Ettringer sind stolz auf ihre Feuerwehr: Großes Jubiläum mit vielfältigem Programm gefeiert
Ettringen würdigt 100 Jahre Feuerwehrgeschichte mit großem Fest
Ettringen. Eines ist doch so klar, wie das „Amen“ in der Kirche: Unser aller Feuerwehr steht Tag und Nacht für uns alle bereit. Das was die Akteure dabei für die Allgemeinheit leisten, ist phänomenal. Die Floriansjünger, ob Männer oder Frauen, das sind Menschen, Persönlichkeiten, die ihre wertvolle Arbeit hundertprozentig erfüllen. Und genau so hundertprozentig gestalteten die Feuerwehrler um ihren Wehrführer, Björn Barz, auch ihr großes Jubiläumsfest „100 Jahre Feuerwehr Ettringen“, das vom 19. bis 21. Juli 2025 auf dem Kirmesplatz am Feuerwehrhaus, über die „Bühne“ ging.
Und dass man im größten Dorf der VG Vordereifel feiern kann, dass weiß man in unseren Landen, und weit darüber hinaus. Und so gab es bereits am vergangenen Samstag, bei freiem Eintritt, ein imposantes Opening, bei der „Live-Open-Air-Show“ mit dem Top-Act, der bekannten Kölsch Rock Band „Spontan“. Und da gabs sowohl aktuelle Hits, als auch Klassiker der renommiertesten Kölner Bands wie Bläck Fööss, Höhner, Paveier, Räuber, Brings, Kasalla, Cat Balou und mehr. Und es gab, dem Anlass entsprechend, natürlich auch „Kölsch vom Fass“. Der Sonntag, als eigentlicher „Festtag“, der würdig mit einem von Pastor Artur Schmitt und dem Notfallseelsorger Manuel Quint gestalteten, und von der Blaskapelle Ettringen unter der Stabführung von Jenny Barz würdig umrahmten ökumenischen Festgottesdienst auf dem Festplatz begann, war gefüllt mit viel Action: Historischer Ausstellung, großem Fahrzeugpark, die Dokumentierung der Schlagkraft, sowie viel Informationen auf der gesamten Blaulichtmeile mit Feuerwehr, DRK, Polizei, THW und Bergwacht.
Alles Menschen, die für unser aller Sicherheit im Einsatz sind und die den interessierten Besuchern viel Wissenswertes vermittelten. Glückliche Gesichter gab es bei der Siegerehrung vom „Malwettbewerb – Wie sehe ich die Feuerwehr“ des Kindergartens und der Grundschule Ettringen. Und nach einem deftigen Mittagessen aus der „Gulaschkanone“ erfreute der „Klangkörper der Spitzenklasse, die Blaskapelle Ettringen mit einem fulminanten Platzkonzert. Viele Besucher kamen zu „ihrer Feuerwehr“. Darunter auch Menschen, die viele Jahre ihres Lebens für die Wehr bereitstanden. „Da kommen unweigerlich Erinnerungen“, so der 73-jährige Helmut Lanz der mittlerweile zu einem der 7 Mitglieder der Ettringer Alterskameraden unter den Floriansjüngern avanciert ist: „Schon als Kind war mir klar, dass mein Vater Werner Lanz aktiver Feuerwehrmann war. Die Feuerwehr hatte natürlich bei uns zu Hause in vielen Belangen Vorrang und die Familie musste dann etwas zurückstecken. Was aber mit viel Verständnis für unser aller Feuerwehr gerne getan wurde. 1966 wurde mein Vater, Werner Lanz, zum Wehrführer dieser Freiwilligen Feuerwehr Ettringen ernannt; ein Amt, das er bis 1983 ausübte. Im Jahre 1985 wurde er zum Ehrenwehrführer ernannt. Natürlich war auch ich mit dem Feuerwehrvirus infiziert und trat 1966 in die Feuerwehr ein, wurde ihr 1. Geschäftsführer und bekleidete das Amt bis zu meinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst 1983. Im Jahre 1968 gründeten wir mit den Kameraden Ludwig Schlaf und Heinrich Weber die Jugendfeuerwehr Ettringen. Ich wurde zum Kreisjugendfeuerwehrwart ernannt und bekleidete das Amt seit 1.1.71 bis 1.4.77.“
Und Helmut Lanz fügte gegenüber Blick aktuell hinzu: „Wie heißt es doch so schön: Einmal Feuerwehr, immer Feuerwehr“ Zu einem solch hohen Jubiläum gehörte natürlich auch ein würdiger „Festakt“. Ettringens Wehrführer und Hauptbrandmeister, Björn Barz, blickte in seiner Ansprache auf die 100-jährige Geschichte seiner Wehr zurück: „Seit mindestens 1902 muss eine Feuerwehr in Ettringen existiert haben, die jedoch als Pflichtfeuerwehr geführt wurde. Auch wenn sich Ausstattung, Unterbringung und Aufgabenspektrum der Feuerwehr Ettringen in den vergangenen 100 Jahren massiv verändert haben, so blieb doch die Motivation und der innere Antrieb der Mitbürgerinnen und Mitbürger, die im Fall der Fälle als „Bürger in Uniform“ zur Einsatzstelle ausrücken und dort dann als Feuerwehr Ettringen erkennbar sind, ungebrochen“. Der als 10. Wehrführer