Exkursion des Vereins Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig in den Westerwald
Erst die Abtei Marienstatt, dann Hachenburg
Swisttal-Odendorf. Das interessante Programm, die vorbildliche Organisation und die umsichtige Betreuung durch den Vorstand des Zehnthausvereins haben unsere Exkursion in den Westerwald wieder zu einer rundum gelungenen Veranstaltung werden lassen“, zog Adelheid Schneider abends nach Rückkehr aus Hachenburg Bilanz. Ein anspruchsvoller und abwechslungsreicher Tag lag hinter den Busreisenden. Nach einer vorbereitenden Einführung in die Geschichte der mittelrheinischen Dynastenfamilie der Grafen von Sayn hatte der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig seine Mitglieder, Freunde und Förderer zu einer Exkursion zur Zisterzienser-Abtei Marienstatt und nach Hachenburg eingeladen. Das Kloster Marienstatt war eine Gründung der Grafen von Sayn, Hachenburg war über lange Jahre Residenz des Grafengeschlechts und wurde in dieser Zeit maßgeblich von ihm geprägt.
Für den Vortrag wie für die Betreuung der Exkursion hatte der Zehnthausverein den Historiker Dr. Jens Friedhoff, Stadtarchivar von Hachenburg und profunder Kenner mittelrheinischer Adelsgeschlechter gewonnen. Der Vormittag der Exkursion war mit intensiver, aber locker und leicht verdaulich präsentierter Information über das Kloster Marienstatt mit Besichtigung der Abtei und der Außenanlagen gefüllt. Nach dem Essen stand in Hachenburg zuerst das Gräfliche Schloss auf dem Programm, das heute die Fachhochschule der Deutschen Bundesbank beherbergt. Das Schloss hat den Zweiten Weltkrieg fast unversehrt überstanden; das gilt grundsätzlich auch für Hachenburg als Ganzes. Da es hier keine kriegswichtige Industrie gab, sind hier nur zwei Brandbomben gefallen, die verhältnismäßig wenig Schaden anrichteten. So kann sich die Stadt noch heute einer historischen, geradezu malerischen Innenstadt mit fast nur Fachwerkbauten erfreuen. Nach einem Stadtrundgang führte Friedhoff die Besucher im „Historischen Rathaus“ durch eine Ausstellung mit Exponaten aus 700 Jahren Stadtgeschichte, ein Jubiläum, das Hachenburg in diesem Jahr feiert. Im „Vogtshof“ besuchte die Gruppe eine umfangreiche und vielfältige Ausstellung mit Bildern von Emil Heuzeroth, einem Westerwälder Künstler und Ehrenbürger von Hachenburg.
Nach so viel Information freuten sich alle über die noch verbleibende Zeit zur freien Verfügung, die zum intensiven Besuch von Cafés und Eiscafés genutzt wurde. Und es gab noch einen Grund zur Freude: Es hatte den ganzen Tag über nicht einmal geregnet. Wie heißt es? Wenn Engel reisen.
