GlasBlasSing-Quartett aus Berlin begeisterte zahlreiche Fans in der Mendiger Laacher See-Halle
„Flaschmob“
Ein unterhaltsamer Abend für alle Altersklassen
Mendig. Wer es bis dato nicht für möglich hielt, dass man mit Hilfe von Flaschen und flaschenartigen Gefäßen ein zwei Stunden währendes Konzert bestreiten kann, irrte sich gewaltig. Wie gut das funktioniert und wie der wenig beachteter Alltagsgegenstand Flasche zum vielseitigen Alleskönner wird, bewies das vierköpfige GlasBlasSing-Quartett aus Berlin am vergangenen Freitagabend in der gut besetzten Laacher See-Halle. Nachdem sie bereits 2013 und 2015 das Mendiger Publikum begeisterten, punkteten sie bei ihren Fans aller Altersklassen am vergangenen Freitagabend mit ihrem neuen Programm „Flaschmob“. Eingeladen hatte wieder einmal die Mendiger Veranstaltungsreihe „Kul-tour“, die bereits seit über 25 Jahren für ein abwechslungsreiches und immer wieder unterhaltsames Comedy-Programm sorgt.
Spontan, verrückt, kreativ und dabei unglaublich musikalisch, so könnte man Stehdrummer David „Möhre“ Möhring, Andreas „Endie“ Lubert, Jan „Fritze“ Lubert, und Frank Wegner bezeichnen. Mit ihren Instrumenten, nämlich leeren, halb vollen und mitunter schluckweise gestimmten Flaschen, ploppten und pusteten sie für ihre Bier-Buddel-Beats, bzw. schüttelten, rubbelten und scratchten beim PET-Pullen-Pop. Frei nach dem Motto: „Nichts aus der Konserve - keine Macht den Dosen“ standen mehr oder weniger bekannte Melodien aus der Unterhaltungsbranche mit eigens gedichteten schräg-schlüpfrigen Texten im Fokus ihres Repertoires. Wer allerdings glaubte, sich mit geschlossenen Augen zurücklehnen zu können wurde eines anderen belehrt, denn die Performance der vier Temperamentbündel hielt das Publikum in Atem. Ob es sich um das „potenzsteigernde“ Lied „Sellerie“ („Was die Oma schon alles wusste…“), den unverkennbaren Cover-Song „Reis, Reis Baby“ (Original: „Ice, Ice Baby“ von Vanilla Ice) oder den Synthesizer-Klassiker „Popcorn“ von Hot Butter handelte – mit dem Daumen am Flaschenhals ploppten und pusteten die Flaschenkünstler sich in die Herzen ihrer Fans. Geradezu atemberaubend beherrschten die vier Berliner ihre Cokecaster-Flaschengitarre, eine –selbstverständlich aus Flaschen- kreierte Jelzin-Orgel oder die Wasserspender-Floor-Toms, die durch schwungvoll eingesetzte Perrier-Keulen zu einem unvergesslichen Klangerlebnis avancierten. Der absolute Hit des Abends war jedoch der Einsatz eines „Flachmanninoff-Xylophons, der von „Möhre“ mit schwindelerregender Schnelligkeit angeführt und von seinen drei Mitstreitern bis zur vermeintlichen Atemlosigkeit begleitet wurde. Zu ihrer mit viel Wortwitz gewürzten Show zählte u.a. auch ein Flaschenmemory-Spiel. Kurzerhand wurden die beiden Zuschauer Tom und Regina zur Teilnahme auserkoren und erwiesen sich bei der Wiedererkennung von insgesamt sechs verschiedenen Melodien als wahre Gedächtnisakrobaten.
Nachdem sie ihren Flaschenmusikabend mit dem Einsatz von Drucksprühflaschen und Flaschenklappkästen offiziell beendet hatten, revanchierte das GlasBlasSing-Quartett sich nach dem nicht enden wollenden Applaus des völlig aus dem Häuschen geratenen Publikums mit einer Zugabe, („Die Flaschen sind müde und wollen in die Kiste“), indem es ausnahmsweise nicht in die Flaschen pustete, sondern daraus einen kräftigen Schluck nahm.
FRE
Ob es sich um einen Bass, eine Gitarre oder ein Schlagzeug handelte, die vier Musiker verblüfften das Publikum mit ihren eigens aus Flaschen kreierten Instrumenten.
Auch Flaschenklappkästen bestimmten den Rhythmus ihrer Songs.
