„FeinHerb“ theater&musik Ellenz-Poltersdorf präsentierte ihr neuestes Theaterstück
Feinherbe Zwerchfellverwöhnung mit exzellenten Darstellern
Eine Theaterstück von Verliebten, Gaunern und Weinliebhabern
Ellenz. Nach der „Pension Hollywood“ in 2017 bekommen es die Besucher des turbulenten Dreiakters der Ellenzer Feinherb-Akteure heuer mit der örtlichen „Winzerpension Fasswein“ zu tun, in der die eine Person nie weiß was die andere tut. Mit Ausnahme von Oma Augusta Fasswein, die sich als bekennende Zigarrenraucherin gerne mal auf die Lauer legt, um Familie und Nachbarn bis auf die Unterhose auszuspionieren. Andrea Serwazi erfreut in dieser Rolle als gewitzter Oldie und weiß in der Folge gar als Kennerin von Hausmittelchen eine Bisswunde am Allerwertesten ihres Sohnes Heiner mit Altöl, Pferdesalbe und Sägemehl zu versorgen. Sohn Heiner Fasswein, eine Paraderolle für und von Anja Schneiders, ist angeblicher Hausherr der Winzerpension, wobei aber seine Göttergattin Ute Fasswein, trefflich verkörpert von Yvonne Berns, definitiv die Hosen anhat. Ihr Töchterchen Charlotte Fasswein, ein hübsch anzusehender und verliebter Sausewind, wird von Sonja Fuhrmann-Weber ins sehenswerte Rampenlicht gerückt. Nach ihr schmachten nicht nur einige Bühnenverehrer aus dem Dreiakter, auch das männliche Publikum wirft ihr das ein oder andere Kusshändchen zu. Dem stillen Zecher mit Spitznamen „Schoppe-Karl“, bürgerlich Karl Reblaus, haucht Erhard Kranz in überzeugender Manier Leben ein, wobei er dieses als Gelegenheitstrinker und Traubenflüsterer unter dem Motto: „Ich trinke bei jeder Gelegenheit“, permanent mit seinen alkoholisierten „Rundfüßen“ abläuft. Michael Bitterwein, der lange, schlaksige Nachbar von Fassweins, hat sich in die Tochter des Hauses verliebt. Um zu seiner holden Maid Charlotte in den 1. Stock der Winzerpension zu gelangen, ist für den höchst amüsant agierenden Akteur Michael Hermes dann zwingend die Verwendung der Hühnerleiter angesagt. Schöne Augen und lieblichen Gesang hat auch der Kölner Urlaubsgast und Erfinder Kurt Balzer für das Mädel von Fassweins übrig. Dieter Schulz ist es, der in der Rolle des einfältigen Großstädters inklusive kölsche Schnüss begeistert. Leider hat er sein nörgelndes Eheweib Christa Balzer, herrlich nervig - Elke Zenz, im Schlepptau, die er gerne mal auf den Erdtrabanten schießen würde. Ihretwegen muss er sich als Wingert-Nordic-Walker betätigen, obwohl es ihm doch eher nach Wein, Weib und Gesang ist. Maria Oster ist es, die als exzellent agierende Nachbarschaftsfurie Liesel Bitterwein streng auf ihren Forellenteich, sowie den verliebten Sohn Peter achtet. Unwissend darüber, dass dieser bereits seit einem Jahr erfolgreich Charlotte Fasswein umgarnt. Oma Augusta Fasswein unterstützt den Jungen bei seinem Bewerben um die Enkelin und darf sich dafür regelmäßig zehn Forellen aus dem Teich von Mama Bitterwein stibitzen. Auf einer solchen Diebestour wird dann Hausherr Heiner Fasswein von Bitterweins Rottweiler in den oben erwähnten Allerwertesten gebissen, was besagte Wundversorgung zur Folge hat.
Ein turbulentes Theaterstück
Ein abwechslungsreiches, ja turbulentes Stück, bei dem es für Bühnenaktive wie Zuschauer kaum eine Atempause gibt. Zu den Erstgenannten gesellt sich dann noch Gerold von und zu Speckstein, angeblicher Ermittler von Interpol-Frankreich, der den Moselwinzern wegen Weinpantscherei in die Keller schauen soll. In Wirklichkeit ist besagter Franzose aber ein Ganove aus Fankel, der sich seine Konkurrenz mit einer Verzuckerung von deren Wein mit anschließender Denunzierung vom Hals schaffen will. Bernhard Konzen schlüpft in die Rolle des Bösewichts und meistert sie mit Bravour.
Resümee: Ein sehr unterhaltsamer Dreiakter, der von seinen hervorragend aufgelegten Akteuren lebte. Die versahen ihre zum Teil frivolen Texte mit vorzüglichem Lokalkolorit, was dem Zwerchfell der Theaterbesucher zu wahren Glücksmomenten verhalf. TE
