Allgemeine Berichte | 18.09.2019

Tag des Geotops in der Kaolingrube

Fachleute führen durch die Abbaugrube im Naturschutzgebiet

Dr. Sven Franz erläutert die Zeitalter, in denen der Kaolin entstand. Fotos. CEW

Wachtberg. Nur dem Namen nach gehört die Kaolingrube zu Oedingen, weil sie nämlich von dort aus über einen Wirtschaftsweg ihre Zufahrt hat. Tatsächlich liegt die Grube, in der seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts ein besonderer Ton, der Kaolin, abgebaut wird, auf Wachtberger Gemeindegebiet. Hierhin kamen am Tag des Geotops rund 20 Teilnehmer einer Exkursion mit den Geologen Dr. Sven Franz und Dr. Stefan Thomas. Um so besonderes Porzellan wie das Meißner Porzellan herstellen zu können, benötigt man diesen besonderen Grundstoff, erklärte Dr. Stefan Thomas. Außerdem nutze man das Material, um Papier zu weißen. In dieser Grube sei trotzdem bald Schluss mit dem Abbau, ergänzte Dr. Sven Franz. Das hat allerdings nichts mit der tatsächlich hohen Qualität des begehrten Tons zu tun, sondern mit der Wirtschaftlichkeit. Verhältnismäßig klein ist nämlich die Grube an der Grenze zu Oedingen, sodass man hier nur mit einem sogenannten Löffelbagger abbauen könne. In anderen, größeren Gruben hingegen sei es möglich, kleine Schaufelradbagger einzusetzen, die ein Vielfaches der Fördermenge leisten und damit wirtschaftlicher zu betreiben sind. Die in Wachtberg im Frühjahr abgebauten Halden werden jedoch im Laufe der nächsten Zeit noch abgefahren werden, erfuhr man von Alexander Ertel, dem Betriebsleiter, der im Auftrag des Betreibers Sibelco die kleine Exkursion begleitete.

Wichtig ist und bleibt die Grube jedoch trotzdem, nämlich als Zeugen geologischer Vorgänge der letzten rund 400 Millionen Jahre. So alt sind nämlich teilweise die Schichten, die die Entstehung des Kaolinits, dem Hauptbestandteil des Kaolins erst ermöglichten. „Was hier entstanden ist, kann nur unter Luftabschluss entstehen, erklärte Dr. Stefan Thomas. Die maßgeblichen Schichten habe sich hier zu Zeiten abgelagert, als die heutige Kaolingrube noch die Küste eines Flachmeers, vergleichbar mit dem Wattenmeer war. Tektonische und vulkanische Einflüsse veränderten das Areal, Schichten verschoben sich, wurden durch Staub und Sandeintrag bedeckt, verschoben sich wieder. Im Laufe von Jahrtausenden mit gemäßigtem, subtropischem, tropischem und wieder gemäßigtem Klima entstand schließlich die Kaolinschicht.

Heute sind in Wachtberg nicht nur Porzellanhersteller dankbar für die Grube, sondern auch die Gelbbauchunke und der Kammmolch. Die Unke, die gerne in Kleintümpeln lebt, ist vielerorts nur noch in zerstreuten Populationen zu finden. Auch der Molch benötigt als geschützte Art ein möglichst unberührtes Areal wie diese im Naturschutzgebiet gelegene Grube als Lebensraum.

Gesteinsschichten erzählen wie ein Buchdie Erdgeschichte der letzten 400 Millionen Jahre.

Gesteinsschichten erzählen wie ein Buch die Erdgeschichte der letzten 400 Millionen Jahre. Foto: Petra Reuter

Fachleute führen durch die Abbaugrube im Naturschutzgebiet

Foto: Petra Reuter

Lebensraum für seltene Arten und Buch derErdgeschichte zugleich ist die Kaolingrube am Rande von Wachtberg.

Lebensraum für seltene Arten und Buch der Erdgeschichte zugleich ist die Kaolingrube am Rande von Wachtberg. Foto: Petra Reuter

Fachleute führen durch die Abbaugrube im Naturschutzgebiet

Foto: Petra Reuter

Dr. Sven Franz erläutert die Zeitalter, in denen der Kaolin entstand. Fotos. CEW Foto: Petra Reuter

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Daueranzeige
Rund ums Haus
Holz Loth-Entsorgung
Stellenanzeige Reinigungskraft
schlüsselfertiger Badausbau
Empfohlene Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
545

Region. Aufgrund der anhaltenden extremen Hitze stellt National Express am Samstag, 27. Juni 2026, den Betrieb der Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1, RE 4, RE 5, RE 6 und RE 11 im Zeitraum von 13:00 Uhr bis voraussichtlich 19:00 Uhr vorübergehend ein. Die Maßnahme dient dem Schutz der Fahrgäste und Mitarbeitenden und soll verhindern, dass es unter den aktuellen außergewöhnlichen Wetterbedingungen zu ungeplanten Zugausfällen auf freier Strecke kommt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
2121

Am heutigen Vormittag war es zu Stromausfällen in den Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim gekommen

27.06.: Nach Stromausfall in Koblenz: Energieversorgung in allen betroffenen Stadtteilen wiederhergestellt

Koblenz. Nachdem am heutigen Vormittag der Strom in den Koblenzer Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim ausgefallen war, konnte die Energieversorgung nach Angaben der Feuerwehr Koblenz zwischenzeitlich in allen Gebieten durch den zuständigen Energieversorger wiederhergestellt werden. Eine Ursache für den Stromausfall ist bislang nicht bekannt. BA

Weiterlesen