Bassemer Möhnen
Fete mit bombastischer Stimmung
Bassenheim. Seit vielen Jahren haben sich die Möhnen der Rathausstürmung am Schwerdonnerstag verschrieben. Deshalb trafen sich um 8.30 Uhr viele farbenfroh kostümierte Möhnen zu einem kleinen Umzug durchs Dorf. Als Erstes wurde die Bäckerei Lohner besucht, wo den Jecken leckere Backwaren, sowie das aufmunternde Gläschen Sekt angeboten wurde. Mit dem Möhnenlied, aus vollen Kehlen gesungen, stürmten die Möhnen die Volksbank, in der sie, wie jedes Jahr, schon mit Karnevalsmusik, Snacks und gefüllten Sektgläsern begrüßt wurden. In diesem Jahr hatte die Volksbank etwas ganz Besonderes für den Möhnenverein. Die Bankleiterin Frau Jung überreichte dem Verein einen großzügigen Scheck für die Möhnenkasse und dem Vorstand sogar noch ein tolles Präsent. Mit einem kräftigen dreimal „Helau Volksbank“ bedankte sich die Gruppe und zog weiter ins „Bassem Center“. Danach zog man weiter zur Schule. Auf dem Schulhof herrschte ein munteres Treiben und die Kinder stürmten in die Pausenhalle, um den Möhnen wieder ihre, vom Lehrerkollegium einstudierten, Tänze und Lieder vorzutragen. Mit großem Applaus und Süßigkeiten wurden sie reichlich belohnt. Danach musste der ganze Trupp weiterziehen, denn auch die kleinen Jecken im Kindergarten warteten auf ihre Süßigkeiten-Ration. Es folgten als nächste Stationen der Frisiersalon von Ulli und das gegenüberliegende Gasthaus „Deniz“. Nach ein, zwei Gläschen Ouzo oder Sekt ging es weiter, denn die Zeit drängte und die Sparkasse stand noch auf dem Besuchsprogramm. Auch hier wurde den Teilnehmerinnen genügend an Essen und Trinken angeboten. Vom Fenster aus hatte man einen idealen Blick zum Rathaus und konnten so die Aktivitäten der Bürgerwehr beobachten. Inzwischen war man auch noch Live mit dem Radiosender SWR verbunden, der die Rathausstürmung übertrug. Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die Möhnen mit dem Schlachtruf „Ri, ru, rack, mir stobbe desch en de Sack, do netzt dir och kä Bürjewehr, nau mach on jeff den Schlessel her.“ Die Bürgerwehr schoss eine Konfettisalve nach der anderen und rasselte mit ihren Säbeln, aber die Möhnen steckten den Bürgermeister gekonnt in einen überdimensionalen Kartoffelsack. Erst nach Herausgabe des Ortsschlüssels wurde er wieder befreit und lud alle Narren ins Rathaus zur Friedensfeier ein.
Startschuss für Fete
Nach einer kurzen Erholung fiel um 18.11 Uhr der Startschuss für die große Möhnenfastnachtsfete. Begleitet von der Bürgerwehr und dem wieder im Sack steckenden Bürgermeister, den Tanzmäusen und den beiden Funkenmariechen zog der Vorstand mit karnevalistischer Musik der Band Musik for You in die wieder toll von Gaby und Peter Israel dekorierte und von vielen Narren gefüllte Halle ein. Nachdem Obermöhne Elsbeth alle Gäste begrüßt hatte, wurde das Möhnenlied gesungen, aber zackisch, und das Mikrofon wechselte zu Petra Kaltenborn, die wie üblich mit Ingrid Ringel, jede auf ihre eigene, unkomplizierte, lockere Art humorvoll durch das Programm führten. Als erste stürmten die Kleinsten auf die Bühne. Kleine Beine, große Leistung beim Tanzen. Ulli Stahl hatte mal wieder ein fantasievolles Outfit gezaubert.
