Allgemeine Berichte | 26.02.2024

Förderverein des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus beschäftigte sich mit demographischem Wandel

Es ist ernst, aber es gibt auch Hoffnung

Nach der Mitgliederversammlung trafen sich einige Teilnehmende im „Klausurgarten“ des Altenheimes, der mit Hilfe des Fördervereins weiter umgestaltet und zu einem reizvollen Aufenthaltsort für die Bewohner im Freien werden soll.  Foto: Uli Schmidt

Horbach. Sind der demographische Wandel und die bedrohliche Alterspyramide ein unbezwingbarer Dämon – oder gibt es zumindest für die Altenpflege und die heimischen Einrichtungen der stationären Pflege im Westerwald eine Zukunft? Antworten auf diese Frage suchte im Hinblick auf die Zukunft des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus (ILH) in Horbach die Mitgliederversammlung des Fördervereines der Einrichtung. Fazit: Es ist ernst, aber es gibt auch Hoffnung, wenn die Weichen in Politik, Gesellschaft und den Trägern des Hauses jetzt richtig gestellt werden.

Wie herausfordernd die Lage bereits heute ist, machte Ernst Merz in seinem einführenden Vortrag zur Arbeit der Pflege-Schiedsstelle-RLP deutlich, deren Vorsitzender er ist. „Wir haben in Deutschland eine weltweit fast einzigartige stabile soziale Sicherung. Im Jahr 2022 wurden insgesamt rund 1.178 Mrd. Euro für soziale Leistungen, davon allein für die Sozialversicherung ca. 700 Mrd. Euro ausgegeben. Das Soziale gehört zu unserer DNA und ist eminent wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so der Präsident des Landessozialgerichts a.D. Jede Pflegeeinrichtung wie auch das IL-Haus handle mit den Kostenträgern einen Vertrag aus, mit dem nicht immer beide Seiten einverstanden sind. „Dann müssen wir bei sich daraus ergebenden Streitigkeiten als 19-köpfige Schiedsstelle, beispielsweise bei Personal- oder Sachkostensteigerungen, über die angemessene Erhöhung der Vergütung von Pflegeeinrichtungen, entscheiden“, so Merz.

Als neue Pflegedienstleitung (PDL) des ILH wurde dann mit Nadine Galke eine erfahrene Fachkraft vorgestellt. Besprochen wurde auch, wie für den jährlichen Arbeitseinsatz „Aktion Wühlmaus“ rund um die Einrichtung wieder mehr jüngere Helfer/innen gewonnen werden können. Vorstandsmitglied Franz-Josef Jung plädierte dafür, weiter in Kooperation mit dem Sportverein für eine Fortsetzung zu werben. Bei der Umsetzung des Konzeptes für einen „Campus Ignatius-Lötschert-Haus“ warten die Fördermitglieder auf eine zeitnah erwartete Aussage zur weiteren Verwendung der bestehenden Altbausubstanz. Wie es mit dem Seniorenprojekt „555 Schritte – fit bis ins höchste Alter“ weitergehen kann, ist noch offen – es fehlen Sponsoren, Aktive und interessierte Senioren und Seniorinnen aus dem Buchfinkenland, die diese bis vor Corona erfolgreiche Initiative wieder starten wollen.

Leider ist seit Ausbruch der Pandemie auch die Zahl der fördernden Mitglieder auf 150 zurückgegangen. „Mit 300 Mitgliedern könnten wir für die Bewohner/innen mehr tun, als mit den 6.000 Euro, die uns durch Beiträge und Spenden jetzt pro Jahr zur Verfügung stehen, aber wir wollen nicht klagen“, meinte Kassenführer Hubert Kleppel. Er wies im Kassenbericht darauf hin, dass in den vergangen Monaten neue Holzsitzbänke, ein Plaudertisch, eine mobile Partybox sowie weiterhin ein regelmäßiges Gedächtnistraining gefördert werden konnten. Auf Vorschlag der Kassenprüfer Hermann Josef Schneider und Willi Wirges wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Heimleiter Chris Martin freute sich über einen spontan gefassten Mitgliederbeschluss, für die dringend notwendige Anschaffung eines für die Tagespflege notwendigen neuen Kleinbusses 5.000 Euro bereitzustellen. „Jetzt müssen wir mehr Mitglieder werben, damit wir nicht schon im Sommer kein Geld mehr für andere sinnvolle Projekte haben“, meinte eine Teilnehmerin. Über viele erfolgreiche verlaufene Aktionen und Veranstaltungen im letzten Jahr sowie noch mehr Pläne für 2024 berichtete Vorsitzender Uli Schmidt. „Wir werden uns in einer Diskussionslesung mit der ‚Altenrepublik‘ beschäftigen, am 19. September erwartet uns eine Theatervorführung zum Thema Demenz und wir hoffen, am 10. Januar 2025 wieder zu einem normalen Neujahrsempfang einladen zu können“, so Schmidt. Er dankte allen Beschäftigen im Haus für die engagierte Arbeit, dem Vorstand für das ehrenamtliche Engagement und allen Vereinsmitgliedern für ihre finanziellen und ideellen Beiträge. Um dann im Schlusswort allen Anwesenden zu danken: „Zuletzt herzlichen Dank an alle, die heute gekommen sind, um gemeinsam zu überlegen, wie wir noch mehr für unsere alten und pflegebedürftigen Menschen hier im Buchfinkenland tun können!“

Nach der Mitgliederversammlung trafen sich einige Teilnehmende im „Klausurgarten“ des Altenheimes, der mit Hilfe des Fördervereins weiter umgestaltet und zu einem reizvollen Aufenthaltsort für die Bewohner im Freien werden soll. Foto: Uli Schmidt

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