Allgemeine Berichte | 29.10.2019

Riesenansturm auf das Konzert des „Teufelsgeigers“ in Puderbach

Farfarello sprengt den Alten Bahnhof

Trio um Mani Neumann begeistert seit 40 Jahren

„Was raus muss, muss raus!“ Teufelsgeiger Mani Neumann hält sich mit Emotionen nicht zurück, wenn er sich mit seiner Geige in die Musik vertieft. Fotos: KER

Puderbach. So richtig glücklich ist er nicht damit, dass man ihn den „Teufelsgeiger“ nennt. Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ während einer kleinen Konzertpause im Alten Bahnhof von Puderbach, sagt Mani Neumann von „Farfarello“, in der Region besser bekannt unter dem früheren Namen „Trio Farfarello“: „Wenn ich mal da oben ankommen sollte und als Teufelsgeiger vorgestellt werde, wird das schwer zu erklären sein!“ Der Mann mit der Geige scherzt gerne, ist sich seiner Berühmtheit unter dem einprägsamen Beinamen aber bewusst. Seine Wirkung ist ein deutlicher Beleg dafür: Noch nie in den vergangenen Jahren war der Alte Bahnhof bei einer Veranstaltung so voll wie am Samstagabend. „Ausverkauft!“ sagte Martin Henn von der Projektgruppe Jugend, Kultur und Soziales. Den Besuchern war das Dabeisein so wichtig, dass sie auch auf Stühle zum Sitzen verzichteten und auf der Treppe Platz nahmen oder das Konzert im Stehen genossen.

Temperament nach 40 Jahren weiterhin ungebrochen

Links von Mani Neumann Gitarrist Uli Brand, rechts Bassist Urs Fuchs. Im Bühnenraum zwischen sich mussten die beiden viel Platz lassen, damit der „Teufelsgeiger“ sich austoben konnte. „So sind wir eben, da kann ich nichts für. Was raus muss, muss raus!“, erklärt Mani seinen Bewegungsdrang und sein Temperament. Scheinbar ist das nach 40 Jahren im Musikgeschäft nicht weniger geworden, oder! „Ein bisschen kontrollierter vielleicht“, räumt der Band-Chef ein. „Früher habe ich alles kurz und klein geschlagen! Da sah die Bühne hinterher aus wie ein Trümmerfeld. Aber das geht heute nicht mehr, das schaffe ich nicht mehr“, sagt er grinsend. Der Grund ist aber nicht sein Alter: „Ist alles viel zu stabil gebaut!“, sagt er grinsend.

„Wir spielen hauptsächlich Eigenkompositionen, bis auf einige Cover, die wir uns dann aber nach unserer Art vorknöpfen.“ Die Bilanz von Farfarello kann sich sehen lassen: Eigene Musik, 40 Jahre, 20 CDs, 6.000 Konzerte europaweit. Das Jubiläumsjahr will die Band so bestreiten, wie sie angefangen hat - als Trio. Mani Neumann sagt: „Wir sind überzeugt, dass in dem Trio auch die meiste Energie drin steckt!“

„Wir sind in der Provinz zuhause“

Wie hat Puderbach es geschafft, dass so eine erfolgreiche und international bekannte Gruppe in den Westerwald und den Alten Bahnhof kommt? Da überlegt Mani Neumann nicht lange: „Das ist genau das, was wir am allerliebsten machen! Wir sind in der Provinz zuhause. Da haben wir unsere treuesten Fans. In den großen Städten müssten wir konkurrieren mit dem, was so Mainstream ist und was im Radio gespielt wird. Und das sind wir nicht.“ Deshalb also die „Provinz“. Der Bassist hat sogar schon im Westerwald gewohnt. Bis zu 120 Konzerte im Jahr geben Farfarello. Leisten kann sich den Genuss nahezu jeder. Mani Neumann bezeichnet die Events als „Low Budget“-Veranstaltungen: „Wir haben ja kaum Kosten. Deshalb können wir die Eintrittspreise niedrig halten. Wir wollen, dass die Leute handgemachte Musik mal wieder erleben können. Weil, das wird ja immer seltener.“

Bereits zum 4. Mal zu Gast

Warum geht man in ein Farfarello-Konzert? „Da ist so eine Energie, die man spürt“, sagt ein Besucher aus Weißenthurm, der mit Frau und Sohn nach Puderbach gekommen ist. Mani hat das auch immer wieder mal gehört: „Die sagen, ihr berührt mein Herz, meine Seele mit eurer Musik! sagen mir die Leute. Das ist mit das Schönste, was Musik erreichen kann!“ Mit dem Publikum in Puderbach waren die Farfarellos sehr zufrieden: „Die sind wunderbar drauf!“ Dafür, dass Farfarello überwiegend instrumental unterwegs ist, hat der Geiger zwei einfache Erklärungen: „Erstens, ich kann nicht singen. Zweitens, wir wollen mit unserer Musik der Phantasie freien Raum lassen. Mit einem Liedtext gibt man gleich so viel Inhalt vor.“ Martin Henn kennt Farfarello aus der Anfangszeit, wo die Gruppe in Roßbach und Mündersbach auf Open Air-Veranstaltungen viel gespielt hat. Dadurch gebe es eine riesen Fangruppe hier im Westerwald. Es habe keine Mühe gekostet, diese Zugnummer nach Puderbach zu kriegen: „Im Gegenteil, die haben sich bei uns beworben!“ Zum vierten Mal schon konnte man Farfarello im Puderbacher Alten Bahnhof erleben. Diesmal war der Ansturm am größten: „So voll war es noch nie!“, freut sich Martin Henn. Am 16. November geht es mit einer iranisch-israelischen Musikveranstaltung weiter in Puderbach. Seit 2003 werden von der Projektgruppe hochkarätige und auserlesene Musik- und Kulturveranstaltungen angeboten.

Die Plätze reichten vorne und hinten nicht: „Ausverkauft“ war das Jubiläumskonzert von Farfarello im Alten Bahnhof von Puderbach.

Die Plätze reichten vorne und hinten nicht: „Ausverkauft“ war das Jubiläumskonzert von Farfarello im Alten Bahnhof von Puderbach.

Auch die leiseren Töne - hier mit der Flöte - beherrscht das Trio.

Auch die leiseren Töne - hier mit der Flöte - beherrscht das Trio.

„Wir spielen am liebsten in der Provinz!“ sagt Mani Neumann. Im Alten Bahnhof, wo die Gruppe bereits zum vierten Mal auftrat, konnte er sich fast wie zuhause fühlen.

„Wir spielen am liebsten in der Provinz!“ sagt Mani Neumann. Im Alten Bahnhof, wo die Gruppe bereits zum vierten Mal auftrat, konnte er sich fast wie zuhause fühlen.

„Was raus muss, muss raus!“ Teufelsgeiger Mani Neumann hält sich mit Emotionen nicht zurück, wenn er sich mit seiner Geige in die Musik vertieft. Fotos: KER

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