Allgemeine Berichte | 15.05.2019

AWO Ortsverein Remagen und Kripp feierten 100-jähriges Jubiläum der AWO und mehr als 40 Jahre „Fundgrube“ Remagen

„Es ist gut, dass es die AWO gibt...“

SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles gratulierte als Mitglied des Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler

Kreisbeigeordneter Horst Gies übergibt die Ehrenurkunde des Kreises an den AWO-Vorsitzenden Lorenz Denn. Fotos: -AB-

Remagen. Einen offiziellen Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der AWO, der Arbeiterwohlfahrt, einem der sechs Spitzenverbände in der freien Wohlfahrtspflege und mit rund 210.000 hauptamtlichen Mitarbeitern einer der großen Arbeitgeber in Deutschland, feierte am Samstag der AWO Ortsverein Remagen und Kripp um Vorsitzenden Lorenz Denn in der Sankt Anna Kapelle. Gleichermaßen wurde auch das mehr als 40-jährige Jubiläum der „Fundgrube“ der AWO Remagen und Kripp gefeiert. Die „Fundgrube ist seit ihrer Gründung eine ganz wichtige Anlaufstelle für Menschen mit kleinem Budget. Ob Kleidung, Schuhe oder Wäsche, für ganz wenig Geld bekommen Menschen dort das dringend Benötigte. Und aus dem Erlös werden dann auch noch jährlich soziale Einrichtungen mit einer Spende bedacht. So galt im offiziellen Festakt natürlich dem „Fundgruben-Team“, allen voran Christine Wießmann und Motee Spanier, ein ganz herzlicher Dank für ihren zigjährigen ehrenamtlichen Einsatz. Die „Fundgrube“, so die Bürgermeisterchronik, entstand 1976 als „Teestube“ mit Tauschmöglichkeit für Kleidung mit einem Raum in der „alten Mädchenschule“. Nach drei Umzügen fand die „Fundgrube“ ihre feste Anlaufstelle in großzügigeren Räumlichkeiten in direkter Nähe der Sankt Anna Kapelle. Wie wichtig die Fundgrube für viele Menschen ist, belegt allein die Zahl von rund 3000 Kunden pro Jahr.

In seiner Begrüßung hieß der AWO-Ortsvereinsvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Lorenz Denn nach dem Sektempfang mit Imbiss neben zahlreichen Gästen in der vollbesetzten Sankt Anna Kapelle die SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles, den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der AWO Rheinland Tobias Zejewski, den ersten Kreisbeigeordneten in Vertretung von Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Landtagsabgeordneten Horst Gies und Bürgermeister Björn Ingendahl herzlich willkommen.

Zur „Fundgrube“

Sein weiterer besonderen Gruß galt den aktuellen und ehemaligen Helfern und Helferinnen aus der Fundgrube. Mit Monique Brouwer, Christine Wießmann und Motee Spanier nannte Lorenz Denn drei Damen der „ersten Stunde“ der Fundgrube. Christine Wießmann war zudem die erste Vorsitzende des AWO Ortsvereins Remagen und Kripp in den ersten zehn Jahren. Motee Spanier, die von 1976 an ihren Dienst in der Fundgrube leistet, war Vorsitzende des Ortsvereins von 1999 bis 2005 und Monique Brouwer war Vorsitzende von 1990 bis 1999. Ein herzliches Dankeschön galt der Stadt Remagen für ihre jahrzehntelange Unterstützung und Bürgermeister Björn Ingendahl, der sich bereits vor seiner Amtseinführung die Zeit genommen habe, sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der „Fundgrube“ zu machen. Dank galt auch Schwester Maria Lay von Nonnenwerth, der Hausherrin der Kapelle und somit Nachbarin, für diesen herrlichen Raum zum Feiern. Ein herzliches Willkommen galt auch allen Vertretern von Vereinen und Institutionen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig Spenden aus den Erlösen der Fundgrube bekommen hätten. Im Kreis Ahrweiler, so Lorenz Denn sei die AWO mit sechs Ortsvereinen und rund 600 Mitgliedern vertreten und zwar mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Angeboten. Das bundesweite Jubiläum der AWO sei für den Ortsverein Remagen und Kripp Anlass das unrunde Jubiläum der Kleiderkammer, der Fundgrube, zu begehen. Im Detail ging Denn auf die Fundgrube ein, während Andrea Nahles und Tobias Zejewski das Jubiläum der Arbeiterwohlfahrt näher beleuchteten. Die Fundgrube, so Denn, schaue auf eine mehr als 42-jährige bewegte Geschichte zurück. In vier städtischen Gebäuden habe sie ihre Bleibe gehabt, bevor 2010 die Geschäftsräume am jetzigen Standort angemietet werden konnten.

„Einerseits ist es beachtlich auf mehr als 40 Jahre zurückzublicken, andererseits ist es für die Gesellschaft letztlich aber auch beschämend, dass die Arbeit nicht überflüssig geworden ist; ganz im Gegenteil: immer mehr Menschen sind auf das Angebot angewiesen. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, aber es werden schon an die 3000 Kunden sein, die im Jahresverlauf unseren Laden aufsuchen und sich mit Kleidung eindecken.

