Allgemeine Berichte | 13.09.2017

Schon zehn Pfarreien im Bistum Trier feiern „Faire Pfarrfeste“

Flagge zeigen für den Schutz der Schöpfung

Porzellan statt Plastik - Müllvermeidung ist eines der Anliegen. privat

Ernst. Pfarrfeste sind Orte der Begegnung und eine „Visitenkarte“ der Kirchengemeinde. Mit Produkten aus der Region und aus fairem Handel sowie umweltfreundlichem Verhalten können die Pfarreien darüber hinaus bei ihren Festen zeigen, dass die Bewahrung der Schöpfung und ein Beitrag zu gerechteren Lebensbedingungen kirchliche Anliegen sind. Bereits zehn Pfarrgemeinden haben in diesem Jahr ein „faires Pfarrfest“ gefeiert – darunter die Pfarrgemeinde „Verklärung des Herrn“ in Ernst an der Mosel am zweiten Septemberwochenende.

„Einen ganzen Anhänger voll blauer Müllsäcke habe ich zur Deponie gefahren“, berichtet Georg Fleck kopfschüttelnd über die Aufräumarbeiten nach dem Pfarrfest im vergangenen Jahr. Besonders die Vermeidung des „vielen Plastikmülls“ sei ihm ein großes Anliegen, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende zu seiner Motivation, sich für ein „faires Pfarrfest“ einzusetzen. Zunächst sei es nicht einfach gewesen, die Helfer von alternativen Ideen zu überzeugen. Das sei doch mehr Aufwand und teurer und „man habe es doch immer so gemacht“, erzählt Fleck von den Bedenken.

Dass nun Mehrweggeschirr verwendet werde, bedeute zwar, dass mehr gespült werden müsse. Aber die Spülmaschine werde ohnehin angeschlossen, und „wenn dann ein paar Personen mehr für den Spüldienst einteilt werden, dann klappt das schon“. Und außerdem sei es doch „etwas ganz anderes, von Porzellangeschirr zu essen, anstatt von Plastiktellern“. Statt beim Discounter haben die Helferinnen den Kaffee im Eine-Welt-Basar der evangelischen Kirche in Cochem gekauft. Das Fleisch „hat keine langen Transportwege hinter sich“, erzählt Fleck; es stammt vom Metzger vor Ort.

Weitere Produkte sind regional erzeugt oder aus fairem Handel. Für die Getränke gibt es richtige Gläser, auf Kunststoff – zum Beispiel bei Tischdecken – wird weitgehend verzichtet. Fleck glaubt nicht, dass finanziell unterm Strich beim Pfarrfest weniger übrig bleibt: Schließlich würde der Einkauf von Einweggeschirr eingespart - und der Abfall brauche nicht teuer entsorgt zu werden. Der ehemalige Entwicklungshelfer in Afrika möchte für die Thematik der Einen Welt und des Umweltschutzes sensibilisieren. Er wünscht sich, dass das „faire“ Pfarrfest ein Vorbild für nachhaltigeres Feiern im Winzerort und den angrenzenden Gemeinden ist – „wo jetzt fast wöchentlich irgendein Fest stattfindet“. In Ernst haben die Verantwortlichen im Vorfeld über die „faire“ Ausrichtung des Festes informiert und positive Rückmeldungen erhalten. Und auch beim Pfarrfest gibt es einen Infostand über die nachhaltige Form des Feierns.

Siegel „Faires Pfarrfest“

Das Siegel „Faires Pfarrfest“ verleiht die Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier, die Materialien wie Tischaufsteller und Werbefahne als Hinweise vor Ort zur Verfügung stellt. Leiter Ludwig Kuhn erklärt: „Viele Menschen auf dieser Erde arbeiten zu geringsten Löhnen und unter gesundheitsschädlichen Bedingungen. Darunter leidet auch unsere Natur. Ein Pfarrfest mit fairen und regionalen Produkten zu veranstalten, ist eine Möglichkeit, Flagge zu zeigen für weltweite Mitverantwortung und für den Schutz der Schöpfung.“ Die Aktion wurde im Dekanat Trier entwickelt; aus Anlass der bundesweiten Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in diesem Jahr im Bistum hatte die Diözesanstelle Weltkirche erstmalig zur Beteiligung im gesamten Bistum eingeladen. „Wir freuen uns, dass im ersten Jahr bereits zehn Pfarreien mitmachen, mit ihrem Engagement einen Impuls für die weltweit soziale Verantwortung geben und damit gelebten Glauben zum Ausdruck bringen“, sagt Kuhn. Faire Pfarrfeste feiern in diesem Jahr die Pfarreien Birresborn St. Nikolaus, Dillingen St. Johann, Ernst Verklärung des Herrn, Gerolstein St. Anna, Hillesheim St. Martin, Idar-Oberstein St. Peter und Paul, Landsweiler Herz Jesu, Neuwied St. Margaretha, Neuwied-Feldkirchen St. Michael und Wadern Allerheiligen.

Bewerbungsmodalitäten für interessierte Pfarrgemeinden

Interessierte Pfarrgemeinden können sich bei der Diözesanstelle Weltkirche für die Teilnahme bewerben. Dazu erhalten sie einen Kriterienkatalog zu den Aspekten Abfallvermeidung, fairer Handel, regionale Produkte und Information der Öffentlichkeit. Sind genügend Punkte erfüllt, erhält die Pfarrei eine Urkunde. Informationen und Bewerbung im Internet unter www.weltkirche.bistum-trier.de/mitmachen/aktion-faires-pfarrfest/.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Georg Fleck setzt auf regionale Produkte und fairen Handel.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Georg Fleck setzt auf regionale Produkte und fairen Handel.

Porzellan statt Plastik - Müllvermeidung ist eines der Anliegen. Fotos: privat

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