-Anzeige- Richtfest am Seniorenzentrum St. Franziskus in Selters
Eröffnung im Frühjahr 2018 geplant
Selters. Der Wettergott hatte während des Richtfestes kein Erbarmen, er ließ es teilweise wie aus Kübeln regnen. Wie gut, dass die Handwerker beim Richtfest im Rohbau für trockene Räume gesorgt hatte. Rohbau ist nicht ganz das richtige Wort, denn es sind bereits die Fenster installiert und der Estrich ist aufgebracht. Auf keinen Fall ließen sich die sehr zahlreich erschienenen Besucher des Richtfestes die Laune vermiesen, zumal zum Aufwärmen warme Getränke gereicht wurden.
Altes Brauchtum lebte auf
Den offiziellen Teil des Richtfestes eröffnete Elisabeth Disteldorf, die Geschäftsführerin der Katharina Kasper ViaSalus GmbH. Sie begrüßte die vielen Gäste und freute sich sehr über die große Resonanz, die das Richtfest erzeugt hatte. Als weitere Redner folgten Mark Uhlmeier, der Geschäftsführer der WI-IMMOGroup GmbH, Schwester Simone Weber, die Provinzoberin der Armen Dienstmägde Jesu Christi und zuletzt Rolf Jung, der Stadtbürgermeister der Stadt Selters. Zusammenfassend zog sich die Freude über das nun sichtbar gewordene Ergebnis der Planungen wie ein roter Faden durch die Reden. Den Stolz über das Erreichte konnte, und wollte, auch niemand verbergen. Die Handwerker, Planer, Architekten, Ingenieure und Bauleiter wurden ebenfalls nicht vergessen. Ihnen sei es letztendlich zu verdanken, dass die Fertigstellung des Seniorenzentrums St. Franziskus voll im Zeitsoll liegt und mit der angepeilten Eröffnung im Frühjahr 2018 geplant werden kann. Als ein Segen wurde allerseits gewürdigt, dass die bisherige Baumaßnahme von keinem nennenswerten Unfall überschattet wurde, dieses spricht auch für die Qualität aller Beteiligten. Disteldorf bedankte sich bei den Selterser Bürgerinnen und Bürger, sowie beim Stadtrat von Selters, explizit für die bisherige Unterstützung und die damit verbundenen hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. Uhlmeier erklärte in lustiger Art und Weise den amüsierten Gästen, welcher Brauch einem Richtfest zugrunde liegt: Der Bauherr hatte den letzten Nagel einzuschlagen. Die Handwerker, meistens waren es Zimmerleute, hatten den Balken jedoch vorher versteckt. Anschließend wurde mit dem Bauherrn die zu liefernde Menge des Bieres ausgehandelt, ehe der Bauherr dann den letzten Nagel einschlagen konnte. Der Bauherr wurde dann auf den Balken gesetzt und dreimal um den Neubau getragen. Erst dann konnte die feuchtfröhliche Feier beginnen. Nach dem Ende der Ansprachen begaben sich die Hauptbeteiligten nach draußen, um in einen knüppelharten Eichenbalken, jeder für sich, einen 10 Zoll-Nagel (25 cm) mittels eines Schalhammers einzuschlagen. Alle gaben sich die größte Mühe, doch bei diesem Kräftemessen war BM Rolf Jung einfach nicht zu schlagen. Den traditionellen Richtspruch „Mit Gunst und Verlaub“ wurde sodann von dem Zimmermann Marcel Huhmann vorgetragen, der anschließend ein gefülltes Glas Schnaps zu sich nahm und dieses Glas dann aus luftiger Höhe auf den Boden warf, wo es natürlich zerbrach. Scherben sollen ja bekanntlich Glück bringen.
Wieder im Trockenen angekommen, nahmen Diakon Dieter Wittemann und Pfarrer Christian Elias die Einsegnung des Gebäudes vor. In kurzen Gebeten wurde der Segen Gottes für das Seniorenzentrum erbeten und die Sinnhaftigkeit des Bauvorhabens betont. Die kurze Einsegnungszeremonie endete mit dem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis, dem „Vater unser“.
Anschließend wurde ein kleiner Imbiss gereicht, heiße Gemüse-oder Kartoffelsuppe waren bei der nasskalten Witterung genau das Richtige. Kaffee und kleine Kuchenstücke rundeten ein überaus gelungenes Richtfest ab. Nach dem offiziellen Ende saßen noch viele Bürgerinnen und Bürger zusammen, auch um sich darüber zu informieren, welche Möglichkeiten, und natürlich auch Kosten, ein Aufenthalt im Seniorenzentrum mit sich bringen würde.
Miteinander im Quartier
So lautet das Motto der Seniorenresidenz St. Franziskus in Selters. Es entstehen 85 Plätze zur stationären Pflege in Voll- und Kurzzeit, zusätzlich 13 seniorengerechte Wohnungen. Eine angegliederte Tagespflege mit zwölf Plätzen ergänzt die Angebots-Palette. Bei der vollstationären Pflege ist das oberste Gebot, dass die Bewohner durch eine eigenständige Lebensführung ihr Leben nach den eigenen Möglichkeiten selbst weiter gestalten zu können. Ein ganz wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass Bewohner, die bisher selbstständig in einer Service-Wohnung gelebt haben, im Falle einer zunehmenden Pflegebedürftigkeit in die stationäre Pflegeeinrichtung wechseln können. Der Vorteil liegt auf der Hand, ein Wechsel in eine andere Einrichtung entfällt, da die Bewohner die vertraute Umgebung im Seniorenzentrum St. Franziskus nicht verlassen müssten und in gewohnter Umgebung ihren Lebensabend verbringen können.
Nach der Fertigstellung des Objektes dürfte das Seniorenzentrum ein weiteres Positivum für die Weiterentwicklung der Stadt Selters sein, besteht doch im Bereich der Pflege ein enormer Nachholbedarf. Dieser Umstand tritt immer häufiger zutage, durch demographische und gesellschaftliche Veränderungen. Insoweit hat Selters einen Schritt in die richtige Richtung gewagt.
Pfarrer Elias (r.) und Diakon Wittemann bei der Einsegnung
Elisabeth Disteldorf mit dem eigens für das Richtfest angefertigten Schalhammer.
Der Zimmermann Marcel Huhmann beim Richtspruch.
BM Jung, erkennbar stolz bei seiner Ansprache.
