Allgemeine Berichte | 07.03.2025

Internationaler Reitclub Bad Godesberg e.V.: Lebensrettende Kenntnisse für den Notfall

Erste-Hilfe am Pferd

An der Verbandstation lernten die Teilnehmer, wie man Standard- und Hufverbände anlegt. Foto: privat

Berkum. Während Erste-Hilfe-Kurse für Menschen längst zur Routine gehören - sei es beim Erwerb des Führerscheins oder als regelmäßige Auffrischung im Berufsleben - bleibt ein wichtiger Bereich oft unbeachtet: die Notfallversorgung unserer vierbeinigen Gefährten. Dieser Lehrgang setzte genau hier an und rückte die Erste Hilfe für Pferde in den Fokus.

Ähnlich wie bei Menschen können auch bei Pferden schnelles Handeln und fundiertes Wissen in Notsituationen den entscheidenden Unterschied machen.

Der Kurs verdeutlichte, dass die Prinzipien der Ersten Hilfe, die wir für unsere Mitmenschen als selbstverständlich erachten, ebenso auf die Versorgung von Pferden anwendbar und von unschätzbarem Wert sind.

Theorie trifft Praxis: Einganzheitlicher Ansatz

Der Kurs, der knapp 20 engagierte Teilnehmer anzog, richtete sich an ein breites Spektrum von Pferdeliebhabern – von erfahrenen Reitern über Stallpersonal bis hin zu passionierten Pferdefreunden. Ziel war es, den Teilnehmern nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern sie auch praktisch auf Notfallsituationen vorzubereiten.

Im theoretischen Teil des Kurses tauchten die Teilnehmer tief in die Welt der equinen Notfallmedizin ein. Anhand von detaillierten Bildern und praxisnahen Fallbeispielen lernten sie, kritische Symptome zu erkennen und einzuordnen. Die Kursleiter betonten dabei immer wieder, wie entscheidend es ist, im Notfall die richtigen Informationen an den Tierarzt weitergeben zu können.

Hands-on im Stall:Praxis macht den Meister

Der Höhepunkt des Tages war zweifellos der praktische Teil, der die Teilnehmer direkt in den Stall führte. An drei sorgfältig konzipierten Stationen konnten sie ihr neu erworbenes Wissen direkt anwenden:

1. An der Anatomie-Station entdeckten die Kursteilnehmer die Feinheiten des Pferdekörpers. Die komplexe Struktur des Pferdekörpers wurde hier anschaulich vermittelt, was das Verständnis für mögliche Verletzungsstellen und deren Gefahrenpotenzial deutlich verbesserte.

2. Die Vitalparameter-Station forderte Präzision und Ruhe. Unter fachkundiger Anleitung übten die Teilnehmer, Atmung, Puls und Temperatur bei Pferden korrekt zu messen. Die Bedeutung dieser grundlegenden Messungen für die Einschätzung des Gesundheitszustandes wurde dabei besonders hervorgehoben. Es ist immer gut, die Vitalparameter erheben und richtig einschätzen zu können.

3. An der Verbandstation lernten die Teilnehmer, wie man Standard- und Hufverbände anlegt. Die Wichtigkeit eines korrekt sitzenden Verbands für den Heilungsprozess stand dabei genauso im Fokus, wie das anschließende Feedback durch die Trainerin.

Der Erfolg des Kurses ist nicht zuletzt der Tierarztpraxis Winand und dem Engagement der Trainerinnen Stephanie Wyrwoll, Sabrina Schmitz und Michelle Sieburg zu verdanken. Ihre Fachkenntnis und Leidenschaft für die Pferdemedizin waren für alle Teilnehmer spürbar und trugen maßgeblich zur positiven Lernatmosphäre bei. Eine Teilnehmerin fasste ihre Erfahrung zusammen: „Der Kurs war sehr interessant und lehrreich. Ich habe viel Neues gelernt und fühle mich jetzt gut vorbereitet, falls mit meinem Pferd mal etwas sein sollte“. Der Lehrgang markiert einen wichtigen Schritt in der Verbreitung von Erste-Hilfe-Kenntnissen für Pferde. Er zeigt, dass fundiertes Wissen und praktische Fähigkeiten in der Notfallversorgung nicht nur für Menschen, sondern auch für unsere treuen Vierbeiner von unschätzbarem Wert sind. Mit Kursen wie diesem wird nicht nur das Wohlergehen der Pferde verbessert, sondern auch das Bewusstsein für ihre besonderen medizinischen Bedürfnisse geschärft. Es bleibt zu hoffen, dass solche Initiativen in Zukunft noch mehr Verbreitung finden – zum Wohle der Pferde.

An der Verbandstation lernten die Teilnehmer, wie man Standard- und Hufverbände anlegt. Foto: privat

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