Stadtrat beschäftigt sich mit Situation der Kinderbetreuung
Erweitertes Angebot der Kitas soll Familien flexibler machen
Auch personell und baulich verändert sich einiges in den Kindertagesstätten der Kreisstadt. Mehr Ganztagsplätze in Planung
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit der Situation der Kinderbetreuung in der Kreisstadt beschäftigte sich der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium stimmte einer Reihe von Verbesserungsmaßnahmen zu. „Es tut sich einiges im Kindergartenbereich“, freute sich CDU-Sprecherin Dr. Annette Gies. Zunächst habe sich die Platzsituation durch die in Angriff genommenen Erweiterungen entspannt und werde durch die in Aussicht stehende Vergrößerung der katholischen Kindertagesstätte Sankt Pius eine zusätzliche Aufstockung erfahren. Weitere Potenziale gebe es in der Kindertagesstätte Miki und Sausewind. Das Gesamtangebot werde also effektiv weiterentwickelt, aber auch die Anzahl der Ganztagsplätze werde vorangebracht. Damit könne die Betreuungssituation für die Familien weiter flexibilisiert und erweitert werden. „Auch hier wird die Stadt ihre Hausaufgaben machen und weitere Ganztagsplätze schaffen“, versprach sie.
Interkulturelle Arbeit wird unterstützt
Zudem verändere sich auch personell und baulich einiges in den Kindertagesstätten. So werde der Personalschlüssel der Kita „Sterntaler“ aufgestockt, um die interkulturelle Arbeit dort zu unterstützen. Weiter stünden Bau- und Sanierungsmaßnahmen in der Kita Sankt Pius und dem Blondine-Merten-Haus an. „Die Stadt bleibt im Bereich der Kinderbetreuung aktiv und am Puls der Zeit“, so Gies, die die Unterstützung der CDU-Fraktion versprach. Die dem Stadtrat vorgelegte Belegungsübersicht der einzelnen Kindertagesstätten zeigte, dass die Platzkapazitäten in den Einrichtungen bis Ende des Kindergartenjahres 2017/2018 beinahe vollständig ausgeschöpft sein werden. Lediglich einige wenige Restplätze werden aus heutiger Sicht bis dahin aus organisatorischen Gründen noch nicht vergeben sein. Grundsätzlich habe sich durch die bereits verwirklichten Gruppenerweiterungen, etwa in der Evangelische Kindertagesstätte Arche Noah und in der Kita St. Lambertus Gimmigen, die Situation in der Stadt entspannt.
19 Kinder können nicht untergebracht werden
Rein statistisch werden dennoch bei 959 zur Verfügung stehenden Betreuungsplätzen bis zum Ende des Kindergartenjahres 978 Plätze benötigt. Das bedeute, dass 19 Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz nicht in einer Einrichtung aufgenommen werden könnten. Um den bestehenden Bedarf an Betreuungsplätzen decken zu können, aber auch, um den Kindertagesstätten und den Eltern mehr Flexibilität zu ermöglichen, soll die bestehende katholische Kindertagesstätte St. Pius um insgesamt drei Gruppen erweitert werden. Hierzu liegt zwischenzeitlich die Entwurfsplanung für das Projekt „Integratives Mehrgenerationen Quartier“ vor.
Erweiterungsmöglichkeiten im Gespräch
Erweiterungsmöglichkeiten bietet auch die Kindertagesstätte MIKI. Bei einem Gespräch mit der Leitung der Einrichtung sowie des Trägervertreters sei eine Erweiterung um eine Gruppe in Aussicht gestellt worden. Dieses Angebot soll insbesondere mit Blick auf die städtebaulichen Entwicklungen bedarfsorientiert weiterverfolgt werden. Aktuell zeichne sich eine steigende Nachfrage nach zusätzlichen Betreuungsplätzen im U3-Bereich im Stadtteil Ramersbach ab. Sofern dieser Bedarf mit den vorhandenen Möglichkeiten nicht gedeckt werden kann, gibt es erste Überlegungen, die Platzkapazitäten im Kindergarten „Sausewind“ zu erweitern, gegebenenfalls durch eine Umwandlung der vorhandenen Turnhalle.
Der Jugendhilfeausschuss im Kreis Ahrweiler habe ab 2018 die Quote für die Ganztagesplätze in Kindertagesstätten von bisher 40 auf 50 Prozent erhöht. Derzeit liege die Ganztagsplatzquote für die gesamte Kreisstadt bei knapp 40 Prozent. Eine Abfrage bei allen Kindertagesstätten bezüglich einer Erhöhung der Ganztagesquote habe folgendes Ergebnis gebracht:
Städtische Kindergärten wollen aufstocken
Die Kindertagesstätten in kirchlicher oder freier Trägerschaft verzichten derzeit auf eine Erhöhung ihrer Ganztagsplätze, da die aktuelle Quote entweder schon überschritten ist, der Bedarf nicht gegeben sei oder das Fehlen räumlicher und personeller Ressourcen eine Ausweitung der Ganztagsbetreuung aktuell nicht möglich macht. Die beiden städtischen Kindertagesstätten „Sterntaler“ in Heimersheim und „Rappelkiste“ in Bachem wollen hingegen bedarfsgerecht die Anzahl an Ganztagsplätzen erhöhen und damit die 50-Prozent-Quote erreichen. In der „Rappelkiste“ bedeute dies eine Aufstockung von derzeit 35 auf künftig 43 Plätze - ohne zusätzliche Zuweisung von Personal. Im „Sterntaler“ gebe es eine Aufstockung von 34 auf 39 Plätze mit einer Erhöhung des Personalschlüssels um eine Viertel-Stelle. Die Kita „Sausewind“ habe mit 15 Ganztagsplätzen die 50 Prozent-Quote bereits überschritten.
Mehr Personal für Integrationsarbeit
In der Kita „Sterntaler“ seien derzeit 41 Kinder mit Migrationshintergrund angemeldet. Zur Bewältigung der umfassenden Aufgaben der interkulturellen Arbeit soll der bereits bestehende Personalschlüssel um eine halbe Stelle ergänzt werden. Die zusätzliche Stelle soll Anfang 2018 besetzt werden. Die durch die Anhebung des Personalschlüssels entstehenden Kosten werden zu 100 Prozent über den Personalkostenzuschuss durch den Kreis Ahrweiler gedeckt, so Bürgermeister Guido Orthen (CDU).
Geplant seien auch einige Bau- und Sanierungsmaßnahmen in Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft. So soll der Fußbodenbelag in der Katholischen Kindertagesstätte St. Pius erneuert werden. Aufgrund der Empfehlungen des Gesundheitsamtes sei die Maßnahme dringend erforderlich. Das Bistum Trier bezuschusst die Sanierung mit 35 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Ein Zuschussantrag wurde auch dem Kreisjugendamt vorgelegt. Bei Gesamtkosten von etwa 30.700 Euro betrage der städtische Anteil rund 10.000 Euro..
JOST
