Allgemeine Berichte | 19.10.2021, 14:22 Uhr

Parents for Future hoffen auf dauerhafte Gestaltung der Stützmauer an der L 123 in Oberbachem

Fassonschnitt oder eine Graffiti-Memo-Wand?

Es sieht aus wie ein über 100 m langer Fassonschnitt eines Friseurs. Es ist die berankte Stützmauer an der L 123 in Wachtberg-Oberbachem. Ein Teil des Rankteppichs wurde jedoch wurzelgleich gekappt, was die Wachtberger Parents zu Nachfragen beim Straßenbaulastträger veranlasste.Foto: privat
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Oberbachem. Da werden sich die Autofahrer gewundert haben, als eines Tages der rankende Bewuchs an der Stützmauer der L 123 in Oberbachem, einen regelrechten Fassonschnitt verpasst bekommen hat.

Jahrelang wurde der im Laufe des Jahres heruntergewachsene wilde Ranketeppich rigoros bis auf die Wurzeln zurückgeschnitten, so dass über mehrere hundert Meter die recht hässliche Betonwand zum Vorschein kam. Das hatten die Wachtberger Parents for Future schon öfter kritisiert. Nach ihrer Auffassung sollte aus ökologischer Sicht der Bewuchs dauerhaft beibehalten werden, stellt er doch an dieser Stelle ein Eldorado für Spinnen, Insekten und andere Kleinstlebewesen dar.

Doch in diesem Jahr war alles anders: Es wird vermutet, dass die zuständige Landesstraßenbauverwaltung erstmalig dem Rankteppich an dieser Stelle den akkuraten „Bubischnitt“ verpasst hat. Sogar das alte Graffiti wurden sorgsam ausgespart, als wolle man aktiv an der Wandgestaltung mitwirken. Leider wurde allerdings der Großteil der Wand wieder einem radikalen Rückschnitt ausgesetzt, so dass die Insekten keinen Schutz mehr haben und nur noch eine nackte, verschmutzte Betonwand die Straße begleitet.

Die Stützmauer kann gerne auch mit Graffitis gestaltet werden

In einem Schreiben haben sich nun die Wachtberger Parents erneut der Sache angenommen und die zuständige Straßenbaubehörde in Gummersbach gebeten, in Zukunft auf der gesamten Länge den Rankteppich zu belassen, allenfalls ein oder zweimal im Jahr einen gemäßigten Rückschnitt vorzunehmen, sollte dies aus verkehrssicherungstechnischen Gründen erforderlich sein.

„Wenn eine Dauerberankung jedoch nicht möglich ist, werden wir uns darum bemühen, in einem begleiteten, künstlerischen Jugendprojekt die gesamte Stützwand mit Graffitikunst zu gestalten. In Erinnerung an die zurückliegenden schweren Monate sollten dabei von den Kindern und Jugendlichen zukunftsorientierte, freundliche Motive gewählt werden“, so die Parents in dem Schreiben an Strassen.NRW. Begleitend müsse man sich dann auch in einem alternativen Konzept eine andere, verkehrsgerechtere Bepflanzung überlegen, um Kunst und Natur symbiotisch zu verbinden.

Die einschneidenden Jahre 2020 und 2021 aus Kindersicht gestalten lassen

In vier oder fünf Themenkomplexen könnten verschiedene Graffitigestaltungen angedacht werden: Corona/Pandemie, Flutkatastrophe, Klimawandel/Klimaschutz, Zukunft und Umwelt-/Naturschutz.

Sicher würden die Kinder bzw. die Jugendlichen dabei diese Themen aufgreifen und aus ihrer Sicht interpretieren, so dass die Stützwand damit auch ein Zeitzeugengraffiti mit Erinnerungsmomenten an die einschneidenden Jahre 2020/2021 sein würde.

Pressemitteilung

Parents for Future Wachtberg

Es sieht aus wie ein über 100 m langer Fassonschnitt eines Friseurs. Es ist die berankte Stützmauer an der L 123 in Wachtberg-Oberbachem. Ein Teil des Rankteppichs wurde jedoch wurzelgleich gekappt, was die Wachtberger Parents zu Nachfragen beim Straßenbaulastträger veranlasste.Foto: privat

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