Innung für Elektro- und Informationstechnik Mayen entlässt Prüflinge in Welling
Feierliche Freisprechung der Elektroniker
Mayen. Was die Ausbildungszeit angeht, haben sie den Stecker gezogen. Jetzt kommt der Neustart als Berufsanfänger: Acht erfolgreiche Prüflinge konnte die Innung für Elektro- und Informationstechnik Mayen in ihre berufliche Zukunft entlassen. Die jungen Männer wurden jüngst im Hotel Zur Post in Welling nach altem Brauch freigesprochen. Das bedeutet: Fortan sind sie keine Auszubildenden mehr, sondern frischgebackene Gesellen.
Wie gewohnt ließ es sich Obermeister Andreas Fuhrmann nicht nehmen, den Neuen herzlich zu gratulieren. Eltern, Ausbilder, Innungsmitglieder, Freundinnen, Lehrer: sie alle freuten sich mit den jungen Elektronikern für Energie- und Gebäudetechnik. Seinen Ursprung hat der Brauch der Freisprechung im Spätmittelalter, erläuterte der Obermeister. Damals gehörte der Lehrling im Rahmen seiner Ausbildung zur Familie des Lehrmeisters. Dieser trug die Verantwortung für seine Schüler und versorgte sie mit Essen, Trinken und einem Schlafplatz. Er bestimmte auch, wann ihre Lehrzeit ihr Ende fand. Erst auf sein Geheiß wurden die jungen Männer feierlich losgesprochen.
Heute dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre. Die Innungen sind es, die die Gesellenprüfungen durchführen und viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit investieren - ein tolles Engagement. „Elektroniker: Das ist einer der anspruchsvollsten Berufe, die das Handwerk zu bieten hat“, zeigte sich Bernd Wagner, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, überzeugt. Und ein Unverzichtbarer. Denn die Arbeitswelt erfahre einen fundamentalen Wandel. „Die Zukunft wird digital und elektronisch“, so Wagner. Ob Flugzeug, Auto, Heizung oder Smart Home: „Es ist ein riesen Markt , der da auf euch zukommt!“
Dass die Ausbildung den jungen Leuten viel abverlangt, zeige die Tatsache, dass fünfzig Prozent der Prüflinge durchgefallen sind. „Hier werden wir als Innung noch Ursachenforschung betreiben“, versprach Obermeister Fuhrmann.
„So gesehen sind Sie die `last men standing`“, freute sich denn auch Oliver Engels, Direktor Regionalmarkt Mayen von der Volksbank RheinAhrEifel angesichts der acht erfolgreichen Absolventen. Neben der KSK zählt die Volksbank zu den Sponsoren. Nun stehen den Berufsanfängern zahlreiche Türen offen: In der Region bleiben oder nicht, sich selbstständig machen oder lieber angestellt bleiben.
Und: „Im Gegensatz zu Schalke könnt ihr jetzt noch Meister werden“, wie Comedian Handwerker Peters, der „Polier der Herzen“, trocken feststellte. In der Eifel zu Hause, auf allen Baustellen berüchtigt: Peters alias Kai Kramosta erwies sich im Rahmen der Freisprechung erneut als Glücksgriff und sorgte mit Selbstironie und Sprachwitz für beste Stimmung.
Die eigentliche Freisprechung schließlich übernahm Bernd Wagner. Anschließend gab es die Zeugnisse und Gesellenbriefe. Marcel Postrach, Lasse Rauser, Lukas Römpler, Max Klein, Tommy Kutzner, Luis Nagel, Maurice Thiele und Julian Vogel, das sind die Absolventen. Als Prüfungsbester glänzen konnte Marcel Postrach (Ausbilder Baywa r.e. Operation Services, Bendorf), auf dem zweiten Platz landete Lasse Rauser (Winfried Müller Elektro-Dienst, Andernach) und auf dem dritten Lukas Römpler (Baywa r.e. Operation Services, Bendorf).
Pressemitteilung
Innung für Elektro- und
Informationstechnik Mayen