in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Ettringen agierende Spitzenmann weiter: „Wir genießen das Privileg, dieses bedeutende Jubiläum stellvertretend für alle, die sich in dieser langen Zeit in der Feuerwehr engagiert haben und bis heute engagieren, zu feiern. Hierbei sichert die seit 1968 bestehende Jugendfeuerwehr, für stetigen Nachwuchs in der Einsatzabteilung“. Barz hob besonders das beispielhafte Verhältnis der Ettringer zu anderen Wehren und Hilfsorganisationen innerhalb der Blaulichtfamilie in der Verbandsgemeinde hervor: „Unser gemeinschaftliches Handeln für die Sicherheit der Allgemeinheit macht stark“. Für Landrat Marko Boos stand fest: „Dieses, euer Ehrenamt ist kein leeres Versprechen, sondern ein Ausdruck eurer Bereitschaft jederzeit in Notlagen zu helfen, Gefahren abzuwehren und Leben zu retten. Das von Ihnen allen gefeierte Jubiläum ist auch Ausdruck gelebter Gemeinschaft. Es zeigt, wie tief diese Ettringer Feuerwehr in der Ortsgemeinschaft verwurzelt ist. Sie sind nicht nur Retter in der Not, sondern auch ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Es zeigt uns allen, dass die Grundwerte wie Hilfsbereitschaft, Solidarität und Ehrenamt in Ettringen über Generationen hinweg Bestand haben“, so der Kreischef. Der Ortsbürgermeister des Dorfes mit Herz, Alexander Weber, selbst langjähriger Floriansjünger, dankte den Kameradinnen und Kameraden unter anderem für den wichtigen Einsatz der Wehr bei den Dorfveranstaltungen im Jahreslauf. „Sei es bei den Absperrungen an Fastnacht, der Kirmes, beim Herrichten des Martinsfeuers oder anderen Festlichkeiten. Ihr seid „immer da, immer nah“. Dies kann nicht genug gewürdigt werden, wie ihr alle euch für das Wohl unserer Gemeinschaft einsetzt. Und dies ein ganzes Jahrhundert lang“. VG-Bürgermeister, Alfred Schomisch zeigte sich, als politisch verantwortliches Oberhaupt der VG Wehren, stolz über den beispielhaften Einsatz der Floriansjünger in seiner größten Ortsgemeinde.
„In einer Zeit, in der freiwilliges Engagement zunehmend schwindet, zeigen Sie, liebe Ettringer Feuerwehrleute, eindrucksvoll, was es bedeutet, sich aus Überzeugung für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. Wie – so frage ich mich manchmal – wäre es um unser Gemeinwesen beschaffen, wenn es keine freiwilligen Feuerwehren mehr gäbe? Und mich ärgert immer wieder, mit welcher Gewissheit viele Menschen davon ausgehen, dass die Mitglieder dieser Einrichtungen dann, wenn sie gebraucht werden, auch wirklich zur Verfügung stehen. Was für die Generationen vor uns selbstverständlich war, wird in Zeiten von Rauchmeldern und Brandmeldeanlagen, von elektrischen Herden und LED-Leuchten nur zu gerne vergessen. Zum Glück für die Freiwillige Feuerwehr in Ettringen herrscht hier jedoch kein Mangel bei der Feuerwehr-Jugend. Soweit ich informiert bin, sind derzeit sogar mehr als 17 aktive Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren dabei. Das freut mich wirklich sehr, lässt uns dies doch hoffnungsvoll auf die Feuerwehr-Zukunft in Ettringen blicken. Und auch die Tatsache, dass sage und schreibe derzeit 46 aktive freiwillige Feuerwehrleute in Ettringen, tatkräftig unterwegs sind, erfüllt mich mit Stolz. Ich kann nur sagen: Danke für diese hervorragende Arbeit, für euren ehrenamtlichen Einsatz - 365 Tage, rund um die Uhr, und danke für die Organisation und Durchführung des 100-jährigen Jubiläums“. Der Tag endete mit einem gemütlichen „Dämmerschoppen“ mit gekonnter musikalischer Untermalung eines Diskjockey´s. Tradition wie eh und je war wieder der berühmte „Blaue Montag“ auf dem Feuerwehrareal. Bei viel Spaß und Freude, guten Gesprächen, fachsimpeln, sowie beste Bewirtung durch gute Feuerwehr-Geister. Wie immer musizierten an diesem Abend die beliebten Band-Musiker „The Honeycake Horses“, natürlich unter ihrem Slogan: „Back To The Beat“. Es war jedenfalls wieder ein schönes Ereignis, das viel zum Verständnis für das wichtige Feuerwehrwesen unter den Gästen bewirkte: Die Floriansjünger, und auch ihr reger Förderverein freuten sich über jeden, der da war. Denn Sie sind ja auch für uns alle da. Jederzeit, Tag und Nacht. „Chapeau“.
BS
Eine große Fahrzeugausstellung gab es auf der „Blaulichtmeile“.
Die Blaskapelle Ettringen umrahmte die Feierstunde.
