Ein Rheinbach-Hilberather Original genießt das Leben
Feuerwehr, Printemänner, Familie
Ewald Zimmermann ist mit 67 Jahren im „Unruhestand“ - Eine Stütze des Ortes und des Vereinslebens
Hilberath. Nein, als Rentner fühlt sich der 67-jährige Ewald Zimmermann nicht. Ein erfülltes Leben liegt hinter dem früheren Leiter des städtischen Bauhofs, dem ehemaligen Stadtbrandmeister, dem Ex-Prinzen mit seiner Roswitha an der Seite, dem jecken und sehr ernsthaften Hilberather. Und er genießt sein neues Leben mit den „Printemännern“, mit Haus und Garten, der Feuerwehr-Kameradschaft, dem Motorrad, den vielen Freunden und natürlich an erster Stelle mit seiner Familie. „Ich kann nicht zu Hause bleiben“, sagt Ewald Zimmermann über sich. Und seine Frau Roswitha lächelt dazu wissend. Das Paar ist nun fast 50 Jahre verheiratet, und sie sind nach wie vor glücklich. Ein Paar, das sich gefunden hat, sie verstehen sich toll. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie ihre Aufgaben haben, eigentlich nie zur Ruhe kommen. Und das auch gar nicht wollen. Die beiden Kinder und vier Enkel sind nun ihr Lebensmittelpunkt. Die Familie hat ihr Zentrum in Hilberath, im großen Haus der Eltern und Großeltern. Vier Generationen leben dort harmonisch unter einem Dach.
Ewald Zimmermann war sein Arbeitsleben lang viel beschäftigt. Als Leiter des Bauhofs und Stadtbrandmeister kannte ihn fast jeder Rheinbacher. Oder als Mitglied der „Printemänner“, dieser lautstarken Kapelle, deren schmissige Rhythmen vor allem aus Blechblasinstrumenten weit über die Grenzen des Ortes für Stimmung sorgen. Oder als aktiven Karnevalisten, der mit Roswitha in der Session 95/96 das Hilberather Prinzenpaar schmuck darstellte. Die Jahrzehnte „im Job“ hat der 67-Jährige abgehakt, sich dem „neuen Leben“ zugewandt. Doch vergessen kann er viele Momente vor allem bei Einsätzen der Feuerwehr nicht: „Noch heute fallen mir an vielen Stellen in der Stadt Situationen ein, wo ich schreckliche Schicksale erlebt habe, wo Menschen bei Unfällen getötet wurden. Nachts habe ich manchmal Schlafprobleme, wenn mir diese schlimmen Erlebnisse einfallen. Aber trotzdem habe ich diese Jahrzehnte innerlich abgelegt. Ich bin niemand, der nun oft zur Wache oder zum Bauhof geht, um sich einzumischen oder so. Das waren sehr schöne Jahre, aber sie sind vorbei.“
Ein Leben lang kannte Ewald Zimmermann keinen Feierabend, blicktt er heute zurück. Nachts klingelte das Telefon, riss ihn und seine Frau die Feuersirene aus dem Schlaf. Auch an Wochenenden und im Urlaub. Heute schreckt ihn das Heulen auf dem Dach nicht mehr hoch, er dreht sich um und schläft wieder ein. Als Ehrenwehrführer muss man eben nicht mehr heraus.
Doch für die Feuerwehr ist er noch immer aktiv. Gerade fuhr er wieder die Alten Herren eine Woche durch die Lande, Kultur und Geselligkeit verbindet der Reiseleiter Zimmermann in seinem beliebten Programm. Als Vorsitzender der örtlichen Jecken kommt natürlich im Karneval viel auf ihn zu, genauso wie auf seine Frau, beide sind in der Hilberather Narretei aufgewachsen und fest verwurzelt. „Wir wollen dafür sorgen, dass das Brauchtum auch in den Dörfern erhalten bleibt.“ Beliebt und gefragt ist der rüstige Hilberather heute wie früher: „Kanste mal?“ ist eine Frage, die Nachbarn und Freunde fast täglich stellen. Und die Antwort lautet fast immer: „Na klar, was willste?“
