Mayener Tierheim platzt aus allen Nähten
Es werden dringend Pflegestellen gesucht!
Mayen. Im Mayener Tierheim herrscht große Platznot: Eine regelrechte Flut von jungen Kätzchen stellt die Mitarbeiter in diesem Jahr vor eine besonders große Herausforderung und bringt das kleine Tierheim aktuell an seine Kapazitätsgrenze. Die Tierschützer suchen händeringend nach vorübergehenden Pflegestellen, um die Lage zu meistern. „Letztes Jahr hatten wir eigentlich das Gefühl, dass es besser wird mit der Katzenpopulation,“ berichtet Tierheim–Mitarbeiterin Kristina Wagner, „wir hatten 2017 deutlich weniger Katzenkinder und –mütter als in den Jahren davor. Dieses Jahr sind wir aber schon ziemlich früh mit der Problematik überfallen worden und es sind auch viele Fälle von verwilderten Katzen darunter. Ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr die Flut an Katzenkindern wirklich extrem ist.“ Meist wüssten Menschen von vielleicht einer oder zwei Katzen auf verlassenen oder kaum frequentierten Grundstücken, „auf einmal entdeckt man dort aber irgendwann eine Katzenmutter mit ihren Jungen“, weiß Kristina Wagner aus Erfahrung. Größtenteils handele es sich dabei um verwilderte Katzen, die unkastriert draußen herumliefen: „Wenn die Kleinen dann mit fünf – sechs Wochen das erste Mal aus dem Nest kommen, ist natürlich direktes Handeln gefragt. Die versuchen wir schnellstmöglich einzufangen, damit sie nicht auch verwildern“, so Wagner. Kürzlich fingen die Tierschützer auf einem Bauernhof 22 erwachsene Katzen und 20 Katzenkinder ein, um sie kastrieren zu lassen. „Da sind jetzt noch immer ein paar Kleine - wir versuchen aktuell, die letzten zu fangen, damit sich das Elend nicht fortsetzt.“ Neben den einkassierten Wildlingen landen aber auch immer wieder Abgabetiere im Mayener Tierheim: „Drei Katzenkinder sind vor wenigen Tagen dazugekommen, weil die Familie es versäumt hat, ihre Katze rechtzeitig kastrieren lassen. Durch einen geplanten Umzug mussten die Tiere jetzt schnell weg“ – unnötiges Leid, dass durch gewissenhafte Planung einfach hätte vermieden werden können.
Die älteren Tiere finden schwerer ein neues Zuhause
„Mittlerweile haben wir alle Zimmer besetzt mit Katzen,“ berichtet Kristina Wagner, „derzeit haben es die erwachsenen Tiere natürlich sehr schwer, vermittelt zu werden, weil die Leute natürlich lieber was Kleines Süßes haben wollen. Da bleiben die Alten, aber auch die jungen Erwachsenen im Alter von ein bis zwei Jahren, einfach zurück.“
In einem der Katzenzimmer wartet Katzendame Hermina schon seit einiger Zeit auf ein neues Zuhause: „Hermina ist etwa zehn Jahre alt und eine unglaublich liebenswerte Katze“, schwärmt Kristina Wagner. Nicht nur aufgrund der angespannten Platzsituation im Tierheim wünscht die Tierschützerin Hermina ganz bald einen Platz bei liebevollen Menschen: „Hermina ist so genügsam und zufrieden, wenn sie nur in ihrem Körbchen liegen darf. Sie freut sich über jede Zuwendung – und natürlich auf ihr Futter,“ schmunzelt Kristina Wagner und streichelt der schnurrenden Hermina den Kopf. Gerade alte Tiere sollten nicht im Tierheim leben müssen – „die Auswahl an jungen Kätzchen verschlechtert die Vermittlungschancen für Tiere wie Hermina zusätzlich,“ bedauert Wagner.
Es werden dringend Pflegestellen gesucht!
Aktuell sucht das Mayener Tierheim händeringend nach Pflegestellen für einige der Samtpfötchen: „Besonders würden wir uns über Stellen für verwaiste Katzenkinder freuen“, sagt die Tierschützerin, „einige von ihnen müssen etwas aufgepäppelt werden, um zu Kräften zu kommen. Das raubt Zeit, die wir einfach nicht haben.“ Auch für ältere Katzen und Katzenmütter mit ihren Kindern sucht der Tierschutzverein nach Pflegestellen. „Natürlich freuen wir uns, wenn sich Menschen mit Erfahrung melden. Aber auch über Anfänger, die einfach die Zeit haben, sich gut zu kümmern. Jemand, der voll berufstätig ist und 10 Stunden nicht zu Hause ist, ist eher nicht geeignet,“ drückt es Wagner vorsichtig aus. „Menschen, die uns eine Pflegestelle zur Verfügung stellen möchten, brauchen im Grunde nur einen freien Raum mit Fenster, den wir einrichten mit Katzenklo, Kratzbaum und Körbchen – wir stellen alles, auch Futter- und Tierarztkosten werden komplett übernommen.“
Auch andere Tierheime sind überfüllt
Drei pflegeintensive Katzenkinder hat die Haustener Tierschützerin Uta Schrömges kürzlich aufgenommen „Dadurch wurde ein Raum frei – dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Kristina Wagner. Ganz nebenbei müsse das Tierheim auch noch das übliche „Tagesgeschäft“ meistern und Notfälle aufnehmen, die zusätzlich noch vor der Tür stehen. „Momentan stellt sich wirklich die Frage: Was machen wir, wenn jetzt noch eine Fundkatze kommt? Für die braucht man ein freies Zimmer, wo sie zur Ruhe kommen kann. Dann wüsste ich jetzt aktuell nicht mehr, wen ich anrufen könnte,“ auch in anderen Tierheimen sehe die Lage derzeit nicht besser aus. „Wenn wir nur zwei bis vier Pflegestellen für Notfälle einfach im Petto hätten, wäre das eine enorme Entlastung,“ sagt Kristina Wagner.
Kontakt über Tel. (0 26 51) 7 74 38 und E–Mails info@tierheim-mayen.de von Menschen, die dem Tierheim und seinen Schützlingen mit einer Pflegestelle aushelfen möchten, werden sehnlichst erwartet!
Die zauberhafte Katzendame Hermina wartet auf ein ruhiges, liebevolles Zuhause.
Besonders kleine Katzen werden bevorzugt in Obhut genommen.
Einige müssen erst mal etwas aufgepäppelt werden.
