BBS Cochem stellt mit Netzwerkpartnern Gesamtkonzept für erfolgreiche Integration vor
Flüchtlinge fit für die Ausbildung machen
Cochem. Dies hat sich auch der im Rahmen der Zukunftsallianz Cochem-Zell“ (ZaC) gegründete Arbeitskreis „Berufliche Bildung“ zur Aufgabe gemacht. Unter der Federführung der Koordinierungsstelle Asyl der Kreisverwaltung Cochem-Zell arbeiten hier die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die HWK, die IHK, die Berufsbildende Schule Cochem, der Internationale Bund/Jugendmigrationsdienst und die Beschäftigungspilotin zusammen um Bildungsangebote zur beruflichen Integration von Neuzugewanderten zu entwickeln bzw. abzustimmen.
Bei den Neuzugewanderten stellen Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren einen großen Anteil dar. Umso wichtiger ist es, für diese Zielgruppe passgenaue Angebote zur beruflichen Integration zu entwickeln. Positiv wirkt sich hierauf aus, dass die Asylsuchenden selbst sehr motiviert sind und gerne so schnell wie möglich mit einem qualifizierten Schulabschluss ins Berufsleben starten wollen.
Deutschkenntnisse bilden Basis
Eine Grundvoraussetzung für die Integration in Arbeit ist das Erlernen der deutschen Sprache. Schwieriger gestaltet sich dies für heranwachsende Jugendliche, die auf der Schwelle zwischen Schule und Eintritt in das Berufsleben stehen. Mit bruchstückhaften Deutschkenntnissen können sie den Anforderungen an den theoretischen Teil der Ausbildung nicht gerecht werden.
Auf Initiative der Berufsbildenden Schule in Cochem wurde daher im Januar 2016 ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) mit dem Schwerpunkt Sprache eingerichtet. Derzeit besuchen 32 Schülerinnen und Schüler das BVJ „Sprache“. Der Lehrplan sieht 15 bis 20 Stunden Deutsch plus ergänzende Stunden in den Bereichen Sozialkunde/Wirtschaftslehre, Fachrechnen und Sport vor.
Dinge für den Alltag erlernen
Ernst-Dieter König, Studiendirektor und Abteilungsleiter Hauswirtschaft/Sozialwesen an er BBS in Cochem freute sich, dass die beiden Klassen auch in Zukunft weiter geführt werden können. In den Klassen seien auch Praktika mit eingebunden, die von Beginn an einen Bezug zur Arbeitswelt herstellen sollen. Schnell wurde allen Beteiligten jedoch auch klar, dass es neben der Sprachförderung auch wichtig ist, dass sich die Jugendlichen im Alltag zurechtfinden. Gemeinsame Überlegungen des Arbeitskreises führten dazu, dass ein zusätzliches Nachmittagsangebot für die Schülerinnen und Schüler konzipiert werden sollte, in dem sie ihre Sprachkenntnisse weiterhin vertiefen können und daneben Dinge, die sie im täglichen Umgang mit der Gesellschaft benötigen, erlernen.
Hierzu konnte die BBS Cochem in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer, dem Internationalen Bund (IB) und der Kreisverkehrswacht ein interessantes Angebot schaffen, welches nun im Kreishaus vorgestellt wurde.
Praxisnahes Wissen auf unterschiedlichen Gebieten
Die Handwerkskammer eröffnet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in den Werkräumen der Moselakademie Cochem erste Erfahrungen im Bereich der Metallverarbeitung zu sammeln. Schritt für Schritt soll hier das Angebot, z. B. Verarbeitung von Holz / Elektrotechnik, weiter ausgebaut werden. Der IB bietet neben einer onlinebasieren Sprachförderung auch ein Angebot an, in dem die jungen Menschen den Umgang mit Computern lernen. Die Kreisverkehrskehrwacht vermittelt darüber hinaus praxisnahes Wissen zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr.
Soziale Komponente nicht unterschätzen
Landrat Schnur betonte bei der Vorstellung: „Aktuell ist nicht mehr die Erstaufnahme das Thema, was uns beschäftigt – jetzt geht es um die Integration der Menschen, die bei uns ein neues Zuhause suchen. Hier ist es besonders wichtig, dass wir alle unsere vielfältigen Angebote nicht nebeneinander, sondern miteinander gestalten. Vor den vielen Hürden und den noch auf uns zukommenden Problemen dürfen wir uns nicht verstecken – wir alle müssen gemeinsam aktiv werden. Es freut mich daher umso mehr, dass so viele Einrichtungen und Institutionen bereit sind, ein Angebot für die Asylsuchenden auszuarbeiten.“
Schulleiter an der BBS in Cochem Andreas Zietz merkte an: „Schwerpunkt unserer Berufsvorbereitungsklassen ist sicherlich das Erlernen der Sprache. Nichtsdestotrotz sehen wir uns als wichtigen Anlaufpunkt für die jungen Asylsuchenden – schon fast als ein zweites Zuhause. Neben der Sprachförderung ist auch die soziale Komponente und das Einfinden in unsere Gesellschaft ein wichtiger Bestandteil.“
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Cochem-Zell
