Allgemeine Berichte | 21.06.2017

BUND auf Beobachtungsgang am Wirftbach nach Rock am Ring

Eschentriebsterben geht weiter

Für Michael Papenberg zum Knicken - eine abgestorbene Esche. Winfried Sander

Leimbach. Der Wirftbach ist im Laufe der 90 Jahre Nürburgring arg in Mitleidenschaft gezogen worden: Von Anfang an wurden Quellen zugeschüttet und der weitere Verlauf in Teilen verrohrt. Zudem wurden in nicht weit zurückliegender Vergangenheit belastete Oberflächenabwässer und Fäkalien bei Rock am Ring eingeleitet, und durch zu viel eingeleitetes Wasser hatte sich der Bach tief in die Landschaft eingegraben. Eine aufwendige Renaturierung wurde notwendig, und schließlich wurde der Bach durch die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler in eine langfristige Patenschaft genommen. Der BUND kümmert sich seit Anfang dieses Jahrzehnts um das Gewässer. Am Tag nach „Rock am Ring 2017“ konnte er feststellen, dass die Absperrungszäune zum Gewässer gehalten haben und die Besucher den Schutzraum respektiert haben – fast kein Müll, keine Fäkalien und keine Motorradfahrten mehr im Bereich des Gewässers. Für den BUND-Vorsitzenden Reinhard van Ooyen, Winfried Sander und Michael Papenberg war der eigentliche Anlass der jetzigen Begehung die Überprüfung des Zustandes der Baumanpflanzungen am Wirftbach. Etwa 50 Eschen hatte der BUND vor einigen Jahren inselhaft am Gewässer gepflanzt. Die Bäumchen waren relativ schnell von Pilzsporen des „Falschen Weißen Stängelbecherchens“ befallen worden.

Auf Anraten des Forstamtes hat der BUND im letzten Jahr 35 Flatterulmen als Ersatz für die absterbenden Eschen in den äußeren Auenbereich gepflanzt. Mit einem tollen Ergebnis: Alle Bäume sind gut angewachsen. Die vor einigen Jahren inselhaft angepflanzten Schwarzerlen erfreuen sich ebenfalls noch bester Gesundheit. Der Pilz ist seit 2010 in Deutschland festgestellt worden. Er ist eingeschleppt durch Billig-Holz aus Asien, das für Paletten und Feuerholz Verwendung findet und verbreitet sich über die Luft und dringt von den äußeren Trieben – deshalb Eschentriebsterben – her immer weiter abwärts in die Pflanze ein und lässt sie absterben. Rettungsmöglichkeit? Keine. Außer: Die Natur überwindet das Problem von alleine.

Positive Entwicklung des Wirftbaches bestätigt

Der Beobachtungsgang erbrachte eine weitere Bestätigung für die positive Entwicklung des Wirftbaches in seinem oberen Bereich nach der Renaturierung Mitte der 1990er Jahre. Die Aue als Überschwemmungsbereich erreicht zum Teil eine Breite von 40 Metern an sumpfiger Fläche. Typisch feuchtigkeitsliebende Pflanzen haben sich fest angesiedelt: Röhricht mit Rohrkolben, die Kuckucks-Lichtnelke und auch das Sumpf-Vergissmeinnicht wachsen um die Wette. Für van Ooyen ein wichtiges Indiz, um nicht locker zu lassen in den weiteren Bemühungen, um diesen Teil der Landschaft, der inselhaft eine wunderbare, vielfältige Feuchtlandschaft entwickelt hat. Und wie jedes Jahr: Die kleineren Fichten aus dem Naturbewuchs werden auch im kommenden Winter vom BUND entfernt werden. Alle Maßnahmen erfolgen in Übereinstimmung und in Absprache mit dem Gewässerunterhaltungspflichtigen, nämlich der Verbandsgemeinde Adenau.

Pressemitteilung der

BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

Scheinbare Idylle in der Aue des Wirftbaches.

Scheinbare Idylle in der Aue des Wirftbaches.

Für Michael Papenberg zum Knicken - eine abgestorbene Esche. Fotos: Winfried Sander

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