die Kulturpreisträgerin aus dem Jahr 2012, die vor allem durch ihre „Wandbilder“ aus nahezu unzähligen, unregelmäßigen fünfeckigen Papier-Objekten bekannt ist, die sie in Anlehnung an die japanische Religionsübung des Origami nach der Technik von Toshie Takahama zusammengefügt hat.

Mit Gül Altuntas Arbeit „Karl“ beginnend verwies sie auf die idealisierende Hommage an Karl Lagerfeld, der an dem für ihn typischen Haarzopf, den weißen Haaren sowie an der tiefschwarzen Sonnenbrille deutlich zu erkennen ist. Über Tizian Schmidts zwei, in lebendigen Farben kontrastierende Motive kam die promovierte Kunsthistorikerin zu Michelle Berg, die der Ausstellung „Sink or float“ beisteuert.

Menschenbilder der besonderen Art präsentiert Robin Schmitt mit seinen Fotografien, die längst nicht mehr die Realität widerspiegeln. So sieht man auf eine seiner Arbeiten „IdealistinI“ eine junge Frau, die scheinbar im Begriff ist, einen kleinen Hund im Fleischwolf zu Hackfleisch zu verarbeiten, während sie auf einem weiteren Foto sogar ihre eigene Hand in die zermalmenden Küchenmaschine steckt.

„Die Arbeiten der ehemaligen Martinus-Gymnasiastin Pascale Anhäuser zeichnen sich durch abstrahierende Farben von enormen Leuchtkraft aus“, kommentiert Denise Steger die „Nostalgie“ und „The Three Diaries“ der jungen Malerin. Nicole Maljarov habe sich mit ihren „Nudes“ ebenso der Aktmalerei verschrieben wie Lisa Maria Michel mit „Die Dahinschreitenden“ aus dem Triptychon „Circulus Vitiosus“ sowie Franziska Rheindorf mit ihrem Akt „protest“. „Alexander Jakimenko stellt zusätzlich zu seinem stehenden Akt auch noch den Kölner Dom in vier Längssegmenten aus und versetzt uns dabei weit in die Vergangenheit, in Zeiten, in denen man auf der Domplatte noch unter Bäumen verweilen konnte“, erinnerte die Klio-Vorsitzende.

Menschen in den unterschiedlichsten Situation hat Sharon Gölden mit der Kamera eingefangen etwa in „Berlin“, in der italienischen Hauptstadt mit ihrer „Princess of Rome“ oder an der Themse mit „London Calling“. Athina Chronopoulou wiederum stellt mit ihren vier Fotografien „Verwurzelung“ mittels weiße Gipsschuhe die Frage, was von einem Menschen letztendlich zurückbleibt, ein Thema, das auch DEM Genre Stillleben zugrunde liegt, das von Larissa Jakobs mit ihrer „Trias“ aus Apfel, Trauben und Wein sowie mit ihren „Weinflaschen“ vertreten wird. „Noch bis Sonntag, 28. Juli, freitags bis sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr können die Arbeiten der jungen Künstler besichtigt werden. Ich lade Sie aber schon zu der Diskussionsrunde ein, die bei der Finissage ab 17 Uhr das höchst interessante Thema ‚Kunst als Beruf?‘ aufgreift“, schloss Denise Steger ihre Einführungsrede. DL

Zahlreiche Gäste ließen sich die Vernissage nicht entgehen.Fotos: DL

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