Struktur und Genehmigungsdienst Nord setzt sich ein
Flockenblumen für den Apollofalter
Cochem. Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord informierte sich kürzlich im Naturschutzgebiet „Dortebachtal“ über das Artenschutzprojekt „Mosel-Apollo“ im Landkreis Cochem-Zell. Der bedrohte Falter ist eine eigenständige Unterart des Apollofalters (Parnassius apollo) und nur im Moseltal zwischen Winningen und St. Aldegund zu finden.
„Seit 20 Jahren begleitet die SGD Nord als obere Naturschutzbehörde Biotoppflege- und Artenschutzmaßnahmen, die dem Apollofalter zu Gute kommen. Dazu zählt sowohl die fachliche Beratung als auch die finanzielle Abwicklung. Die Maßnahmen im Landkreis Cochem-Zell werden jährlich mit rund 20.000 Euro durch die SGD Nord unterstützt“, so Kleemann.
Bei der Umsetzung der Maßnahmen arbeitet die SGD Nord eng mit Biotopbetreuern zusammen. Als Biologen, Geografen oder Ingenieure der Landespflege bringen sie das notwendige Fachwissen mit. Bei der Begehung informierten Biotopbetreuerin Dr. Corinna Lehr (Landkreis Cochem-Zell) und Dr. Axel Schmidt (SGD Nord) über die Situation des Falters.
Waren es in den 70er und 80er Jahren die Insektizide im Steillagenweinbau, die der Art zu schaffen, machten, so ist es heute der Mangel an Nahrung für den Falter sowie extreme Wetterlagen.
Als Nahrungsquelle bevorzugen die Schmetterlinge rot- und blaublühende Pflanzen wie die Flockenblume. Gerade zur Hauptflugzeit im Früh- und Hochsommer finden die Falter in den Steillagen kaum Nektarpflanzen. Auf der Suche nach Nahrung fliegen sie daher über die Bahnstrecken und die Straße bis ans blütenreiche Moselufer.
Dabei werden sie häufig vom Verkehr erfasst und getötet. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollen in einem Pilotprojekt der Biotopbetreuung des Landes Rheinland-Pfalz neue Nahrungsquellen geschaffen werden. Ziel des Projekts ist es, die Flockenblumen in den Fluggebieten des Apollos zu vermehren und anzusiedeln.
2014 wurden unter anderem im Naturschutzgebiet „Dortebachtal“ junge Pflanzen auf die alten Weinbergsterrassen angepflanzt. Die extreme Trockenheit im letzten Jahr überlebten jedoch nur wenige von ihnen. Daher wurde der Versuch Ende 2015 wiederholt. Diesmal wurden 175 Flockenblumen gepflanzt, von denen nach einer Zählung im Sommer dieses Jahres 80 Prozent angewachsen sind.
„Es bleibt nun abzuwarten, ob die Blumen sich in den Terrassen etablieren können, damit die Apollo-Weibchen ausreichend Nahrung finden und die gefährlichen Verkehrswege meiden“, so die Biotopbetreuerin. Die Pflanzenaktion auf den drei Maßnahmenflächen Dortebachtal, Valwig und Pinneberg kostete rund 6.000 Euro.
Neben der Pflanzenaktion ist der Lebensraum der Falter vor allem durch das Zuwachsen von nicht mehr bewirtschafteten Rebflächen bedroht. Um den Lebensraum zu erhalten, müssen die Flächen im direkten Umfeld des Apollofalters gepflegt und manuell oder durch Ziegenbeweidung offen gehalten werden.
Auch jeder Winzer kann dazu beitragen den Mosel-Apollo in den Fluggebieten zu halten. Flockenblumen wachsen häufig an Wegrändern, am Fuß von Felsen oder Weinbergsspitzen. Jede Flockenblume, die nicht vor der Blüte gemäht oder abgespritzt wird, hilft dem Apollofalter.
