Löschgruppe Oberdreis feierte Feuerwehrfest nach dramatischem Einsatz in Lahrbach
Feuerwehr im Wechselbad der Gefühle
Dr. Moritz Jungbluth zeigte alte Uniformen
Oberdreis. Wie extrem die Realitäten für einen Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau innerhalb kürzester Zeit wechseln können, erlebten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oberdreis am vergangenen Wochenende. Gedanklich war sie schon ganz auf das am
Sonntag bevorstehende Feuerwehrfest eingestellt, als in der Nacht von Freitag auf Samstag die Sirenen heulten. In Lahrbach stand ein Wohnhaus in Flammen. Menschenleben waren in Gefahr.
Der Einsatz dauerte bis in den Samstagmorgen. Ohne eine Stunde geschlafen zu haben, machten sich die Oberdreiser Kameraden im Anschluss an die Arbeit, die notwendigen Vorbereitungen für den Tag der offenen Tür am Sonntag zu treffen. Erst dann gönnten sie sich eine Ruhepause.
Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ sagte Wehrführer Peter Reusch: „Ein Feuerwehrfest veranstalten wir alle zwei Jahre. Diesmal haben wir auch eine kleine Ausstellung alter Feuerwehruniformen. Die sind aus der Sammlung von Dr. Moritz Jungbluth aus Nauort, der ist stellvertretender Leiter des Landschaftsmuseums in Hachenburg und hat uns die Uniformen freundlicherweise zur Verfügung gestellt.“ Gezeigt wurde auch ein gut erhaltener VW-Bus, der einmal der Vorgänger des aktuellen Einsatzfahrzeugs der Oberdreiser Feuerwehr war. Außer dem TSF-W verfügt die Einheit noch über einen Mannschaftstransportwagen. Reusch beschreibt die dramatischen Stunden in der Nacht zum Samstag: „Wir waren von 1 Uhr morgens an bis um 11 Uhr am Samstagvormittag im Einsatz. Anschließend haben wir für unser Feuerwehrfest aufgebaut. Das war ein harter Tag. Es war auch ein sehr
spezieller Einsatz, denn das Gebäude stand lichterloh in Flammen und es ging um die Rettung von Menschenleben. Zum Glück hatten die Bewohner eine ohnmächtige Person schon aus dem Gebäude herausgeholt.
Wir waren mit 16 Mitgliedern unserer Wehr im Einsatz, insgesamt waren es an die 100 Feuerwehrleute.“ 21 Männer und eine Frau bilden den Löschzug Oberdreis. Sie opfern ihre Zeit und riskieren ihre Gesundheit für die Sicherheit und das Leben der Menschen.
Trotzdem gibt es immer wieder Bürger, wundert sich Wehrführer Reusch, die den Sinn der Feuerwehr anzweifeln oder sich über nächtliches Sirenengeheul beschweren.
Ob sie das auch tun würden, wenn die Feuerwehr zu ihrem brennenden Haus ausrücken müsste? Erst wenn man mit eigenen Augen einen Katastrophenfall wie in Lahrbach miterlebt hat, lernt man den Wert der ehrenamtlichen Wehren schätzen. Peter Reusch hat sich gefreut über die Unterstützung der Lahrbacher Bevölkerung: „Ganz Lahrbach war auf den Beinen und hat die Feuerwehr tatkräftig unterstützt. Das muss man wirklich in höchstem Maße loben.“
Das Feuerwehrhaus am Ortsrand von Oberdreis wurde vor zehn Jahren neu gebaut. Vorher hatte die Feuerwehr ihren Sitz mitten im Ort, dort reichte der Platz aber nicht mehr aus. Außer für Oberdreis ist die Wehr noch für den Brandschutz in Woldert, Lautzert, Rodenbach, Udert bis nach Dendert zuständig. In anderen näheren Ortschaften wird Oberdreis im Bedarfsfall nachalarmiert. Beim Feuerwehrfest konnten die Kinder bei einer kleinen gestellten Übung auch schon mal selbst mit Wasser einen kleinen Brand löschen. Um den Nachwuchs muss man sich, auch dank der aktiven Bambini- und Jugendfeuerwehr in der Verbandsgemeinde Puderbach, keine Sorgen machen. Ein früher Gast des Fests am Sonntagmorgen war unter anderem VG-Bürgermeister Volker Mendel, mit dem die Gäste über aktuelle Themen des Brandschutzes sprechen konnten.
Dr. Moritz Jungbluth aus Nauort stellte die historischen Feuerwehruniformen für eine kleine Ausstellung zur Verfügung. Hier erklärt ein Mitglied der Feuerwehr Oberdreis einer Frau die einzelnen Teile der Ausrüstung.
