Allgemeine Berichte | 11.01.2021, 14:21 Uhr

Offener Brief des SV Niederbachem 1947 e.V. an den Fußballkreis Bonn

Existenz des Vereins ist bedroht

Wachtberg-Niederbachem. Die Pandemie hat das gesamte Privatleben fest im Griff und Regierungsentscheidungen haben Freizeitaktivitäten nahezu gänzlich untersagt.

Die gesamte Bevölkerung ist davon betroffen, sowohl wirtschaftlich durch den Jobverlust oder durch Kurzarbeit, aber vor allem auch psychologisch durch die Reduzierung des sozialen Umfeldes auf den eigenen Familienkreis.

Als Grund für die Einschränkungen wird vordergründig die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger angeführt. Freizeit, und damit auch Sport zu untersagen, ist jedoch dafür gänzlich kontraproduktiv.

Und so ist auch der Fußball betroffen, ebenso wie sämtliche Sportvereine im Amateurbereich.

Sie mussten den Betrieb einstellen und können ihren Mitgliedern kein Angebot mehr unterbreiten. Wegbrechende Mitgliedsbeiträge, vor allem durch den Verlust von Mitgliedern, die Kündigungen von Sponsoren, die es in dieser Zeit selbst schwer haben und das Ende des Gemeinschaftsgefühls im Verein sind die Folge oder können es werden.

Der SV Niederbachem 1947 e.V. hat nach dem ersten Lockdown am 11. Mai 2020 als erster Verein in ganz Nordrhein-Westfalen den Trainingsbetrieb für alle Altersklassen wieder aufgenommen, zunächst ohne Kontakt und nach den Lockerungen auch reguläres Training angeboten.

Dabei fußte dieses Engagement auf der kostspieligen Investition in ein großes Hygiene-Konzept, welches penibel geplant und umgesetzt wurde. So konnten wir als Verein mit Verantwortung den Trainings- und Spielbetrieb wieder aufnehmen, und zwar mit Erfolg: Auf unserer Sportanlage gab es keine einzige Infektion mit dem COVID-19 Virus. Die AHA-Regeln, sowie sämtliche Vorgaben der Behörden und des Verbandes wurden eingehalten oder gar intern noch verschärft.

Ebenso hat es die Gastronomie mit ihren Hygienekonzepten getan und wurde, wie wir, am 28. Oktober 2020 erneut aus dem Betrieb genommen. Wir konnten unseren Mitgliedern beim ersten Lockdown noch erklären, warum wir diese Maßnahmen ergreifen und sie um die weitere Treue und Unterstützung bitten.

Der aktuelle zweite Lockdown ist diesbezüglich schon eine Herausforderung. Nun droht dieser aber immer und immer wieder verlängert zu werden. Die Folge könnte sein, dass jeglicher Vereinssport und damit auch der Trainings- und Spielbetrieb des SV Niederbachem, bis mindestens zum Saisonende am 30.06.2021 ausgesetzt bliebe und erst im Herbst eine neue Spielzeit begonnen würde.

Es wäre die zweite abgebrochene Saison in Folge.

Der wirtschaftliche Schaden ist das eine, den Regierungen und Verbände auch versuchen mit Hilfsgeldern zu vermindern. Der größte und nicht umkehrbare Schaden ist jedoch die Bedrohung der Existenz des Vereins durch den Verlust seiner Mitglieder mangels Angebots von sportlichen Aktivitäten.

Wann der Spielbetrieb wieder starten kann, weiß zum heutigen Zeitpunkt niemand. Ein Trainingsbetrieb, wenn auch ohne Kontakt, ist aber sowohl möglich als auch zielführend, wie auch existenzsichernd für Amateursportvereine, wie den SV Niederbachem.

Die Regierung möchte Kontakte reduzieren und damit die Neuinfektionen senken.

Nimmt man dies wörtlich, so ist ein Training ohne Kontakt hier kein Widerspruch, da es keinen Kontakt gibt und erneut ein verschärftes Hygienekonzept greifen würde (Maskenpflicht, Abstand, keine Nutzung von Kabinen und Sanitäranlagen, minimierte Anzahl von Personen auf der Anlage, Verschluss des Vereinsheims etc.).

Als kleiner Amateurverein haben wir keine Kraft. Der Fußballkreis Bonn als unser übergeordneter Verband jedoch schon.

Wir haben diesen daher in einem offenen Brief dazu aufgefordert seiner satzungsgemäßen Pflicht nachzukommen und für den Amateurfußball seine Stellung als unsere Lobby wirken zu lassen. Wir haben darum gebeten, den Antrag beim Fußballverband Mittelrhein e.V. und bei der Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen zu stellen, in einem ersten Schritt kontaktfreies Training im Vereinssport unter freiem Himmel mit einem verschärften Hygienekonzept wieder zuzulassen.

Hermann Esser, der 1. Vorsitzende des Vereins initiierte diesen Appell: „Wir erleben von unseren Mitgliedern eine riesige Solidarität. Meine größte Sorge ist, dass uns das größte Standbein, die Jugendabteilung, wegbricht!

Sie ist die Zukunft eines jeden Vereines.

Aus diesem wichtigen Grunde und um unseren Mitgliedern ein Hoffnungszeichen zu geben, bitten wir um die Unterstützung unseres Vorhabens. Wir sind uns bewusst, dass wir in den nächsten Monaten keine Impfung erhalten werden, aber wir wollen positive Signale setzen!“

Pressemitteilung

SV Niederbachem 1947 e.V.

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