Allgemeine Berichte | 19.03.2019

SGD Nord begleitet Forschungsvorhaben der Universität Koblenz-Landau

Forscher wollen Rückgang von Insekten unter die Lupe nehmen

Akute Gefährdung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft in Rheinland-Pfalz

Typische Spinnenart der Agrarlandschaft. Foto: SGD Nord

Koblenz. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord begleitet das aktuelle Forschungsvorhaben der Universität Koblenz-Landau zum Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Anlass ist die akute Gefährdung von Insekten im Land Rheinland-Pfalz, insbesondere in der Agrarlandschaft. Bei dem Projekt soll der Rückgang von Insekten im Grün- und Ackerland untersucht werden. Unter Leitung von Professor Klaus Fischer, vom Institut für Angewandte Naturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau wird das Vorhaben in der Zeit von April 2019 bis März 2022 durchgeführt und von der SGD Nord fachlich begleitet werden. Das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, fördert diese wichtigen Untersuchungen durch Finanzmittel der „Aktion Grün“ in Höhe von knapp 170.000 Euro, verteilt auf vier Jahre.

Drastischer Rückgang bemerkbar

Den besorgniserregenden Rückgang der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft mit bis zu 75% Verluste an Biomasse haben in den vergangenen Jahren verschiedene Untersuchungen nachgewiesen. Bundesweit wird derzeit über die daraus resultierenden Konsequenzen diskutiert. Hier sind etwa der Verlust an Blüten-Bestäubern, dessen Auswirkungen auf Nahrungsmittel, insbesondere Obst, und der Bruch der Nahrungskette mit dramatischen Folgen für Insektenfresser, wie Kleinvögel oder Fledermäuse zu nennen. Ein grundlegendes Problem bei der Beurteilung dieses Rückgangs ist ein auffallender Mangel an Daten über die Verbreitung und Häufigkeit der meisten, auch der häufigen und weit verbreiteten Insektenarten. Diese Daten sind jedoch von entscheidender Bedeutung für die Initiierung von Schutzmaßnahmen.

Bewirtschaftung von Grünflächen sollen optimiert werden

Als Obere Naturschutzbehörde ist die SGD Nord verpflichtet zur langfristigen Erhaltung der durch die Natura2000-Richtlinie geschützten Lebensraumtypen und der darauf angewiesenen Tier- und Pflanzenarten. Im Rahmen des Projektes sollen notwendige Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen auf Agrarflächen, insbesondere im mageren Grünland mittlerer Standorte, ermittelt werden. Außerdem soll die Vernetzung ökologisch wertvoller „Restflächen“ durch Wege und Feldraine in ausgedehnten Ackerstandorten untersucht werden. In Zukunft sollen die in diesem Projekt gewonnen Befunde dazu beitragen, die Bewirtschaftung von Grünlandflächen und Agrarstandorten zu optimieren und bestehende Förderinstrumente anzupassen oder begleitende Maßnahmen zu ermöglichen.

Zusammenarbeit mit Uni Trier

Die SGD Nord wird das aktuelle Projekt mit zwei laufenden Forschungsvorhaben mit ähnlichen Fragestellungen vernetzen. So sollen die Erkenntnisse aus diesem Projekt durch den Austausch von Daten aus dem Projekt der Universität Trier zu „Bestandstrends von Wildbienen und Heuschrecken“ sowie dem Projekt „Wiesenbrüter im Westerwald“ der SGD Nord ergänzt werden.

Pressemitteilung SGD Nord

Typische Spinnenart der Agrarlandschaft. Foto: SGD Nord

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