Kunstforum ‘99 - Rheinbach
Farbe, Form, Kontur - Künstlertrio stellt Arbeiten aus
Subtile Formen und Farben bis zum 15. Mai im Amtsgericht Rheinbach zu sehen
Rheinbach. Bürgermeister Stefan Raetz hat die neue Ausstellung des „Kunstforum ‘99“ im Amtsgericht Rheinbach mit einem Lob auf die kreative Vielfalt der Arbeiten eröffnet und betont, wie sehr er sich über diese lebendige Rheinbacher Kunstszene freue. Im Namen des Kunstvereins, der inzwischen 101 Mitglieder umfasst, zeigte sich der Vorsitzende Dr. Gerd Wiendieck zunächst bei der Direktorin des Amtsgerichts Sylvia Wurm für die Großzügigkeit, das Haus immer wieder für Kunstausstellungen zu öffnen, erkenntlich und stellte anschließend den zahlreichen Besuchern die drei ausstellenden Künstler vor: Die Bildhauerin Olga Lunkova-Wagner ist seit jeher von Steinen fasziniert. Den Speckstein hat sie als ideales Material für ihre Arbeiten entdeckt. Im Rohzustand unförmig und mit einer pudrigen Schicht umhüllt, fühlt sich der Stein nach der Bearbeitung weich und warm an. Die in der Ausstellung gezeigten „Durchblick“-Skulpturen symbolisieren für die Künstlerin den Blick auf alles, was um sie herum geschieht. Es geht um die Begegnungen mit Menschen und Schicksalen. Dazu die Künstlerin: „Es läuft meist nicht alles glatt im Leben, und es bleiben Narben zurück. Auch meine Skulpturen zeigen hier und da kleine Narben. Sie sind ein Spiegelbild des Blicks nach innen.“
Die Kalligrafin Sabine Mertes verdankt entscheidende Impulse der amerikanischen Kalligrafie-Künstlerin Pam Stieglitz, die sie vor vielen Jahren besuchte. Damals entwickelte sie eine große Zuneigung zu alten, fast in Vergessenheit geratenen Schriften. Sabine Mertes hat in der Zeit danach ihre Fertigkeiten der Kalligrafie weiterentwickelt und verfeinert. Diese Kunstfertigkeit baute sie über die Teilnahme an zahlreichen Seminaren aus und eignete sich, unterstützt durch den in Rheinbach beheimateten amerikanischen Künstler John Gerard, grundlegende Kenntnisse der Blattvergoldung und Gouache Malerei an.
Für den Grafiker Jürgen Forster ist die Linie das zentrale und formgebende Element. Das gestalterische Ziel des Künstlers ist die Schaffung von lebendigen und eigenwilligen Strukturen mit ästhetischem Anspruch. In zahlreichen Arbeiten ist das dominierende Linienraster mit einer in den Hintergrund tretenden farbigen Flächenstruktur kombiniert. Andere Arbeiten zeigen Formenmuster in zurückhaltenden Farben, die sich durch Überdrucken zu komplexen Strukturen verdichten.
Der Grafiker Jürgen Forster erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule Aachen sowie durch zahlreiche Seminare. Seine Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen gezeigt. 2007 erhielt er den Kunstpreis des Rheinbacher Kunstvereins „Kunstforum ‘99“. Die Vernissage wurde durch ein ebenso humoriges wie tiefsinniges Zwiegespräch abgerundet. Die Schauspielerin und Künstlerin Karyn von Ostholt-Haas und der Bildhauer und Sänger Michael Althausen lieferten sich ein spannendes Wortgefecht mit Zitaten bedeutender Künstler zur Frage: „Ist das Kunst oder kann es weg?“ Die variantenreiche Ausstellung ist noch bis zum 15. Mai im Amtsgericht Rheinbach zu sehen.
