Allgemeine Berichte | 29.09.2017

Flüchtlingshilfe RheinAhr e. V.

Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt

Rolf Plewa (1. Beigeordneter der Stadt Remagen) zu Besuch in der Fahrradwerkstatt. Privat

Remagen. „Wahrscheinlich müssen wir bald anbauen.“ meinte Franz Rinsche angesichts des Andrangs, der in der Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt der Ökumenischen Flüchtlingshilfe RheinAhr e. V. (ÖFH) in Remagen wieder herrschte. Seit dem Start im Mai 2017 haben weit über 100 geflüchtete Menschen die Möglichkeit genutzt, ihr Fahrrad in der Remagener Grabenstraße wieder flott zu machen. Plattfüße, wirkungslose Bremsen, gerissene Ketten, defekte Schaltungen oder abgebrochene Schutzbleche - in allen Fällen konnten die Flüchtlinge ihr Rad mit den Mitteln und Ersatzteilen der Werkstatt reparieren. „Wir bieten hier keinen Full-Service an, sondern stellen Reparaturplätze, Werkzeuge und Ratschläge kostenlos zur Verfügung“ erläutert Lothar Scheffel das Konzept der ÖFH. Außerdem haben mittlerweile viele geflüchtete Menschen eines der vielen gespendeten fahrtüchtigen Fahrräder erhalten. Besonders glücklich darüber sind vor allem die Frauen. Zum Beispiel die junge Frau aus Eritrea, die in Oberwinter-Bandorf wohnt und nun ihre Einkäufe nicht mehr den Berg hinauf schleppen muss.

Ihr Dank und der Dank aller mit Fahrrädern ausgestatteten Menschen geht auf diesem Wege an die vielen Spender und Spenderinnen. „Von der Bereitschaft der vielen Deutschen, sich vom geliebten Drahtesel zugunsten eines Flüchtlings zu trennen, sind wir überwältigt“ sagt Werner Rex, Vorsitzender der ÖFH. Auch Rolf Plewa, Beigeordneter der Stadt Remagen, verschaffte sich bei mehreren Besuchen in der Werkstatt Einblick in die Nutzung des Angebotes und ist begeistert. Das Team der Werkstatt ist von anfangs einer Person auf mittlerweile vier angewachsen. So kann der steigende Andrang leichter bewältigt werden. Neben Lothar Scheffel, Franz Rinsche und Michael Meier-Reger kommt auch Fishale aus Eritrea so oft er kann, um zu helfen. Bei der Reparatur des eigenen Fahrrads hat er wichtige Erfahrungen gesammelt, die er nun weitergibt.

Außerdem fungiert er, wenn erforderlich, als Übersetzer. Denn in der Werkstatt herrscht ein babylonisches Sprachengewirr. „Amtssprache“ ist zwar Deutsch, aber leider beherrschen noch nicht alle Besucher die deutsche Sprache so gut, dass sie sich in jeder Situation verständigen können. Und Schaltkettchen, Unterlegscheibe, Kreuzschraubenzieher oder Innensechskantschlüssel nach Bauer und Schaurte (Inbusschlüssel) sind schon ziemlich schwierige Begriffe. Französisch und Englisch mischen sich mit Tigrinya (Eritrea), Dari (Afghanistan) oder Mandinka (Gambia). Viele der jungen Männer, die ihre Räder instand setzen, kommen aus Afrika und haben eine lange Fluchtgeschichte hinter sich. Sie wohnen unter anderem in Remagen im Gebäude der ehemaligen Post oder in Kripp. Die Betreuung und Unterstützung dieser Flüchtlinge liegt der ÖFH besonders am Herzen. Nur, wenn sie noch minderjährig sind, dürfen sie in die Schule gehen, meist in die BBS in Bad Neuenahr. Sind sie aber bereits volljährig, gibt es für sie außer einem Erstorientierungskurs wenig Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Leider sind ihre Zukunftsperspektiven deswegen nicht gerade rosig. Aber über die Fahrradwerkstatt bekommen sie wenigstens verstärkt Kontakte zu Deutschen. Die ÖFH hofft, dass ihre Initiativen zur Förderung gerade dieses Personenkreises erfolgreich sein werden. Die ÖFH würde sich freuen, wenn sich vermehrt Unterstützer/innen aus Remagen fänden, die sich um die Flüchtlinge, die in Remagen eine neue Heimat gefunden haben, kümmern. Interessierte können sich in der Werkstatt in der Grabenstraße 36, Remagen (montags und mittwochs 14 bis 16.30 Uhr) oder bei der ÖFH im Mehrgenerationenhaus, Weststraße 6 in Bad Neuenahr (vormittags) melden.

Rolf Plewa (1. Beigeordneter der Stadt Remagen) zu Besuch in der Fahrradwerkstatt. Foto: Privat

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