Allgemeine Berichte | 25.01.2018

Der Film „Drei von Sinnen“ macht Sinnesbehinderungen zum Thema

Filmvorführung mit Darsteller

Dr. Alfred Marmann (l.) dankt David Stumpp (r.), einem der Akteure des besonderen Filmabends. privat

Kettig. In seiner Kulturreihe „Treffpunkt Cafeteria“ hatte der Förderverein der Facheinrichtung für schwerstmehrfach behinderte Menschen in Kettig diesmal zu einem besonderen Kinoabend eingeladen. Mit dem Film „Drei von Sinnen“ wurde mit der Sinnesbehinderung ein Thema angeboten, welches im Alltag der in der Förder- und Wohnstätte Kettig lebenden Menschen mit Behinderung einen großen Anteil einnimmt. Anders als die Bewohnerinnen und Bewohner, die auf Dauer von diesem Handicap betroffen sind, haben drei junge Männer ein Experiment gewagt, indem sie sich abwechselnd für eine Woche von einem ihrer Sinne verabschiedeten: eine Woche lang nicht sehen, eine Woche lang nicht sprechen, eine Woche lang nichts hören! Das Besondere dabei: Die drei Freunde begeben sich auf eine Reise vom Bodensee an den Atlantik. Sie wandern, campen, trampen, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und irgendwie schlagen sie sich bis zum lange ersehnten Meer durch. Was sie unterwegs zwischenmenschlich erleben, welche Erkenntnisse sie erlangen und mit welchen behinderungsbedingten Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben, das alles ist in dem preisgekrönten Film „Drei von Sinnen“ dokumentiert.

Dieser besondere, leise Film schlug die Gäste im „Treffpunkt Cafeteria“ in seinen Bann. Die Zuschauer fühlten sich von Beginn an im wahrsten Sinne des Wortes mitgenommen auf eine spannende Reise, die mitunter an den wachsenden zwischenmenschlichen Spannungen zu scheitern droht. Letztlich erreichen die Protagonisten aber doch ihr Ziel und stellen fest, dass die Freundschaft, die unterwegs oft auf die Probe gestellt wurde, am Ende gewachsen ist.

Mit David Stumpp war einer der Aktivisten des Films nach Kettig gekommen, um nach dem Film für ein Publikumsgespräch zum Austausch zur Verfügung zu stehen. Es kam ein reges Gespräch zustande, bei dem Stumpp aus dem Innenleben eines der Reiseteilnehmer berichtete. Er konnte dem Publikum Erfahrungswerte vermitteln, die das Selbstexperiment erbracht hatte. Hierzu zählen die Erkenntnis, dass für einen Menschen mit Handicap schwierig ist, fortwährend um Hilfe zu bitten. Umgekehrt kann die Rolle des permanent Helfenden ebenso belastend sein, weil fortwährend eine hohe Aufmerksamkeit erforderlich ist und die eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstehen müssen. Stumpp berichtete über viele Situationen, die ihm erlebbar machten, wie viel mehr Zeit für die alltäglichen Verrichtungen des Lebens benötigt wird, wenn man ein Handicap hat. Als besonders belastend empfanden er und seine Freunde die Einschränkungen hinsichtlich der Kommunikation. Bereits aus dem Film heraus war deutlich geworden, dass der Austausch sich im Verlaufe der Reise stetig reduzierte. Hierin, so folgerte Dr. Alfred Marmann, Geschäftsführer der Förder- und Wohnstätte, zusammenfassend, könne bereits die Gefahr einer Vereinsamung liegen, dann nämlich, wenn bei eingeschränktem Kommunikationspotenzial Kommunikation mit gehandicapten Menschen unterbleibt. Deshalb sei es in der Förder- und Wohnstätte konzeptionell angestrebt immer wieder neue Wege und Möglichkeiten für eine teilhabende Kommunikation zu finden.

Peter Moskopp, Vorsitzender des Fördervereins, dankte dem besonderen Gast und den Zuschauern für den eindrucksvollen Abend. Der Erlös der Veranstaltung werde wie üblich vom Förderverein für besondere Belange der Bewohnerschaft der Facheinrichtung bereitgestellt.

Pressemitteilung der

Förder- und Wohnstätten gGmbH

Dr. Alfred Marmann (l.) dankt David Stumpp (r.), einem der Akteure des besonderen Filmabends. Foto: privat

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