Fast fünf Stunden karnevalistisches Potpourri beim Elferrat Rot-Weiss Höhr-Grenzhausen
Ferdi Mercürü rockte die Bühne
Queen-Imitator Oliver Eberz lief in der Sitzung im „Till Eulenspiegel“ zur Höchstform auf
Höhr-Grenzhausen. Rock-Legende Freddy Mercury hätte seine Freude gehabt. So leidenschaftlich und in so perfekter Mimik, Gestik und Habitus ist er wohl nur selten imitiert worden wie von Karnevalist Oliver Eberz auf der Sitzung des Elferrats Rot-Weiss im Vereinsheim Till Eulenspiegel. Majestätisch reckte er die Arme in die Höhe, warf sich knieend auf den Boden oder stolzierte mit gereckter Brust quer über die Bühne, Queen-Titel singend mit eingedeutschten Gemüse-Texten – das Publikum jubelte, forderte minutenlang Zugaben. Oliver Eberz hatte alles gegeben, die Show als Gemüsemann „Ferdi Mercürü“ hatte ihm alles abverlangt. Der Elferrat entließ ihn schließlich aus der Pflicht mit den Worten: „Wir brauchen ihn noch drei Wochen!“ Das war einer der Höhepunkte des fast fünfstündigen Programms in der Rot-Weiss-Halle. Begonnen hatte alles mit einem Sketch und dem Einmarsch des Elferrats, angeführt von Präsident Michael Specht. Häufigere Besucher der Veranstaltung ahnten dann schon den weiteren Verlauf und freuten sich darauf: Der Ransbach-Baumbacher Rechtsanwalt und FC Bayern-Fan Rudolf Schwaderlapp übernahm als „Till“ (Eulenspiegel) die zu Beginn eines solchen Abends nicht ganz leichte Aufgabe, Stimmung in den mit 300 Besuchern bis auf den letzten Stuhl gefüllten Saal zu bringen.
Hohn und Spott für die Mächtigen der Welt
Doch Routinier Schwaderlapp wurde auch diesmal wieder den hohen Ansprüchen gerecht. Im rot-weißen Harlekinkostüm goss er Hohn und Spott über die Mächtigen der Welt, verkniff sich aber auch nicht den einen oder anderen klugen Rat an ebendiese globalen Herrscher. In dieser Reihe tauchte auch Höhr-Grenzhausens Rathaus-Chef Thilo Becker auf, dem „Till“ empfahl: „Wenn das mit dem Naturschwimmbad in Höhr-Grenzhausen in den nächsten zehn Jahren nichts wird, dann kommt einfach in das herrliche Freibad nach Ransbach-Baumbach!“ Ernster gemeint war dann schon die aktuell besonders zeitgemäße Forderung an das ihm ergeben lauschende Narrenvolk: „Vergesst nicht, kein Politiker ist perfekt. Aber er verdient als Mensch Respekt!“ Ein Höhepunkt im rot-weißen Karnevalstrubel ist auch immer wieder der „Mann mit dem roten Klavier“. Patrick Bühler bezog das Publikum in seinen Vortrag mit ein und stellte ihm die Aufgabe, jeden seiner begonnenen Sätze mit dem Rufen eines passenden Vornamens zu beenden. Zu den einfacheren Herausforderungen gehörte da noch: „Ich nahm das Glas und pro… Birte“. Es folgten Späße wie: „Machst du eigentlich auch Sport? – Ja, ich bin ganz gut in … Dennis, aber ich bin nicht so gut … Ingolf! Wir umarmten uns und sie massierte mich im Ge... Nick! Ihr ward super und ich sage mit einem großen D... Anke!“
Kreativ wie Elton John
Der Mann mit dem roten Klavier – mehr noch bleiben sein roter Anzug und der rote Zylinder in Erinnerung – erinnert an Elton John und ist auch nicht weniger kreativ mit seiner Musik und seinen Texten. Mit viel Wortakrobatik textet er bekannte Melodien um. Nach der Pause und dem Essen brachte die Hausband „Zweiter Frühling“ die Partygäste mit kölschen Stimmungsliedern wieder in Schwung. Michael Specht stellte in einem fundierten zoologischen Vortrag die seltene und vom Aussterben bedrohte Spezies „Mett-Igel“ vor. Der mutige Mett-Igel befindet sich in einem permanenten Überlebenskampf. In Sterne-Restaurants ist er aber schon so gut wie ausgerottet. Im Zwiegespräch der tattrigen alten „Damen“ Roman Birnbach und Jörg Lötschert unterhalten sich die beiden Hochbetagten über den Film „Dirty Dancing“ und was alles so toll war in den 80-er Jahren. Als die beiden auf die modernen Kommunikationsmittel zu sprechen kommen, gerät das Gespräch allerdings völlig aus den Fugen und es hagelt Missverständnisse.
