Erinnerung an die Bütten-Asse der Region im Hinblick zum bevorstehenden Beginn der Karnevalssession 2020/2021
Es wäre so schön gewesen
Region. Wie mittlerweile jeder weiß, sind die Karnevalsaktivitäten, die meisten am 11.11. eines Jahres beginnen, abgesagt. Und jeder vernünftig denkende Mensch wird es einsehen, das dies in diesen „Corona Zeiten“ auch gut so ist. Aber wie nehmen es die Akteure, die landauf ´, landab ihren Frohsinn in der Bütt versprühten und sicherlich auch wieder mit viel närrischem Herzblut gewürzt, versprühen wollten, auf. Denn ein Vortrag benötigt Vorlaufzeit. Eigentlich wären diese Spitzennärrinnen und –Narren jetzt so mitten in der Arbeit, sei es mit Rhetorischen- oder gar Gesangsvorträgen. Sei´s drum, da macht sich so jeder seine Gedanken. Aber, das ist einfach so - Ein echter Karnevalist vermittelt das Weinen genauso wie das Lachen und den Frohsinn oder gar die Traurigkeit, dann wenn man, wie in dieser Session eben auf tosenden Applaus, das „Brot des Künstlers“ verzichten muss.
Werner Blasweiler, der mit seiner Figur des „Dr. Blasenweiler“ quasi zum „Kult“ avancierte: „Ich kann mir schon vorstellen, das es den Akteuren in den Fingern juckt und kribbelt. Viele hatten lange Planung, für ihre zündende Idee. Da blutet natürlich das Herz“. Für Blasweiler ist der Ausfall allerdings persönlich nicht so dramatisch. Er hatte sowieso für die nächste Session keinen Auftritt geplant.
Helmut Spitzlei, der „Hausmeister“ der Ettringer Galasitzung: „Das ist natürlich eine verzwickte Situation. Den Akteuren wird sozusagen der Spaß genommen. Andererseits trägt die Verbreitung des Frohsinns auch zum Wohlsein, ja fast zur Gesundung der Menschen bei. Wenn ich aber jetzt in der Corona Zeit abwägen würde zwischen Halligalli oder Gesund bleiben, würde ich mich natürlich für das Letztere entscheiden. Natürlich habe ich schon meine „Hausmeister-Gags“ in petto. Und da wäre auch noch einiges dazu gekommen. Wir sind in Ettringen sowieso stolz, viele karnevalistische Eigengewächse zu besitzen. Dann gibt’s 2022 eben eine Supersitzung bei uns am Hochsimmer. Denn Frohsinn braucht jeder – nicht nur in der närrischen Zeit.
Walter Geisen das Büttenass bei dem auf der Alzheimer Sitzung kein Auge trocken blieb: Ein Mann, der schon im Kindesalter bei den närrischen Umzügen vom Virus Karnevalitis infiziert wurde. Er steht seit mehr als einem Vierteljahrhundert als Redner mit diversen Büttenreden oder hochwertigen Zwiegesprächen auf der Bühne. Geisen führt auch immer die Moderation der Hitparade „Alzheimer Junge“ durch. Ob bei seinen Auftritten als Feuerwehrmann, als Schildkröte im Geldautomaten, als Ehemann im Duo „Alzheimer Originale“ mit der passenden Eheberatung, als „Ton“ im Duo „Trin und Trin“ sowie bei Auftritten der Ginsterblums. Für ihn ist aber klar: Die Gesundheit aller geht vor. Obschon er verriet, was er mit seiner Partnerin wieder alles in Petto hatte. Er und Heike Thomas hatten wieder das „Ehepaar Ginsterblum“ einstudiert. Doch was solls: „So gehen wir noch ausgefeilter in die Session 2022. „Jetzt bleibt uns noch mehr Zeit zum Üben“, so der Erzkarnevalist.
Helmut Lung, der begnadete Kottenheimer Bühnen- und Wagenbauer, sieht das Ganze mit viel Optimismus. „Wir hatten schon viele Teile für den Wagen mit einem Chinesischen Drachen in Arbeit. Der Kopf war sozusagen fix und fertig. Diese Situation, die eben nicht zu ändern ist, macht mich und meinen Gehilfen, Herbert Münch, natürlich traurig. Da brauchen wir uns für 2022 keine großen Gedanken zu machen“, verrät der Spitzenmann in Sachen Kreativität. Für ihn ist quasi das ganze Jahr über Karneval. Er sieht in der Corona Zeit noch etwas Gutes: „Wir können jetzt in Ruhe arbeiten – Et schwätzt uss käne erenn“.
Stefan Slotnick, Er hätte in dieser Session sein 55. Jahr als Büttenredner zu feiern. Geht nun leider nicht. Aber gefeiert wurde er immer dieser Ausnahme-Büttenredner, der gekonnt aus „Klaane Verzellche“ janz „Gruße Verzellche“ machte. „Ich hatte schon Zweidrittel meines Vortrages fertig, und ich würde am liebsten sofort loslegen: Ansage, Einmarsch, Frohsinn, Tusch und Applaus. Geht leider nicht. Ich zehre von meinem ewig sagenhaften Publikum, Das kann mir keiner nehmen“, so Slotnik, der liebenswürdige Mann mit der Roten Nase.
Duo Frank Pauken/Michael Haupt. „Jetzt wollten wir mal den heutigen „Zeitgeis“ so richtig ferm auf die Schippe nehmen und Freude unter das närrische Volk katapultieren. Da – jetzt haben wir alles in die Fastnachts-Schublade verschwinden lassen. Das Fernsehreife Duo, zwei Karnevalsikonen mit Herzblut, war vom internationalen Publikum in Kottenheim jedesmal schon mit Spannung erwartet worden. Und so wäre es mit Sicherheit auch jetzt wieder gewesen. Kein Wunder, wenn zwei Stimmungskanonen losgelassen sind. Aber, so die Beiden: „Der Schutz des Publikums geht in einer solchen Zeit vor“. Frank und Michael bleiben jedenfalls weiterhin lustig und froh – wie die Möpse im Palletot. Versprochen ist versprochen.
Dieter Garm. „Nau ess de Arwet jemacht, un wail lait alles off Halde. Es ist schon ein trauriges Kapitel, wofür, und da bin ich mir sicher, auch jeder Karnevalist Verständnis haben muss. Aber die Hoffnung bleibt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich wäre in dieser Session nicht mit aktiv gewesen, aber im Innern ist man mit dabei, man fühlt mit. Einmal Karnevalist – immer Karnevalist“, so der Knüller-Fastnachter einer jeden Sitzung.
BS
Als „Waltraud und Lisbeth“ kennt man Heike Thomas und Walter Geisen.
In der kommenden Session würde Stefan Slotnick sein 55. Jahr als Büttenredner feiern.
Helmut „Bob“ Spitzlei wurde sogar einst mit der goldenen Verdienstmedaille des RKK für seine Verdienste im Karneval ausgezeichnet.
Das Duo Frank Pauken und Michael Haupt.
Der kreative Kottenheiimer Hemlut Lung.
Der „Ewige Fastnachter“ Dieter Garm
