Stadt und Netzwerk Innenstadt setzen Projekt erfolgreich um
Feierabendmarkt: „Enge schafft Kommunikation“
Neuwied. „Enge schafft Kommunikation“, zeigte sich Werner Hammes beeindruckt. „Fast so wie früher beim Neuwieder Tag, dem Donnerstag, auf dem Deichstadtfest“, meinte eine andere Besucherin.
Die zweite Auflage des Feierabendmarktes war noch besser besucht, als die Premiere im Mai. Die schöne Atmosphäre und das besondere Flair haben sich herumgesprochen. Sichtlich zufrieden zeigte sich Claudia Wischmann vom Netzwerk Innenstadt. Gemeinsam mit den Teammitgliedern aus der Untergruppe „Handel und Gastronomie“ und in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing, hat die Sprecherin des Arbeitskreis die Veranstaltung aus einer Idee in die Tat umgesetzt. Bis September finden die Feierabendmärkte einmal im Monat, immer donnerstags, statt. Das Ziel, die Innenstadt zu beleben, ist aufgegangen. Und mehr noch: Der Feierabendmarkt bietet Raum zur Begegnung. Die Veranstaltung kommt bei ganz unterschiedlichen Gruppen an. „Kollegen, die sich nach der Arbeit verabreden, ebenso wie Senioren aus den Nachbarschaft und den umliegenden Häusern“, hat Claudia Wischmann beobachtet. Vielfach hatten sich die Neuwieder mehr Gelegenheit zur Kommunikation gewünscht. Dieser Raum ist nun entstanden. Dass alles kompakt in der Pfarrstraße vor der schönen Kulisse des historischen Rathauses angeordnet ist, kommt gut an. Zwar zentral gelegen, aber weniger hektisch als auf dem Luisenplatz geht es hier zu. Eine lange, schön dekorierte Tafel lädt zum Verweilen ein. „Wer unbedingt einen Sitzplatz wollte, war schon lange vor sechszehn Uhr hier“, schmunzelte Claudia
Wischmann. Offiziell ging es dann um sechszehn Uhr los. Ende ist stets 21 Uhr. Zumindest anfänglich herrliches Wetter lockte die Besucher in Scharen herbei. Eingerahmt waren die Stehtische und Bänke von den zwölf Marktbeschickern. Gerne wären mehr gekommen. Aber der Platz ist begrenzt und besondere Kriterien müssen erfüllt sein. Unter anderem legen die Veranstalter großen Wert auf Regionalität. Gemeinsam waren das Stadtmarketing und die Ehrenamtlichen aus dem Netzwerk Innenstadt auf die Suche nach potenziellen Ausstellern gegangen. Babos Suppen aus Neuwied, Marmeladen von Marie-Luise Engelhard, das Weingut Emmerich aus Leutesdorf und der Imker „Kurz und süß“ aus Altwied zählten dazu. Zur Kaffeezeit am Nachmittag liefen Crepes und das selbst gemachte Gebäck am Patissrie-Stand von Anna Stephany besonders gut. Gegen Abend waren dann die herzhaften Pulledpork-Burger angesagt. Auf der Getränkekarte stand Wein ganz oben. Uli Adams (Weinhaus Adams) schenkte den ersten Jahrgang der „Neuwieder Wahrheit“ aus. Nach über einhundert Jahren wird damit eine alte Tradition auf dem Irlicher Heldenberger wiederbelebt. Der Feierabendmarkt 2020 wird übrigens anders werden. „Womöglich wird dann Bier statt Wein ein Schwerpunkt werden“, sagt Claudia Wischmann. Man strebe Abwechslung an.
Auch der Standort soll ein anderer sein. Sollte das Deichvorgelände fertig sein, haben die Veranstalter den Bereich an der Freitreppe zum Rhein ins Auge gefasst.
FF
Bei zu Beginn herrlichen Sonnenschein bot das historische Rathaus dem Feierabendmarkt eine traumhafte Kulisse.