Männerballett wurde mit Spannung erwartet
Mit Spannung erwartet wird in den rot-weißen Sitzungen immer das Männerballett: In diesem Jahr habe die geschmeidige Tanztruppe eine Rolle gefunden, die ihrem wahren Wesen am besten entspreche, wurden sie von Sitzungspräsident Michael Specht angekündigt. In lebensecht wirkenden Affenkostümen und versteckt unter anatomisch geformten Gesichtsmasken der Primaten stürmte das Rudel auf die Bühne und tanzte zu Titeln wie „Dschungelbuch“ und „I like to Move It“. Der Saal tobte und im Stehen klatschten die Gäste begeistert mit.
Bütten- und Bühnenkünste
Aus einem bunten Potpourri karnevalistischer Bütten- und Bühnenkünste setzte sich das Programm der Rot-Weiss-Sitzung zusammen. Das Rot-Weiss-Ballett zeigte einen gut aufeinander abgestimmten Marschtanz, Janne und Henri Jacquemin von der Ranzengarde Grün-Gelb hielten ein Zwiegespräch über das Familienleben, Isabel Gil Bühler betrat als „Biggi aus Hessen“ die Bühne und die Bütt, Andrea Birnbach, Jasna Specht, Heike Segeth und Sandra Jacquemin machten sich singend und diskutierend Luft als „Eltern von Pubertierenden“, und Daniel Roos und Stephanie Glodowske stellten das typische „Im Karneval haben wir uns kennengelernt und neun Monate später kommt das Ergebnis“-Paar dar, mit Dominik und Sascha Deinert als karnevalistischen Kindern.
Nächste Sitzung am 1. Februar
Und in all‘ dem karnevalistischen Trubel tauchte immer wieder das sympathische Rot-Weisse Prinzenpaar Laura Letschert und Bastian Dillenburg auf, die allerdings zwischendurch noch einen Auftritt in der parallel laufenden Sitzung des Karnevalsvereins Grau-Blau zu absolvieren hatten. In Feuerwehruniformen sah man das Rot-Weiss-Ballett noch, und Michael („Speedy“) Specht, Oliver Eberz, Thomas Westphal, Roman Birnbach, Jörg Lötschert und Oliver Heine begeisterten als „Krumme Zingenöhl“ mit A-cappella-Gesang und Comedy. Am kommenden Samstag, 8. Februar, findet ab 19.11 Uhr im Vereinshaus „Till Eulenspiegel“ die zweite Sitzung des Elferrats Rot-Weiss statt.
Rock-Legende Freddy Mercury hätte seine Freude gehabt. So lebensecht ist er wohl nur selten imitiert worden wie von Karnevalist Oliver Eberz.
In lebensecht wirkenden Affenkostümen stürmte das Männerballett auf die Bühne und tanzte zu Titeln wie „Dschungelbuch“.
Mit viel Wortakrobatik textet Patrick Bühler im Elton-John-Outfit bekannte Melodien um.
Nach der Pause und dem Essen brachte die Hausband „Zweiter Frühling“ die Partygäste wieder in Schwung.
