Der „Spatz von Paris“ war zu Gast in Morenhoven
Evi Niessner begeisterte mit ihrer Hommage an Edith Piaf
Swisttal-Morenhoven. Es gibt bereits viele „Sterne“ am Morenhovener (Kabarett-)Himmel, am Samstag hat es eine weitere Sternstunde gegeben. Zum 100. Geburtstag der „Pariser Göttin des Chansons“, Edith Piaf, begeisterte Evi Niessner mit ihrem Programm „Chanson Divine“. Die außergewöhnliche Hommage an die kleine große Französin geriet für die Liebhaber dieser Kunstgattung zu einem Genuss. Begleitet wurde sie gekonnt von dem südafrikanischen Pianisten Richard van Schoor.
Einfühlsam führt Evi Niessner, schick gewandet im Kostüm eines Zirkusdirektors, in das Leben der kleinen Edith Piaf ein. Ein hartes Leben als Straßenkind in Paris, teilweise im Bordell der Großmutter in der Normandie aufgewachsen, musste sie früh lernen, sich durchzuboxen.
Klein blieb sie auch als Jugendliche und Erwachsene, 1,47 Meter, mehr war nicht. Aber sie hatte die Stimme, die sie zur bestbezahlten Sängerin ihrer Zeit machte. Dazu kamen gute, anspruchsvolle Texte.
Wer also die Künstlerin aus Paris, diesen Weltstar, mit ihren Liedern ehren möchte, muss seinerseits stimmlich sehr viel zu bieten haben. Und Evi Niessner, die ausgebildete Opernsängerin, hat sowohl diese Stimme als auch die notwendige Ausstrahlung, um den „Spatz von Paris“ in Morenhoven zu interpretieren. Mal kraftvoll, mal sanft, mal traurig, dann voller Lebenslust sprühend, mit dem Schicksal hadernd, als etwa ihre große Liebe, der in Algerien geborene Boxweltmeister Marcel Cerdan, auf dem Flug zu ihr nach New York über dem Atlantik abstürzt. Mit ihrer Garderobe, mal die junge Göre von Montmartre, mal die Femme Fatale, unterstrich sie die verschiedenen Lebensepisoden der Piaf.
Und natürlich zogen sich die Klassiker von Edith Piaf durch das gut zweistündige Programm. Die allermeisten Besucher kennen diese Titel fast auswendig, wie etwa „Sous le Ciel de Paris“, „Padam, Padam“, „L’ Accordéoniste“, „La Vie en Rose“ oder „Milord“. Und zum Abschluss - natürlich, mochten die Zuhörer sagen - „Non, je ne regrette rien“. Nein, bereut hat sicher kein Besucher diesen Abend, die Sternstunde des Kabarettjahrs 2016. RFW
