Allgemeine Berichte | 08.11.2014

ARD-Journalist Rolf Dieter Krause referierte auf dem Wirtschaftsforum Andernach

„Europa bietet Chancen, aber es nimmt uns nicht ab, dass wir sie nutzen“

Der Längste unter ihnen ist zugleich der Prominenteste (von links): Oberbürgermeister Achim Hütten, Christoph Weitzel (KSK Vorstand), Bürgermeister Claus Peitz, Rolf-Dieter Krause (ARD),, Landrat Dr. Alexander Saftig, Christian Heller (Andernach.net), Karl-Josef Esch (KSK Vorstand) und Jochen Siewert (KSK).MKA

Andernach. Rund 500 Sparkassenkunden und Vertreter aus Politik und Wirtschaft folgten der Einladung der Kreissparkasse Mayen (KSK) und Andernach.net zu einem Wirtschaftsforum, das diesmal unter dem Thema stand „Wohin geht es mit Europa und dem Euro?“. Schon mehr als zwei Jahrzehnte sei es eine gute Tradition, stellte KSK-Vorstandsmitglied Christoph Weitzel bei seiner Begrüßung fest, dass die Kreissparkasse und die Stadt Andernach jeweils im Herbst zu einem Wirtschaftsforum einladen. Die auch diesmal wieder erfreuliche Resonanz war sicherlich der Popularität und der Europa-Kompetenz des Referenten zuzurechnen. Rolf-Dieter Krause, seit 2001 Leiter des ARD Studios in Brüssel und im Jahr 2012 als „Journalist des Jahres“ ausgezeichnet, „weil er im europäischen Schicksalsjahr der Eurokrise zum Erklärer Europas wurde“, vermittelte an diesem Abend seine Bilanz und Einschätzung der Europäischen Union.

Trotz aller Kritik, ohne Europa geht’s nicht

Der gebürtige Lüneburger, Rolf-Dieter Krause, der jetzt in Brüssel lebt, zeichnete zunächst ein getrübtes Bild unseres vereinten Europas. Einerseits habe die Euro-Krise ihre heiße Phase hinter sich, doch die Verschuldung der Euroländer, auch Deutschlands, sei heute höher als zu Zeiten der Euro-Einführung. Zu dem nur geringen Wirtschaftswachstum und der in vielen Ländern hohen Arbeitslosigkeit käme die Situation, dass im Europaparlament mehr Europaskeptiker, sogar teilweise erklärte Gegner des politisch verfassten Europas säßen, als je zuvor. Vielen ginge Europa „auf die Nerven“, sie würden ihm gleichgültig gegenüber stehen, was sich schließlich in Wahlbeteiligungen ausdrücke. Stimmen würden sich mehren, dass Europa noch nie so dicht davor stand, zu scheitern.

Der Fernsehjournalist nannte die wesentlichen Ziele, die mit der Europäischen Union verbunden seien: die Sicherung des Friedens im gemeinsamen Teil unseres Kontinents, die Chance auf Wohlstand und die Verteidigung unseres europäischen Lebensstils. Dies war dann auch die Gliederung für den weiteren Verlauf seiner Aufmerksamkeit weckenden Ausführungen, in denen er trotz aller EU-Unzulänglichkeiten und verbreitetem Europa-Verdruss eine Lanze brach für die EU, deren politische und wirtschaftliche Struktur: „Wir wären verloren, wenn wir unsere Interessen alleine verteidigen wollten. Für alle anderen in Europa gilt das erst recht.“

Europas Chancen nutzen

Krause beleuchtete das Forum-Thema aus zahlreichen deutschen, euronationalen und globalen Blickwinkeln, nicht ohne auch verschiedene kritische Anmerkungen zu machen: „Wir haben bei der Einführung des Euros einen Fehler gemacht, über den, zu meinem Erstaunen, fast nirgends diskutiert wird. Wir haben nicht überlegt, was eine gemeinsame Währung eigentlich bedeutet und was es heißt, wenn man auf unterschiedliche Entwicklungen nicht mehr mit der Anpassung der Wechselkurse reagieren kann.“ Für Rolf-Dieter Krause spricht einiges dafür, dass die neue europäische Kommission unter Präsident Jean-Claude Juncker wesentlich politischer agieren wird, als ihre Vorgänger. Er mahnte jedoch auch „Es liegt an uns. Europa bietet Chancen, aber es nimmt uns nicht ab, dass wir sie nutzen.“ Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten moderierte im Anschluss an den Vortrag eine Fragerunde, in der das Publikum rege die Möglichkeit nutzte, dem Erfahrungsschatz des angereisten Euro-Experten noch einiges zu entlocken. Der sich anschließende begeisterte Beifall des Publikums war eine Bestätigung für die Veranstalter des Wirtschaftsforums, mit dem gewählten Thema und der Auswahl des Referenten, eine gute Wahl getroffen zu haben.

Der Europa-Kenner, Rolf-Dieter Krause, war das „Zugpferd“ des Wirtschaftsforums Andernach, zu dem die Kreissparkasse und Andernach.net eingeladen hatten.

Der Europa-Kenner, Rolf-Dieter Krause, war das „Zugpferd“ des Wirtschaftsforums Andernach, zu dem die Kreissparkasse und Andernach.net eingeladen hatten.

Oberbürgermeister Achim Hütten moderierte die sich anschließende rege Fragerunde.

Oberbürgermeister Achim Hütten moderierte die sich anschließende rege Fragerunde.

Der Längste unter ihnen ist zugleich der Prominenteste (von links): Oberbürgermeister Achim Hütten, Christoph Weitzel (KSK Vorstand), Bürgermeister Claus Peitz, Rolf-Dieter Krause (ARD),, Landrat Dr. Alexander Saftig, Christian Heller (Andernach.net), Karl-Josef Esch (KSK Vorstand) und Jochen Siewert (KSK).Fotos: MKA

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