Mein Dank gilt allen Damen der Fundgrube, die in ungezählten Stunden die ehrenamtliche Arbeit leisten oder geleistet haben. Ich weiß, die Arbeit ist nicht immer leicht“, hob der Vorsitzende die große Bedeutung der Fundgrube hervor. Dank gelte auch den Kunden, die mit ihren Kleinstbeträgen Spenden möglich gemacht hätten. Dank gelte aber auch den vielen Menschen, die die Kleidung der Fundgrube spenden würden. Ganz herzlich lud Lorenz Denn für die Zeit nach dem offiziellen Festakt zum Kinderfest und in die geöffnete Fundgrube ein. Sein Dank galt aber auch dem Trio Nonnenwerth, Kira Giebel, Gesang, Mark Braun, Klavier und Valentin Bücherl, Percussion, die zwischen den Reden mit Liedern der letzten 100 Jahre, für Begeisterung sorgten und mehrfach spontanen Applaus einheimsen durften.

Andrea Nahles ging in ihrer Rede auf die Rolle der Frau ein

SPD-Bundesvorsitzende und Mitglied des AWO-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler Andrea Nahles betonte, dass die AWO ursprünglich eine Arbeitsgruppe des SPD-Parteivorstands gewesen sei. Ihre Gründerin Marie Juchacz sei die erste Frau in einem SPD-Vorstand gewesen. Zudem habe sie als erste Rednerin am 19. Januar 1919 in einem deutschen Parlament gesprochen. In ihrer weiteren Rede ging Nahles auf die Rolle der Frau ein. So nannte sie das Jahr 1970. Bis zu diesem Zeitpunkt seien nichteheliche Kinder und ihre Mütter schlechter gestellt gewesen als eheliche Kinder und deren Mütter. Bis 1977 hätten Frauen nur mit Zustimmung ihrer Ehemänner arbeiten dürfen und erst seit 1997 sei die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt worden. Mit Blick auf die Meilensteine der Frauenbewegung schloss sie mit den Worten „Wir sind noch nicht am Ende“. Den AWO-Mitgliedern galt ihr herzlicher Dank.

Die caritativen Hilfen der AWO

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Tobias Zejewski sprach über die caritativen Hilfen der AWO und über die politische Bildung der AWO. Bei der Hilfe, die die AWO den Menschen zukommen lasse, werde nicht auf Herkunft oder Konfession geschaut. Wichtig war Zejweski auch, dass die Werte der AWO dazu verpflichten würden, sich dem rechten Gedankengut in den Weg zu stellen. „Ich freue mich schon jetzt darauf, euch beim Tag der Demokratie in Remagen wiederzusehen. Die AWO sei ein großer Anbieter auch in der Altenhilfe. Was Zejewski ein Dorn im Auge war, war, dass mit der Pflege von Menschen finanzieller Gewinn erwirtschaftet werde. Bei Pflege und Fürsorge könne es nicht um Gewinn gehen, das gehe immer zu Lasten der Arbeitnehmer und damit auch der Pflege. Ziel der AWO sei es, das Leben der Menschen ein wenig zu verbessern. „Ich liebe die AWO, aber es ist schade, dass man sie heute noch so dringend braucht. 100 Jahre AWO, wir machen weiter. Das ist sowohl ein Versprechen, als auch eine Drohung“, schloss Zejewski.

Horst Gies übergab die Ehrenurkunde an Lorenz Denn

Kreisbeigeordneter Horst Gies ging in seiner Gratulation auf das große Angebot der AWO ein, von den Kinder- und Jugendfreizeiten bis hin zum Betrieb der Fundgrube. Auch im Jugendhilfeausschuss setze sich die AWO seit vielen Jahren engagiert für die Belange von Kindern und Jugendlichen aus der Region ein. „Die AWO ist bei uns im Kreis Ahrweiler ein nicht mehr wegzudenkender Eckpfeiler der sozialen Infrastruktur und leistet eine unverzichtbare Arbeit zum Zusammenhalt der Gesellschaft, und das ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit“, betonte Gies.

Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung übergab er Lorenz Denn die gerahmte Ehrenurkunde des Kreises Ahrweiler. „Als letztem Redner genieße ich das Privileg der Kürze“, betonte Bürgermeister Björn Ingendahl in seiner Ansprache. Die AWO habe sich auf die Fahne geschrieben, dass sie sich für die Menschen einsetze, die am Rande der Gesellschaft leben. Wenn es die Fundgrube nicht gebe, müsste man sie erfinden. Ingendahl dankte allen Engagierten in der AWO und gratulierte mit einer kleinen Finanzspritze. Er wünschte der AWO alles Gutes und dass sie noch viele Jahre mit ihrer wichtigen Arbeit weiter existiere. Im Anschluss genossen die Gäste Kaffee und Kuchen sowie das Kinderfest im Freien zwischen der Kapelle und der Fundgrube, dass vom Jugendbahnhof und den Pfadfinderinnen des Albert Schweitzer Stammes organisiert wurde. Natürlich hatten die vielen Gäste auch die Gelegenheit, sich in der Fundgrube umzusehen. AB

Zum Jubiläum kamen viele Ehrengäste.

Zum Jubiläum kamen viele Ehrengäste.

Kreisbeigeordneter Horst Gies übergibt die Ehrenurkunde des Kreises an den AWO-Vorsitzenden Lorenz Denn. Fotos: -AB-

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