Allgemeine Berichte | 20.11.2024

Netzwerktreffen des „Naturpark Netzwerk Naturschutz“ in Waldbreitbach

Faszinierende Einblicke in die einzigartigen Biotope

Waldbreitbach. Im Naturpark Rhein-Westerwald finden sich einzigartige Biotope, die als Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten von unschätzbarem Wert sind. Diese Schätze gilt es zu bewahren. Auf Einladung des Naturparks versammelten sich am 13. November wieder rund 50 Fachleute und Ehrenamtliche zum halbjährlichen Netzwerktreffen des „Naturpark Netzwerk Naturschutz“ (NNN) im Antoniusforum in Waldbreitbach.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag von Günter Hahn, erfahrener Biologe und ehemaliger Biotopbetreuer des Landkreises Neuwied. Unter dem Titel „Die besonderen Biotope mit ihren Tieren und Pflanzen im Naturpark Rhein-Westerwald“ präsentierte Hahn anhand seiner Fotos Lebensräumen im Naturpark, die durch ihre hohe biologische Vielfalt und ihre Seltenheit hervorstechen. Hahn erklärte, wie wichtig diese Biotope für den Schutz vieler seltener Arten sind und hob hervor, dass der Naturpark Rhein-Westerwald eine Vielzahl von Lebensräumen bietet, die anderswo kaum noch zu finden sind. Im Fokus des Vortrages standen dabei die Lebensräume im Rheintal mit der Erpeler Ley, Rheinbrohler Ley und Hammersteiner Ley. Diese zu schützen, spielt eine entscheidende Rolle für den Erhalt der regionalen Biodiversität.

Als weitere Besonderheit im Naturpark nennt er die alte Wiedtalbrücke an der A3, die als „artenreichste Fledermausbrücke Deutschlands“ gilt. Mit ihren Fugen und Hohlkammern bietet sie schätzungsweise 10.000 Fledermäusen Quartiere. Insgesamt neun verschiedene Arten konnten bisher nachgewiesen werden. Floristisch bemerkenswert sind u.a. die Vorkommen von Frauenschuh, stinkender Nieswurz und Lorbeerseidelbast, der nur an drei Stellen in Deutschland natürlich vorkommt.

Ein wichtiges Thema in Günter Hahns Vortrag war die Bedeutung der „natürlichen Unordnung“ in Biotopen. „Natur braucht Unordnung“, erklärte Hahn. Diese Unordnung sei für den Fortbestand vieler Pflanzen- und Tierarten von entscheidender Bedeutung. Werden natürliche Strukturen verändert, verschwinden viele spezialisierte Arten, die auf bestimmte Lebensräume angewiesen sind.

Im Anschluss an den Vortrag gab es die Möglichkeit zum Austausch unter den rund 50 Teilnehmern. Die Netzwerkerinnen und Netzwerker – darunter Vertreter von Naturschutzverbänden, Kommunen und Fachbehörden – nutzten die Gelegenheit, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und neue Ideen für den Naturschutz im Naturpark Rhein-Westerwald zu entwickeln.

Das „Naturpark Netzwerk Naturschutz“ des Naturparks Rhein-Westerwald dient als wichtige Plattform für den Austausch von Fachwissen und Erfahrungen im Bereich Natur- und Umweltschutz und unterstützt die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Naturpark. Weitere Informationen zum Netzwerk unter www.naturpark-rhein-westerwald.de.

Noch mehr Wissenswertes von Günter Hahn zur Flora und Fauna im Naturpark gibt es in der kostenfreien Naturpark-Broschüre „Pflanzen und Tierwelt im Naturpark – Landschaften erhalten, pflegen, schützen“. Diese liegt in der Geschäftsstelle des Naturparks sowie in den Tourist-Informationen der Verbandsgemeinden aus. Darüber hinaus kann die Broschüre auch auf der Webseite des Naturparks heruntergeladen werden .

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