Großveranstaltung „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“ machte die Stadt zu einem riesigen Atelier
Flammende Kunst: Keramiker zogen Massen an
Höhr-Grenzhausen. Von Ruhe und Beschaulichkeit war in dem idyllischen Westerwaldort Höhr-Grenzhausen an diesem ersten Sonntag im April nichts zu spüren: In die Tausende gehende Besucher nutzten die Gelegenheit des Aktionstages „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“, einen Blick in die Werkstätten und Ateliers der vielen Künstler und Keramiker in diesem Zentrumsort des Kannenbäckerlandes zu werfen.
Im Stadtteil Grenzhausen wurden im Keramikmuseum Westerwald viele Aktionen zum Mitmachen und kreativen Arbeiten für die ganze Familie angeboten. Zusätzlich bei freiem Eintritt wurde eine Ausstellung der israelischen Künstlerin Simcha Even Chen eröffnet. Vor dem Museum zeigte die Künstlerin persönlich bei einem öffentlichen Raku-Brand die Besonderheiten ihrer Techniken.
Schon dabei wurde die Veranstaltung ihrem Motto gerecht, denn
die aus dem Ofen geholten Keramiken ließen beim Abstreuen mit Sägemehl Flammen lodern. Zusätzlich gab es einen Familienworkshop zum Thema Blumenpracht und Grünzeug. Vor dem Museumseingang verkauften Mädchen Kannenbäcker-Brot aus Natursauerteig.
Nah beim Museum zeigte Alina Penninger in ihrem Garten und in der Werkstatt handgefertigtes Tafelgeschirr und Gartenkeramik mit zarten Dekoren verziert. Von da gelangte man zum Töpferhof Mühlendyck und zum keramischen Atelier von Claudia Henkel.
Eine Kombination aus Werkstatt, Laden, Galerie und Cafe haben Sandra Nitz, Nicole Thoss und acht weiteren Keramiker geschaffen. In einer alten Manufaktur trafen die Besucher auf die Gruppe Cera-Mix, die mit ihrem bunt gemischten Angebot ihrem eigenen Namen gerecht wurden. Vor dem Atelier konnte man im Café Libre eine Erfrischung oder einen belebenden Kaffee trinken. Eine Vielzahl von Keramikern mit ihren Arbeiten waren auf dem Merkelbach- Hof zu sehen. Andreas Hinder mit seinen Tierplastiken, Armin Skirde mit Steinzeuggeschirr, bemalt und bei 1.240 Grad gebrannt, Ute Matschke und Maria Meyer, ebenfalls mit phantasievollem Steinzeuggeschirr, Lion & Lion sowie die Keramikgruppe Grenzhausen (Susanne Altzweig, Monika Debus, Martin Goerg und Fritz Roßmann). Bei den Anbietern Thomas und Hans Wolbring konnte man alles rund um den Keramikbedarf finden: Brennöfen, keramische Farben und Glasuren oder alle Arten von Rohstoffen.
Im Tonhaus von Ulf Huppertz in Hilgert konnte man den Brand eines traditionellen Holzofens erleben.
Gartenausstellung und Oldtimer-Treff
Das Keramikerpaar Tanja und Gideon Necker lud zu einer Gartenausstellung ein. Gideon Necker, selbst ein leidenschaftlicher Oldtimer-Fan, hatte zum zweiten Mal ein großes Oldtimertreffen organisiert. Alte Autos und Traktoren zeigten die stolzen Besitzer hier. Und sie boten für einen kleinen Obolus eine Rundfahrt mit ihrem Gefährt an, der Erlös kommt der Elterninitiative krebskranker Kinder Koblenz zugute. Weitere Beteiligte von „Höhr-Grenzhausen brennt Keramik“ waren die Keramikwerkstatt „La Bottega“, die Girmscheid-Werkstätte für salzglasiertes Steinzeug, das Ceratech-Center, die Kunsttöpferei von Roland Giefer, die Keramikwerkstatt Charlotte und Sigerd Böhmer sowie die Töpferei und das Museum im Kannenofen der Familie Peltner. Um die Besucher ohne lästige Parkplatzsuche von einer Attraktion zur nächsten gelangen zu lassen, hatten der Veranstalter und die EVM einen kostenlosen „Keramik-Pendel-Bus“ eingerichtet. Der Termin für die nächste „Höhr-Grenzhausen brennt“-Veranstaltung in 2017 steht schon fest: 2. April!
Vor dem Keramikmuseum bestaunten die Besucher die praktischen Vorführungen der israelischen Künstlerin Simcha Even Chen.
Simcha Even Chen bei der Arbeit.
Bei der Ausstellung im Museum waren Tiere ein beliebtes Motiv.
Armin Skirde zeigt sein Steinzeuggeschirr
Übergroße Töpfe für den Garten.
Es gab viel zu entdecken.
Alle Keramiker in Höhr-Grenzhausen hatten Besuch in ihren Ateliers.
