Allgemeine Berichte | 18.10.2024

Feierliche Einweihung der Platzanlage „Der Weite Blick“

Nach der Einsegnung der Platzanlage am 3. Oktober 2024 durch Regens Volker Malburg (2.v.r.) wies Leo Mattuscheck (3.v.r.) auf die geschichtliche Bedeutung des Ortes an der Schwallhüll hin und erläuterte Rita Keller (l.) ihre Konzeptidee.

Lantershofen. Wanderer des Rotweinwanderweges, die vom Ahrtal kommend den Weg auf die Höhe in Richtung des Lantershofener Sportplatzgeländes nehmen, werden von einem neu gestalteten Dorfeingangsplatz begrüßt, der sie zu einer kleinen Ruhepause einlädt. Dort am Endpunkt der Rheinstraße hat die Initiative „Lantesche für Lantesche“ um Rita Keller und Maria Kuttig in liebevoller Eigenleistung einen ansprechenden kleinen Aufenthaltsort geschaffen, von dem aus man einen traumhaften Ausblick auf das östliche Ahrtal genießen kann.

Historische Bedeutung erfuhr dieser Ort zu napoleonischer Zeit. Nachdem Napoleon Bonaparte am 18. Mai 1804 zum französischen Kaiser proklamiert wurde, reiste er zweimal ins Rheinland, um sich ein Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen. Im Spätsommer unternahm er eine Reise in die französischen Departments des Rheinlands, am 3. September 1804 nach Aachen, der Hauptstadt des neu geschaffenen Roer-Departements, am 13. September nach Köln, und besuchte im Anschluss unter anderem Bonn und Koblenz. Hierbei soll er auch im „Gasthof Schwanen“ aus dem Jahr 1671, eines der schönsten und ältesten Fachwerkhäuser Oberwinters, übernachtet haben. Nicht belegt ist, ob sein Wagentross auch auf der von den französischen Besatzern neu gebauten Heerstraße von Wadenheim und Hemmessen kommend entlang gezogen ist. Was die Bezeichnung „Schwallhüll“ anbetrifft, hat sich der Name im Sprachgebrauch von den durch die Franzosen dort abgestellten Pferden (frz. „Cheval“) im Schutz bietenden Hohlweg („Hüll“) abgeleitet.

Südlich parallel der Schwallhüll führt der von der L 83 Hemmessener Straße kommende Wirtschaftsweg zu der kleinen Platzanlage, die den Endpunkt der Rheinstraße bildet, und von wo aus man auch zum Sportplatzgelände gelangt.

In der Mitte der Platzfläche, die mit einem wassergebundenen Splittbelag naturnah befestigt ist, ruht eine schwere Steinbank aus Eifeler Granit im Schutz eines hohen Walnussbaumes, an dessen Fuß ein alter Futtertrog ebenfalls aus Eifeler Granit aufgestellt ist. Zur Bewahrung vor dem Befahren wird die Anlage zur Straßenfläche hin durch große Basaltbrocken gesichert. In Abgrenzung zur nördlich gelegenen Schwallhüll hin wird der Platz im Halbrund von einer Pflasterreihe gesäumt und mit einer niedrigen immergrünen Buchsbaumhecke gerahmt.

Um die Besonderheit dieses Ortes zu würdigen und dessen Einzigartigkeit den Wanderern des Birnenrundwanderweges zugänglich zu machen, hat der Verein Zukunft Lantershofen mit seinem Vorsitzenden Leo Mattuscheck beschlossen, die geschichtlichen und kulturellen Hintergründe auf einer Infotafel darzustellen.

Hierzu haben sich mehrere Mitglieder des Vereins am 30. September 2024 getroffen, um das Fundament für den Ständer der Informationstafel auszuheben und zu gießen. Mit dabei waren auch Rita Keller und Maria Kuttig von der Inititative „Lantesche für Lantesche“, um den historischen Steintrog aus Eifeler Granit mit herbstlichen Pflanzen ansprechend zu schmücken.

Zur feierlichen Einweihung und Einsegnung am 3. Oktober 2024 zitierte Regens Volker Malburg aus der heiligen Schrift über die Herrlichkeit Gottes in der Natur und segnete den Platz mit geweihtem Wasser.

Vereinsvorsitzender Leo Mattuscheck wies auf die geschichtliche Entstehung und Bedeutung des Ortes oberhalb der Schwallhüll hin und erläuterte die Herkunft der Bezeichnung dieses Hohlweges aus der sprachlichen Abwandlung des französischen Wortes „Cheval“ für Pferd in den Dialekt „Schwall“ zusammen mit dem Wort „Hüll“ für Hohlweg.

Rita Keller gab einen spannenden Einblick in die Umsetzung ihrer Vision der Platzgestaltung insbesondere mit dem Entdecken und Einbeziehen der historischen Steinbank und dem ebenso alten Steintrog aus Eifeler Granit, die würdige Zeitdokumente für diesen Ort sind, von dem aus sich der sprichwörtliche „Weite Blick“ in die Landschaft des Ahrtals bietet.

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