Allgemeine Berichte | 20.04.2016

Warnung vor Anwendung von Pestiziden in der Region

Fleißige Honigbienen sind wieder unterwegs

Blütenvielfalt bietet Nutzinsekten reichlich Nahrung

Imker Reiner Haas kontrolliert die Bienenstöcke.CEW

Region. Nachdem vor fünf Jahren etliche Bienenvölker wegen fehlerhafter Anwendung von Pestiziden auf mindestens einem Spargelfeld gestorben sind, finden in diesem Frühjahr die nützlichen Insekten bisher ungefährdet reichlich Nahrung. Offenbar beherzigen die Landwirte nun die Kennzeichnungen für Bienengefährlichkeit auf den Behältnissen der Pflanzenschutzmittel. Auch Privatanwender von Pestiziden und Herbiziden sind aufgerufen, die Bienen zu schützen und die Kennzeichnungen von B1 für „bienengefährlich“ bis B4 für „nicht bienengefährlich“ zu beachten.

Über die für Privatanwender verwirrende Bezeichnung B2, „bienengefährlich außer bei Anwendung nach dem Ende des täglichen Bienenflugs bis 23:00 h MEZ“, informiert Hobbyimker Reiner Haas aus Adendorf: Die Bienen beenden ihren täglichen Flug für gewöhnlich bei warmer Witterung etwa eine Stunde vor dem Sonnenuntergang, bei kaltem Wetter etwa zwei Stunden vorher. Die mit B2 gekennzeichneten Spritzmittel gefährden die nützlichen Insekten also nicht, wenn sie am Abend zwischen dieser Zeit und 23:00 h angewendet werden. Bei der Kennzeichnung B3 ist vor allem die festgelegte Anwendung des Mittels zu beachten. Werden die Mittel gemäß der spezifischen Vorgabe angewendet, sollte den nützlichen Insekten nichts passieren.

Wie der Imker erklärte, dürfen die Spritzmittel vor allem nicht auf blühende Pflanzen aufgetragen werden. Die Wirkung der Pestizide ist unterschiedlich. Manche töten die Bienen als Kontaktgift in sehr kurzer Zeit. Andere schädigen das Nervensystem so, dass die Tiere nicht mehr zu ihrem Stock zurückfinden und deshalb irgendwo verenden. Wieder andere schwächen das Immunsystem der Nutzinsekten, sodass im Winter teilweise ganze Völker sterben. Er appelliert an die Landwirte der Region: Beachtet die Spritzverbote und Spritzzeiten der Pestizide, damit die Bienen auch die regionalen Nutzpflanzen auf den Feldern bestäuben und Pollen für Honig sammeln können.

Imker Reiner Haas kontrolliert die Bienenstöcke.Foto: CEW

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