Friedensgedenkfeier zum Volkstrauertag am Friedhof in Montabaur
Feierliches Gedenken und mahnende Worte
Landrat Schwickert ruft zu Kompromissbereitschaft und Verständnis auf – Zeremonie mit Musik und Gedanken
Montabaur. Die Stadt Montabaur und der Westerwaldkreis hatten die Bürger gemeinsam zur zentralen Friedensgedenkfeier auf den Hauptfriedhof in Montabaur eingeladen. Auf dem „Ehrenhain 1939/45 Westerwald“ wurde der Opfer der Kriege gedacht. Dazu wurde der Friedhof feierlich mit Kerzen und Fackeln beleuchtet. Es waren viele Menschen gekommen. Vertreter von Stadt, Kreis und Kirche gedachten der Opfer und appellierten, sich für Frieden in unserer Zeit einzusetzen. Für den musikalischen Rahmen sorgten der Musikverein Horressen und der Kinder- und Jugendchor St. Peter in Ketten. Weitere Mitwirkende waren das Amateurtheater „die oase“ sowie die Schützengesellschaft und die Freiwillige Feuerwehr Montabaur.
Der Musikverein Horressen spielte „Ein letzter Gruß“ von Siegfried Rundel. Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland hielt eine Ansprache und legte einen Kranz nieder. Zum Jubiläum der mittlerweile 100-jährigen Glocke auf dem Friedhof zeigte sie einen kurzen zeitlichen Abriss über die Geschichte der Glocke. Der Kinder- und Jugendchor St. Peter in Ketten bot eindrucksvoll „I Have a Dream“ von Mary Donnely dar.
Das Amateurtheater „die oase“ regte mit seinen Texten zum Nachdenken und Erinnern an. Der Kinder- und Jugendchor St. Peter in Ketten präsentierte „Es werde hell auf der Erde“ von Peter Janssens. Landrat Achim Schwickert hielt eine bemerkenswerte Gedenkrede, in der er auch die aktuellen Entwicklungen aufzeigte. Seit etwa drei Jahren erhalte er immer mehr Schreiben, die im Wortlaut gefährliche aggressive Entwicklungen zeigten. Jeder würde plötzlich nur noch seine Meinung gelten lassen. Andere Ansichten würden rigoros ausgeblendet. „Es geht im Leben aber nur mit Kompromissen, Argumenten und sich aufeinander zuzubewegen“, so der Landrat. Der Kinder- und Jugendchor St. Peter in Ketten sang „Risen Lord“ von Barry Rose. Das Amateurtheater „die oase“ ließ der Toten gedenken mit dem Anschlagen der Friedensglocke: Drei Mal drei Schläge. Die Schützengesellschaft „St. Sebastianus“ aus Montabaur und die Freiwillige Feuerwehr Montabaur hielten die Ehrenwache.
Der Musikverein Horressen spielte von Friedrich Silcher: „Ich hatte einen Kameraden“. Die Evangelische Kirchengemeinde ließ das „Vater unser“ sprechen. Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland sprach das Schlusswort. Der Musikverein Horressen spielte die Nationalhymne.
Zur feierlichen Kranzniederlegung waren viele Menschen zum Friedhof in Montabaur gekommen.