Damit gewannen unsere Tanzmäuse in ihren tollen, farbenfroh glitzernden Kostümen mit grün gelockten Perücken sofort die Herzen der Zuschauer. Damit hatten Ulli und Mona Kalsch als Betreuerin und vor allem Jessica Stahl als professionelle Trainerin voll ins „Schwarze“ getroffen. Einen flotten Solotanz trug Antonia Fetz, Funkenmariechen bei den „Bur Jecke“ vor. Auch die Garde der KG ließ es sich nicht nehmen, bei den Möhnen ihr Können zu zeigen. Auf hohe See ging es mit dem Dreimaster der Sternschnuppen, ein Ableger der bekannten Tanzgruppe Tanzende Sterne. Hoher Besuch aus Mülheim-Kärlich stand schon im Foyer bereit. Es war kein Geringerer als Prinz Dionys I. mit seinem Gefolge. Unter vielstimmigem Helau zog er in die Narrhalla ein und wurde herzlich von den Narren begrüßt. Mit seinen Pagen und dem Gefolge sang er das Lied seiner Kampagne, La Ola mit Tanzeinlage, die mit großem Beifall honoriert wurde. Auch ein Büttenredner darf an einem solchen Abend nicht fehlen. So betrat Thomas Kreuter aus unserer Nachbarstadt Mülheim-Kärlich die Bühne und brachte in ganz behäbiger Art einen prima Vortrag zu Gehör. Nun hieß es ab auf die Piste mit der Showtanzgruppe aus Horchheim, die schon seit 16 Jahren gern gesehene Gäste sind, und mit ihren Tänzen und Akrobatik immer für eine klasse Show sorgen. Ebenfalls ein Spross der Emmelshausener ist die Showtanzgruppe „Sternenschimmer“. Diesmal lockten sie zum Glücksspiel beim Roulette ins Casino. Eine kleine Verschnaufpause für die Augen war nun angesagt.
Mitgesungen und geschunkelt
Dafür durfte jetzt mitgesungen und geschunkelt werden, denn die zwei Stimmungsmacher aus Urmitz, Ralf Mohr und Herbert Bauer brachten die Halle mit ihren Liedern so richtig ins Beben. Nun wurde ein besonderes Ereignis angekündigt. Sport hält jung und fit. Das bewies die Turnerriege aus Andernach, die gekonnt und amüsant ihre Darbietungen in vollendeter Eleganz präsentierten. Auch Oma und Opa mischten noch kräftig bei den Aktionen mit. Eine super Gaudi. Auch die Möhnen können mit Funkenmariechen aufwarten. Stolz sind die Möhnen auf Sandy und Johanna Dötsch, die von Sandra Hamm erfolgreich trainiert werden. Leider musste Sandy an diesem Tag alleine tanzen, da Johanna aus beruflichen Gründen nicht genügend trainieren konnte. Das aber hat sie mit großem Bravour spitzenmäßig gemeistert und wurde mit großem Beifall belohnt. Wer träumt nicht von Hawaii und will auf große Weltreise gehen? Mit der Showtanzgruppe „Rheinzauber“ wurden die Narren über die sieben Meere geschippert und konnten die Südsee erleben. Diese Gruppe ist jedes Mal ein Augenschmaus mit ihren Kostümen und akrobatischen Leistungen.
Unter den Tänzerinnen mischt auch Jessica Stahl, Trainerin der Tanzmäuse mit und gibt ihr Können an die Kleinen weiter. Kein Wunder, dass diese Gruppe um Andreas Leininger zum Super-Fastnachter 2017 gekürt wurde. Die Weltreise ging weiter. Mit Viva Espania und sehr viel Esprit tanzte sich das Männerballett „Heiße Socken“ in die Herzen der Zuschauer. Powerfrau Miriam trug mit ihren vorgetragenen Songs zum Mitsingen und schunkeln bei, bis die Narrhalla dampfte. Schon konnte man sie erschnuppern, Zirkusluft. Mit glamourösen Kostümen und grandios tollen Effekten sorgte die „ Große Koblenzer“ Tanzgruppe für ein authentisches Zirkusambiente. Auch Sandra Hamm, die Trainerin unserer Funkenmariechen engagiert sich voll bei den Auftritten in dieser Schar. Plötzlich wehte ein kühler Wind durch die närrische Arena und viele Eskimos samt Iglu tummelten sich auf der Bühne. Die Tanzenden Sterne aus Emmelshausen waren in diese Rollen geschlüpft und boten, wie von ihnen nicht anders gewohnt, eine sensationelle Choreografie mit waghalsigen Hebe- und Wurffiguren. Auch sie sind schon seit 16 Jahren sehr lieb gewordene Gäste und bildeten damit den Abschluss des Möhnenprogramms. Die Live Band Musik for you animierte im Anschluss, bis spät in die Nacht, mit karnevalistischer Musik zum Tanzen. Es war mal wieder ein total gelungener Schwerdonnerstag.
