Beklemmendes Stück über Folter im Alten Bahnhof Puderbach
Fragen stellen kann sehr wohl schlimm sein
Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit
Puderbach. Eine Frau muss für ihren Chef eine Rede vorbereiten. Das Thema: „Die strafprozessualen Befragungstechniken im 17. Jahrhundert“. „Fragen ist doch gar nicht so schlimm!“, findet die lebenslustige, gut gelaunte Frau. Aber sie täuscht sich: Fragen kann sehr schlimm sein! Das wird sie im Lauf des Theaterabends im Puderbacher Alten Bahnhof lernen. Die Kulturschaffenden in der VG Puderbach haben das kleine Kölner Cassiopeia-Theater eingeladen. Gespielt wird „Das Verhör der Katharina Güschen“.
Julia, eine der beiden Protagonistinnen des Stücks, führt ein Gespräch mit einem imaginären Partner. Sie kokettiert, am Ende sagt sie: „Das passt total zu ihm, nicht zu fragen.“ Viel lieber würde sie sich an diesem Wochenende verlieben, als die Rede zu schreiben. Mehr widerwillig be
gibt sie sich an die Arbeit. In einem Umschlag findet sie Unterlagen über Hexenprozesse. Den Zuschauer beschleicht eine Ahnung, um welche Art von „Befragungstechniken“ es gehen wird.
Da taucht auch schon, wie ein Gespenst, die zweite Bühnenakteurin auf, Katharina, im langen weißen Kleid. Julia trägt rot. Monologisierend nähert sie sich ihrem Thema an, mehr widerwillig. Sie findet immer mehr Informationen über die gefragte Zeit, es gab viele Kriege. Julia verzweifelt: „Ich habe keine Ahnung vom 17. Jahrhundert!“ Helfen könnte ihr die Frau im weißen Kleid, denn die war Zeitzeugin im 17. Jahrhundert. 1613 wurde sie, 43-jährig, in Bensberg bei Köln als Hexe erst gehängt und dann verbrannt.
Julia dämmert es im Zuge ihrer Recherchen: „Das ist doch Inquisition!“ Sie findet Dokumente, die die unterschiedlichen Stufen der Folter drastisch beschreiben. Julia ist entsetzt. Sie merkt: Sie soll eine Rede über Folter schreiben. Lieber würde sie sich verlieben, immer noch.
Katharina monologisiert derweil Texte, anfangs scheinbar zusammenhanglos: „Unsere Kultur macht uns zu dem, was wir sind. Nicht unsere Natur!“ Dann schreit sie verzweifelt: „Ich bin gekommen, um Gehör zu finden! Hört mich denn niemand?“ Auf engstem Raum treffen hier zwei Welten und zwei Zeiten aufeinander. Katharina ist gekommen, um endlich Gehör zu finden, was man ihr damals, im Hexenprozess, nicht gewährte. Sie will erklären, will Zeugnis ablegen über ihre Schuld und ihre Unschuld. Ohne Folter.
Julia findet Akten über den Fall Katharinas. Die war zwölf Jahre alt, als ihre Großmutter und zwei Tanten verbrannt wurden. Mit 32 Jahren wird Katharina der Hexerei bezichtigt. Katharina verschafft sich Präsenz in Julias Bewusstsein. Die beiden Frauen sprechen miteinander. Katharina beschreibt die Pein ihrer Folter. Schwer, beinahe erdrückend legt sich eine beklemmende Stimmung über das Publikum. Dramatische Klavier-, Geigen- und Flötenmusik bestärkt dieses Gefühl.
Katharina erklärt, wie sie durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in den Verdacht der Hexerei geriet. Julia versteht, dass Katharina viel Pech hatte, möchte aber nicht „da mit reingezogen werden“. Um in einer von männlicher Willkür beherrschten Welt ihr Überleben und das ihrer Tochter zu sichern, musste sich Katharina mit Männern einlassen und wurde von ihnen ausgenutzt. Unter der unerträglichen Folter gesteht sie alles, was man ihr vorwirft. Katharina: „Ich habe mich selbst erniedrigt, im Schmerz. Ich hätte noch viel mehr gestanden, wenn man es von mir verlangt hätte.“
Lange bleibt es still im Theaterraum
Lange bleibt es still im Theaterraum, als die beiden Frauen im Dunkel von der Bühne verschwunden sind. Applaus erscheint unangebracht angesichts der Schwere des Themas. Aber die schauspielerische Leistung von Rosemarie Steinbach-Fuß und Simone Silberzahn hat Applaus verdient. Der kommt dann auch, kräftig und lang. Regisseur Udo Mierke hat die Aufführung mitverfolgt, genau wie Claudia Hann, die die Musik komponierte. Sabine Knorr-Henn von den Kulturfreunden Puderbach ist es, die das Publikum aus seiner Befangenheit erlöst und zu Gesprächen bei einem Glas Wein und einer Salzbrezel einlädt.
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