Geschichten und Erinnerungen um historische Bauten in Villip
Fachwerk und Beton
Reger Austausch im Erzählcafé des Heimatvereins
Wachtberg-Villip. Viele kleine und amüsante Geschichten rankten sich um manch historisches Gebäude, das heute noch in Villip steht oder an die sich die knapp 30 Besucher des Villiper Erzählcafés noch erinnern konnten. Viele der Häuser, die noch vor einem halben Jahrhundert als Fachwerkbauten Zeugnis von der Baukunst der Zimmerleute und Lehmbaumeister ablegten, wurden in der Zwischenzeit abgerissen.
Manchmal hat man Massivbauten dorthin gesetzt, manchmal blieb die Fläche leer, fasste Referent Karl-Josef Hoffmann zusammen. Er hatte Daten und Fakten über den Baubestand vergangener Jahre gesammelt und viele Gesprächsanstöße für die Gäste geliefert. Etliche kannten noch die Familien, die seinerzeit hier gewohnt hatten, ebenso wie die Geschichte der Gebäude. So hatte eine Besucherin als junges Mädchen in einem Fachwerkhaus an einer Stelle gewohnt, an der heutzutage nur noch ein Vorgarten zu sehen ist. „Das neue Steinhaus hat mein Vater genau hinter das Fachwerk gebaut“, erinnerte sich die Dame. So konnte die Familie während der Bauzeit weiterhin auf dem eigenen Grundstück wohnen. Nach dem Umzug ins neue Heim sei die alte Bausubstanz abgerissen worden, erfuhr man. Manche Familien hatten auch in Backsteinbauten gelebt, die teilweise abgerissen oder saniert wurden.
Daran, dass es in den alten Häusern manchmal recht zugig gewesen sei, erinnerten sich fast alle. Manch einem waren auch noch Lausbubenstreiche aus den 50er Jahren gut im Gedächtnis geblieben.
Einige Kinder hatten seinerzeit aus Holunderästen Blasrohre gebaut und mit den grünen Beeren des Strauchs geschossen. Wer gut zielen konnte, zielte gerne mal zwischen den Brettern eines an ein Fachwerkhaus angebauten Aborts hindurch auf den nackten Podex der dort sitzenden Benutzer. So manches Mal habe man gut getroffen, erinnerte man sich lachend. Namen wollte man natürlich lieber nicht nennen.
Einige Fachwerkhäuser seien im Laufe der Zeit auch saniert worden, sagte Karl-Josef Hoffmann. So gebe es in Villiprott ein Haus am Dorfplatz, das die Familie ähnlich dem Originalzustand mit weitgehend originalen Werkstoffen wiederhergestellt habe.
Auch Backsteinbauten hatte es seinerzeit in Villip gegeben. Manche sind bis heute erhalten.Fotos: Heimatverein, Repro CEW Foto: Petra Reuter
Anhand alter Fotografien konnte man die Veränderungen nachvollziehen. Foto: Petra Reuter
